bedingen
Form & Grammatik
- Stichwort
- bedingen
- Worttrennung
- be·din·gen
- Präsens
- bedingt
- Präteritum
- bedingte beim Verursachen; veraltet bedang beim Vereinbaren
- Partizip II
- bedingt beim Verursachen; veraltet bedungen beim Vereinbaren
- Hilfsverb
- haben
Bedingen bedeutet meist verursachen oder zur Folge haben, seltener voraussetzen. Die regelmäßigen Formen sind bedingte und hat bedingt. Daneben existiert bedingen im Sinn von etwas für sich vereinbaren mit den starken Formen bedang und hat bedungen.
Ursache, Voraussetzung oder Vereinbarung?
Bedingen bedeutet häufig, etwas hervorzurufen oder zur Folge zu haben. Wer schreibt, ein Umstand bedinge einen anderen, stellt einen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung her. Dass zwei Dinge gleichzeitig vorkommen, reicht dafür allein nicht aus.
Seltener wird bedingen im Sinn von voraussetzen oder erfordern gebraucht. Dann nennt das Objekt gerade nicht die Folge, sondern eine notwendige Voraussetzung. Diese beiden Blickrichtungen können leicht verwechselt werden. Wenn der Zusammenhang unklar ist, sind verursachen oder voraussetzen die deutlicheren Wörter.
In sich gegenseitig bedingen wird eine wechselseitige Abhängigkeit beschrieben. Für eine Erklärung genügt die Formel nicht: Es sollte gezeigt werden, wie die eine Entwicklung die andere ermöglicht oder beeinflusst und wie die Rückwirkung aussieht.
Daneben gibt es ein gleich geschriebenes starkes Verb mit der Bedeutung etwas für sich als Bedingung vereinbaren. Dazu gehören die Formen bedang und bedungen. Die heute vertrautere Formulierung ist häufig sich etwas ausbedingen. Diese Formen sind nicht beliebig mit bedingte und bedingt austauschbar.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| verursachen | ein Umstand bedingt eine Verzögerung | Macht die Richtung Ursache → Folge deutlicher. |
| zur Folge haben | eine Änderung bedingt zusätzlichen Aufwand | Erklärt den Zusammenhang in einer längeren Wortgruppe. |
| voraussetzen | eine Tätigkeit bedingt eine Fähigkeit | Seltenere Lesart; benennt eine Voraussetzung statt einer Folge. |
| sich ausbedingen | sich einen bestimmten Spielraum bedingen | Gehört zur Vereinbarungslesart mit anderen Vergangenheitsformen. |
Eigene Beispiele: die Richtung zeigen
Ausgangssatz: Der zusätzliche Prüfpunkt bedingte einen weiteren Arbeitsschritt.
Alternative: Der zusätzliche Prüfpunkt hatte einen weiteren Arbeitsschritt zur Folge.
Die eigenen Sätze benennen eine Folge des Prüfpunkts. „Der Prüfpunkt setzte einen Arbeitsschritt voraus“ könnte dagegen eine Bedingung nennen, die schon vor dem Prüfpunkt erfüllt sein muss. Die Richtung wäre verändert.
Eigene Beispiele: eine Ursache erklären
Ausgangssatz: Die Verzögerung war durch das fehlende Ersatzteil bedingt.
Alternative: Die Verzögerung entstand wegen des fehlenden Ersatzteils.
Die Alternative löst den abstrakten Ausdruck auf. Beide Sätze geben einen Grund an. Soll die Behauptung überprüfbar sein, muss der Bericht zusätzlich zeigen, weshalb ohne das Teil nicht weitergearbeitet werden konnte.
Zwei Verben, unterschiedliche Formen
In der häufigen Ursachenlesart ist bedingen regelmäßig und nicht trennbar. Das Perfekt lautet hat bedingt.
Konjugation von bedingenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | bedinge | bedingte | bedinge | bedingte |
| du | bedingst | bedingtest | bedingest | bedingtest |
| er/sie/es | bedingt | bedingte | bedinge | bedingte |
| wir | bedingen | bedingten | bedingen | bedingten |
| ihr | bedingt | bedingtet | bedinget | bedingtet |
| sie/Sie | bedingen | bedingten | bedingen | bedingten |
Konjugation von bedingenEtwas als Bedingung vereinbaren: veraltete starke Reihe; haben im Perfekt.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | bedinge | bedang | bedinge | bedänge |
| du | bedingst | bedangst | bedingest | bedängest / bedängst |
| er/sie/es | bedingt | bedang | bedinge | bedänge |
| wir | bedingen | bedangen | bedingen | bedängen |
| ihr | bedingt | bedangt | bedinget | bedänget / bedängt |
| sie/Sie | bedingen | bedangen | bedingen | bedängen |
Das andere, starke Verb besitzt die Stammformen bedingen, bedang, hat bedungen. Ein ausgehandelter Spielraum kann als bedungener Spielraum bezeichnet werden. Für alltägliche Texte ist „der vereinbarte Spielraum“ meist leichter verständlich.
Bedingt und bedungen unterscheiden
In beiden Fällen bleibt be fest am Verb; ein ge wird nicht ergänzt. Zu bedingen wird getrennt geschrieben. Bedingt kann außerdem als Adjektiv eingeschränkt heißen: „nur bedingt geeignet“. Das ist nicht dasselbe wie „durch die Lage bedingt“ mit einer Ursachenangabe.
Eine Erklärung statt einer bloßen Formel
Das Verb bedeuten kann ebenfalls Folgen benennen, ist aber weiter. „Die Änderung bedeutet viel für sie“ beschreibt einen Stellenwert, keine Ursache. Deshalb muss ein Austausch den konkreten Satz berücksichtigen.
In Analysen sollte „A bedingt B“ durch eine nachvollziehbare Verbindung ergänzt werden. Nenne den Vorgang, der von A zu B führt, und kennzeichne eine bloße Vermutung entsprechend. Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.
