bedeuten
Bedeuten kann den Sinn eines Wortes oder Zeichens, die Folge eines Vorgangs oder die Wichtigkeit einer Sache bezeichnen. In gehobener Sprache heißt jemandem etwas bedeuten außerdem, es der Person zu verstehen zu geben.
Sinn, Folge, Wichtigkeit oder Mitteilung
Bedeuten kann angeben, welchen Inhalt ein Wort oder Zeichen ausdrückt. Wer fragt, was ein Ausdruck bedeutet, möchte seinen Sinn im jeweiligen Zusammenhang verstehen. Ein Wort kann dabei mehrere Lesarten haben; nicht jedes Vorkommen lässt sich durch dieselbe Erklärung ersetzen.
Das Verb kann außerdem eine Folge oder Tragweite benennen. „Die Änderung bedeutet zusätzliche Arbeit“ sagt, dass die Änderung diese Arbeit mit sich bringt. Das ist eine andere Aussage als die Definition eines Wortes.
In „Die Freundschaft bedeutet ihr viel“ geht es um persönliche Wichtigkeit. Der Dativ ihr bezeichnet die Person, für die die Freundschaft einen hohen Stellenwert hat. Gemeint ist keine Übersetzung und kein sprachliches Zeichen.
Die gehobene Konstruktion jemandem etwas bedeuten kann schließlich heißen, etwas zu verstehen zu geben. Eine Geste oder knappe Äußerung vermittelt dann eine Aufforderung oder Information. Bei der Analyse sollte deutlich werden, woran diese Mitteilung erkannt wird.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| heißen | die Bedeutung eines Wortes erklären | Passt häufig zur Sinnfrage, nicht zu jeder persönlichen Wichtigkeit. |
| mit sich bringen | eine Veränderung bedeutet Aufwand | Betont die Folge oder Anforderung. |
| wichtig sein | eine Freundschaft bedeutet jemandem viel | Erklärt den persönlichen Stellenwert mit verändertem Satzbau. |
| zu verstehen geben | jemandem bedeuten, etwas zu tun | Gehobene Mitteilungslesart; nicht bloß eine Wortdefinition. |
Eigene Beispiele: eine Folge erklären
Ausgangssatz: Die zusätzliche Probe bedeutet für die Gruppe einen weiteren Termin.
Alternative: Die zusätzliche Probe bringt für die Gruppe einen weiteren Termin mit sich.
Die eigenen Sätze erklären eine praktische Folge. „Die Probe heißt Termin“ wäre kein sinnvoller Ersatz: Hier wird kein Wort übersetzt oder definiert.
Eigene Beispiele: eine Geste deuten
Ausgangssatz: Mit einer Handbewegung bedeutete Mara dem Besucher, kurz zu warten.
Alternative: Mit einer Handbewegung gab Mara dem Besucher zu verstehen, kurz zu warten.
Die Alternative löst die gehobene Formulierung auf. Beide Sätze deuten die Geste als Mitteilung. Wenn ihre Bedeutung im Kontext unklar bleibt, wäre „Die Bewegung scheint ihn zum Warten aufzufordern“ vorsichtiger.
Bedeutet, bedeutete, hat bedeutet
Bedeuten ist ein regelmäßiges, nicht trennbares Verb. Das Perfekt verwendet haben; das Partizip lautet bedeutet.
| Person | Präsens | Präteritum |
|---|---|---|
| ich | bedeute | bedeutete |
| du | bedeutest | bedeutetest |
| er / sie / es | bedeutet | bedeutete |
| wir | bedeuten | bedeuteten |
| ihr | bedeutet | bedeutetet |
| sie / Sie | bedeuten | bedeuteten |
Ein Akkusativ kann Inhalt oder Folge nennen: einen Unterschied bedeuten. Der Dativ bezeichnet in jemandem viel bedeuten die betroffene Person. In der gehobenen Mitteilungslesart kann eine Infinitivgruppe folgen: Sie bedeutete ihm, näher zu kommen.
Bedeuten und Bedeutung
Das Verb enthält eu und wird zusammengeschrieben. Mit zu lautet es zu bedeuten. Das zugehörige Nomen Bedeutung beginnt groß und erklärt sowohl den Sinn als auch die Wichtigkeit einer Sache.
Deutungen nicht als Gewissheit ausgeben
„Das Schweigen bedeutet Zustimmung“ ist eine starke Deutung. Ohne passenden Zusammenhang kann Schweigen ebenso Unsicherheit, Ablehnung oder fehlende Gelegenheit zur Antwort anzeigen. Eine Analyse sollte daher die Beobachtung von der Schlussfolgerung unterscheiden.
Ein eigener Formulierungsvorschlag lautet: „Im anschließenden Handeln unterstützt die Figur den Plan; dadurch lässt sich ihr vorheriges Nicken als Zustimmung verstehen.“ Hier trägt der weitere Verlauf die Deutung. Das Verb bedeuten ersetzt diese Begründung nicht. Weitere Ausdrucksmöglichkeiten stehen im Verbenwörterbuch.
