bedrücken
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- bedrücken
- Worttrennung
- be·drü·cken
- Präsens
- bedrückt
- Präteritum
- bedrückte
- Partizip II
- bedrückt
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- jemanden bedrücken (Akkusativ)
Bedrücken ist ein regelmäßiges, nicht trennbares Verb. Es bildet das Perfekt mit haben. Das Partizip lautet bedrückt und erhält kein ge.
Bedrücken bedeutet, innerlich auf jemandem zu lasten und die Person traurig oder niedergeschlagen zu machen. Das Verb beschreibt eine belastende Wirkung. Es sagt für sich genommen weder etwas über eine Absicht noch über eine medizinische Erkrankung aus.
Eine innere Last hervorrufen
Etwas bedrückt einen Menschen, wenn es innerlich auf ihm lastet und ihn traurig oder niedergeschlagen macht. Ein unerledigter Konflikt, eine Nachricht oder eine Sorge kann diese Wirkung haben. Das Verb benennt die Belastung, nicht automatisch ihre genaue Stärke oder Dauer.
Bedrücken beschreibt häufig eine Wirkung ohne bewusste Absicht. Eine Nachricht kann jemanden bedrücken, obwohl die überbringende Person helfen möchte. Wirkung und Absicht dürfen deshalb nicht gleichgesetzt werden.
Mit körperlichem Drücken ist das Verb im üblichen Gefühlszusammenhang nicht austauschbar. „Der Rucksack drückt auf die Schulter“ beschreibt eine körperliche Einwirkung. „Der Gedanke bedrückt sie“ verwendet das Bild einer Last für ein inneres Erleben.
Auch eine Atmosphäre kann als bedrückend beschrieben werden. Damit ist zunächst eine wahrgenommene Wirkung gemeint. Nicht jede Person im Raum muss denselben Zustand erleben, und die Beschreibung ist keine medizinische Diagnose.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| belasten | ein ungelöster Konflikt bedrückt jemanden | Weiter; kann auch praktische oder körperliche Anforderungen meinen. |
| bekümmern | eine Nachricht macht traurig | Betont Kummer und Sorge. |
| niedergeschlagen machen | eine enttäuschende Entwicklung bedrückt | Erklärt die Gefühlswirkung unmittelbar. |
| beklemmen | eine Atmosphäre wirkt drückend | Hebt eher Enge oder Unbehagen hervor; Traurigkeit muss nicht im Zentrum stehen. |
Eigene Beispiele: einen Auslöser nennen
Ausgangssatz: Der ungeklärte Streit bedrückte Alina während der Fahrt.
Alternative: Der ungeklärte Streit belastete Alina während der Fahrt.
Die eigenen Sätze verbinden einen Anlass mit einer inneren Wirkung. Belasten ist etwas weiter. Keiner der Sätze erklärt bereits, wie lange das Gefühl anhält oder ob Alina deshalb handlungsunfähig ist.
Eigene Beispiele: Nachricht und Absicht trennen
Ausgangssatz: Die Nachricht von der abgesagten Aufführung bedrückte die Gruppe.
Alternative: Die Nachricht von der abgesagten Aufführung machte die Gruppe niedergeschlagen.
Die zweite Fassung beschreibt die Wirkung ausführlicher. Sie unterstellt der Person, die die Nachricht überbracht hat, keine böse Absicht. Auch die Gründe für die Absage bleiben offen.
Bedrückt, bedrückte, hat bedrückt
Bedrücken ist ein regelmäßiges, nicht trennbares Verb. Es bildet das Perfekt mit haben. Das Partizip lautet bedrückt und erhält kein ge.
Konjugation von bedrücken
Bedrücken ist ein regelmäßiges, nicht trennbares Verb. Es bildet das Perfekt mit haben. Das Partizip lautet bedrückt und erhält kein ge.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | bedrücke | bedrückte | bedrücke | bedrückte |
| du | bedrückst | bedrücktest | bedrückest | bedrücktest |
| er/sie/es | bedrückt | bedrückte | bedrücke | bedrückte |
| wir | bedrücken | bedrückten | bedrücken | bedrückten |
| ihr | bedrückt | bedrücktet | bedrücket | bedrücktet |
| sie/Sie | bedrücken | bedrückten | bedrücken | bedrückten |
Die betroffene Person steht im Akkusativ: Die Erinnerung bedrückt ihn. Der auslösende Inhalt kann durch einen Satz angegeben werden: Es bedrückt sie, dass das Gespräch abgebrochen wurde. In diesem Fall nimmt es den folgenden Inhalt zunächst vorweg.
Bedrücken ist nicht bedrucken
Der Umlaut ist entscheidend. Bedrücken beschreibt hier eine seelische Belastung. Bedrucken mit u heißt dagegen, eine Oberfläche mit einem Druck zu versehen. Das ck bleibt in beiden Wörtern erhalten, ihre Bedeutung ist aber verschieden.
Bedrückend und bedrückt unterscheiden
Bedrückt beschreibt den Zustand der betroffenen Person oder den Eindruck ihrer Stimmung. Bedrückend bezeichnet die Wirkung: eine bedrückende Nachricht, ein bedrückter Empfänger. Die Endungen markieren hier unterschiedliche Perspektiven.
In einer Charakterisierung ist ein genauer Satz etwa: „Der ungelöste Konflikt bedrückt die Figur; sie antwortet nur knapp und lässt das sonst vertraute Gespräch aus.“ Die erfundene Beobachtung stützt eine situative Deutung. Aus ihr folgt keine dauerhafte Eigenschaft und keine Diagnose. Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.
