begründen

Begründen heißt, Gründe für etwas anzugeben oder eine tragende Grundlage zu schaffen. Eine Entscheidung wird durch Gründe erläutert; eine Leistung kann einen Ruf begründen. Ob eine Begründung überzeugt, muss zusätzlich geprüft werden.

Gründe nennen oder eine Grundlage schaffen

Begründen bedeutet häufig, Gründe für eine Aussage, Entscheidung oder Einschätzung anzugeben. Wer begründet, soll nachvollziehbar machen, weshalb etwas gelten oder getan werden soll. Eine bloße Wiederholung der Behauptung reicht dafür nicht aus.

Eine zweite Lesart lautet eine Grundlage schaffen. Eine Leistung kann einen Ruf begründen, eine neue Untersuchung eine Forschungsrichtung. Gemeint ist dann nicht das mündliche Erklären, sondern ein tragender Anfang oder Zusammenhang.

Reflexiv kann sich begründen heißen, seinen Grund in etwas zu haben. „Die Verzögerung begründet sich durch die zusätzliche Prüfung“ nennt einen erklärenden Zusammenhang. Im Alltag ist „Die Verzögerung entsteht durch …“ oft direkter.

Eine angegebene Begründung ist nicht automatisch überzeugend oder wahr. Gründe müssen zum behaupteten Ergebnis passen und, soweit überprüfbar, sachlich tragfähig sein. Begründen und beweisen sind deshalb nicht in jedem Satz austauschbar.

Synonyme: Welches Wort passt?

AlternativeGeeigneter ZusammenhangUnterschied
Gründe angebeneine Entscheidung begründenErklärende Umschreibung des Vorgangs.
erkläreneine Verzögerung begründenKann allgemeiner sein; nicht jede Erklärung rechtfertigt eine Entscheidung.
rechtfertigeneine Handlung begründenBetont ihre Vertretbarkeit und kann einen Vorwurf voraussetzen.
die Grundlage schaffeneinen Ruf begründenPasst zur zweiten Lesart, nicht zur bloßen Angabe von Gründen.

Eigene Beispiele: mehr als die Behauptung wiederholen

Ausgangssatz: Die Gruppe begründete den Ortswechsel mit dem fehlenden Platz.

Alternative: Die Gruppe nannte den fehlenden Platz als Grund für den Ortswechsel.

Die eigenen Sätze verbinden Entscheidung und Anlass. „Die Gruppe wechselte den Ort, weil sie woanders sein wollte“ würde den Grund kaum erklären, sondern den Wechsel nur anders benennen.

Eigene Beispiele: eine Grundlage entsteht

Ausgangssatz: Die sorgfältige erste Untersuchung begründete ihren Ruf als genaue Beobachterin.

Alternative: Die sorgfältige erste Untersuchung schuf die Grundlage für ihren Ruf als genaue Beobachterin.

Hier wird kein Ruf durch ein Argument verteidigt. Die Untersuchung trägt zur Entstehung der Anerkennung bei. Ob der Ruf dauerhaft bleibt, sagen die Sätze nicht.

Begründet, begründete, hat begründet

Begründen ist ein regelmäßiges, nicht trennbares Verb. Das Perfekt verwendet haben. Das Partizip lautet begründet.

PersonPräsensPräteritum
ichbegründebegründete
dubegründestbegründetest
er / sie / esbegründetbegründete
wirbegründenbegründeten
ihrbegründetbegründetet
sie / Siebegründenbegründeten

Der Gegenstand steht im Akkusativ: den Entschluss begründen. Mit und Dativ nennt den Grund: mit dem Zeitmangel. Möglich ist auch damit begründen, dass …. Der dass-Satz wird durch Komma abgetrennt.

Gründen oder begründen?

Gründen heißt häufig, etwas ins Leben zu rufen, etwa einen Verein. Begründen kann dagegen eine Grundlage für etwas schaffen oder Gründe nennen. Für die Einrichtung eines Vereins ist gründen meist die klarere Wahl. Beide Wörter enthalten ü.

Eine nachvollziehbare Begründung schreiben

Bei einer Argumentation hilft die Verbindung aus Aussage, passendem Grund und gegebenenfalls Beleg oder Beispiel. Die Übersicht der Argumenttypen zeigt verschiedene Arten solcher Stützungen.

Ein eigener Satz lautet: „Der Plan sollte vereinfacht werden, weil zwei notwendige Materialien fehlen und bis zum Termin nicht ersetzt werden können.“ Er nennt einen prüfbaren Zusammenhang. Ein bloßes „Der Plan ist schlecht“ würde dagegen nur bewerten. Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.