beikommen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- beikommen
- Worttrennung
- bei·kom·men
- Präsens
- kommt bei
- Präteritum
- kam bei
- Partizip II
- beigekommen
- Hilfsverb
- sein
Beikommen ist ein unregelmäßiges, trennbares Verb. Das Perfekt wird mit sein gebildet: „Sie ist dem Problem beigekommen.“ Die Formen folgen kommen, jedoch mit dem Bestandteil bei.
beikommen: einer Schwierigkeit wirksam begegnen oder sich gegenüber jemandem durchsetzen; regional auch eine Stelle räumlich erreichen.
Einem Problem wirksam begegnen
Beikommen bedeutet im übertragenen Gebrauch, mit einer Schwierigkeit wirksam fertigzuwerden oder gegenüber einer Person etwas auszurichten. „Wir kommen dem Fehler nicht bei“ heißt: Bisher gelingt es uns nicht, ihn aufzuklären, zu beseitigen oder ausreichend zu kontrollieren. Welches Ergebnis genau gemeint ist, hängt vom Zusammenhang ab.
Das Wort kommt häufig in verneinten Sätzen und Fragen vor: „Wie lässt sich diesem Problem beikommen?“ Im Vordergrund steht dann die Suche nach einem wirksamen Zugang. Das bloße Beschäftigen mit einer Sache reicht für die behauptete Wirkung noch nicht aus.
Auf Menschen bezogen kann „jemandem beikommen“ bedeuten, Einfluss auf jemanden zu gewinnen oder sich gegen ihn durchzusetzen. Es klingt dabei oft nach einem Widerstand, den es zu überwinden gilt. In einem freundlichen Beratungsgespräch ist eine konkrete Beschreibung wie „mit ihr ins Gespräch kommen“ unter Umständen passender. Diese Alternative bedeutet jedoch nicht automatisch, dass man sie überzeugt.
Regional kann beikommen auch räumlich gemeint sein: irgendwo herankommen oder eine Stelle erreichen. Diese Verwendung ist von der überregional verbreiteten Wendung „einer Schwierigkeit beikommen“ zu unterscheiden. Ein Werkzeug erreicht eine Schraube räumlich; eine Maßnahme soll einem Problem wirksam begegnen.
Synonyme: Welche Alternative passt?
| Alternative | Passender Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| in den Griff bekommen | eine Schwierigkeit kontrollierbar machen | Anschaulich und eher alltagssprachlich; sagt nicht zwingend, dass das Problem vollständig verschwunden ist. |
| bewältigen | eine Schwierigkeit erfolgreich bearbeiten | Betont das Gelingen der Aufgabe stärker als die Suche nach einem Zugang. |
| wirksam begegnen | gegen ein Problem etwas ausrichten | Sachlich; besonders geeignet, wenn die Wirkung wichtig ist, aber keine vollständige Beseitigung behauptet wird. |
| sich durchsetzen | gegenüber Widerstand Erfolg haben | Bei Personen passend, wenn die eigene Position tatsächlich zum Tragen kommt. |
| herankommen | eine Stelle räumlich erreichen | Nur für die entsprechende räumliche Lesart, nicht als pauschaler Ersatz. |
Die Wirkung nicht übertreiben
Eigener Beispielsatz: „Mit einem neuen Ablauf kommt das Team den Verzögerungen bei.“
Zum Vergleich: „Mit einem neuen Ablauf beseitigt das Team alle Verzögerungen.“
Der zweite Satz verspricht mehr: Er behauptet die vollständige Beseitigung. Der erste kann schon passen, wenn sich die Verzögerungen deutlich verringern oder kontrollieren lassen. Das Wort „alle“ verstärkt den Unterschied zusätzlich.
Eigener Beispielsatz: „Mit Drohungen ist ihm nicht beizukommen.“
Zum Vergleich: „Drohungen überzeugen ihn nicht.“
Die zweite Aussage beschränkt sich auf Überzeugung. Beikommen ist weiter gefasst und kann auch bedeuten, jemanden zu beeinflussen oder sich gegen ihn durchzusetzen. Ein Mensch kann unter Druck nachgeben, ohne innerlich überzeugt zu sein. Deshalb sind die Sätze nur in einem passenden Zusammenhang gleichwertig.
Problem, Mittel und Ergebnis nennen
Die Wendung ist nützlich, wenn eine Schwierigkeit hartnäckig erscheint. Ein verständlicher Text sollte aber ergänzen, welcher Schwierigkeit mit welchem Mittel begegnet wird. „Wir müssen der Lage beikommen“ bleibt unbestimmt. „Eine gemeinsame Terminliste soll den doppelten Buchungen entgegenwirken“ nennt dagegen den konkreten Ansatz.
Erfundene Beispielsituation: Eine Figur versucht, einen Streit mit immer lauteren Vorwürfen zu gewinnen. Erst als sie nach den Gründen der anderen Person fragt, verändert sich das Gespräch. Eine vorsichtige Deutung lautet: „Mit Vorwürfen kommt sie dem Konflikt nicht bei; das Nachfragen eröffnet dagegen einen neuen Gesprächsweg.“ Dass der Streit damit endgültig gelöst ist, wäre erst durch den weiteren Verlauf zu belegen.
Kommt bei, kam bei, ist beigekommen
Beikommen ist ein unregelmäßiges, trennbares Verb. Das Perfekt wird mit sein gebildet: „Sie ist dem Problem beigekommen.“ Die Formen folgen kommen, jedoch mit dem Bestandteil bei.
Konjugation von beikommen
Beikommen ist ein unregelmäßiges, trennbares Verb. Das Perfekt wird mit sein gebildet: „Sie ist dem Problem beigekommen.“ Die Formen folgen kommen, jedoch mit dem Bestandteil bei.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | komme bei | kam bei | komme bei | käme bei |
| du | kommst bei | kamst bei | kommest bei | kämest bei / kämst bei |
| er/sie/es | kommt bei | kam bei | komme bei | käme bei |
| wir | kommen bei | kamen bei | kommen bei | kämen bei |
| ihr | kommt bei | kamt bei | kommet bei | kämet bei / kämt bei |
| sie/Sie | kommen bei | kamen bei | kommen bei | kämen bei |
Die betroffene Person oder Sache steht im Dativ: „jemandem“, „dem Fehler“ oder „den Schwierigkeiten beikommen“. Der Infinitiv mit zu lautet beizukommen. Im Nebensatz steht das Verb zusammen: „weil sie dem Fehler beikommt“. Im Hauptsatz kann es getrennt stehen: „Sie kommt dem Fehler bei.“ Nicht verwechseln sollte man beikommen mit bekommen: „Sie hat eine Antwort bekommen“ verwendet ein anderes Verb. Weitere Beispiele für Wortformen findest du im Verbenwörterbuch.
