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bewältigen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
bewältigen
Worttrennung
be·wäl·ti·gen
Präsens
bewältigt
Präteritum
bewältigte
Partizip II
bewältigt
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar
Ergänzungen
etwas bewältigen (Akkusativ)

Formen und Verwendung im Detail

Bewältigen bedeutet, den Anforderungen einer Aufgabe oder schwierigen Situation gerecht zu werden. Bei Erlebnissen kann es heißen, einen Umgang mit dem Geschehen zu finden und es zu verarbeiten. Gemeint ist nicht automatisch, dass etwas mühelos gelingt oder spurlos verschwindet.

Eine Anforderung schaffen

Wer eine Aufgabe bewältigt, kommt mit den Anforderungen zurecht. Das kann eine große Arbeitsmenge, eine schwierige Strecke oder eine ungewohnte Situation sein. Das Verb hebt stärker als bloßes tun hervor, dass die Aufgabe etwas abverlangt. Wie groß die Schwierigkeit ist, muss der Zusammenhang zeigen.

„Das Team bewältigt den Andrang“ kann etwa bedeuten, dass es die ankommenden Menschen versorgt oder die Anfragen bearbeitet. Der Andrang selbst wird dabei nicht beseitigt. Gemeint ist, dass die Beteiligten mit ihm umgehen können. „Die Gruppe bewältigt die Strecke“ bezeichnet dagegen, dass sie den Weg zurücklegt.

Bei belastenden Erlebnissen wird bewältigen für das Verarbeiten und den weiteren Umgang mit dem Geschehen verwendet. Das Wort bedeutet nicht einfach vergessen. Auch wenn eine Person wieder Aufgaben übernimmt, kann das Erlebte für sie weiterhin bedeutsam sein. Eine sprachliche Beschreibung ist außerdem keine medizinische Feststellung.

Eine Aufgabe bewältigen heißt nicht, sie allein zu bewältigen. Unterstützung, Arbeitsteilung oder veränderte Bedingungen können dazugehören. Wer Hilfe nutzt, nimmt dem Verb deshalb nicht seine Bedeutung. Der Zusatz allein wäre eine eigene Information und sollte nur verwendet werden, wenn sie tatsächlich zutrifft.

Meistern, schaffen oder überwinden?

Alternativen nach Art der Herausforderung
AlternativePassender ZusammenhangUnterschied
schaffenEine Aufgabe erfolgreich erledigenAlltagssprachlich und oft weniger gewichtig; hat außerdem andere Bedeutungen.
meisternMit einer anspruchsvollen Situation erfolgreich umgehenKann besondere Geschicklichkeit oder Souveränität stärker hervorheben.
mit etwas zurechtkommenDen Anforderungen gewachsen seinKann einen laufenden Umgang beschreiben, ohne ein endgültiges Ende zu behaupten.
überwindenEin Hindernis hinter sich lassenBetont das Darüberhinausgelangen; nicht jede dauerhaft zu bewältigende Anforderung verschwindet.
verarbeitenMit einer Erfahrung innerlich umgehenPasst zur Erlebnisbedeutung, nicht automatisch zur Bearbeitung einer Arbeitsmenge.

Zwei eigene Satzpaare

Ausgangssatz: „Das Team bewältigt die zusätzlichen Anfragen mit einem gemeinsamen Zeitplan.“

Zum Vergleich: „Das Team kommt mit den zusätzlichen Anfragen zurecht, indem es einen gemeinsamen Zeitplan nutzt.“

Die zweite Fassung macht das Vorgehen etwas ausführlicher sichtbar. Beide Sätze können denselben Erfolg beschreiben. „Das Team beseitigt die zusätzlichen Anfragen“ wäre unpassend: Anfragen werden beantwortet oder bearbeitet; sie sind nicht allein deshalb ein zu entfernendes Hindernis.

Ausgangssatz: „Die Figur versucht, die Enttäuschung zu bewältigen.“

Zum Vergleich: „Die Figur versucht, die Enttäuschung zu verarbeiten.“

Die Wörter können sich hier überschneiden. Verarbeiten richtet den Blick besonders auf den inneren Umgang mit der Erfahrung. In beiden Fassungen bleibt versucht wichtig: Es wird ein Bemühen geschildert, kein bereits erreichtes Ergebnis. „Die Figur hat die Enttäuschung überwunden“ würde den Stand des Geschehens verändern.

Den Erfolg und seine Grenzen beschreiben

Erfundene Beispielsituation: Ein Schüler soll erstmals eine Ausstellung organisieren. Er teilt Aufgaben auf, fragt nach Unterstützung und passt den Zeitplan an. Eine begründete Beschreibung lautet: „Er bewältigt die organisatorische Aufgabe, indem er rechtzeitig Hilfe einbezieht und die Arbeit verteilt.“ Die Erklärung nennt die Handlung, die zum Ergebnis beiträgt.

„Er bewältigt jede Herausforderung mühelos“ wäre eine viel weiter gehende Aussage. Sie behauptet unbegrenzte Fähigkeit und fehlende Anstrengung. Dafür reicht die erfolgreiche Ausstellung nicht aus. Die Eigenschaft belastbar sollte ebenfalls auf den beobachteten Bereich bezogen bleiben, statt aus einer einzigen Leistung abgeleitet zu werden.

Für Berichte ist oft nützlich, das abstrakte Verb durch die konkreten Arbeitsschritte zu ergänzen: Was wurde geordnet, bearbeitet, zurückgelegt oder entschieden? „Den Umzug bewältigen“ kann vieles umfassen. „Die Gruppe packt die Bücher, organisiert den Transport und richtet den neuen Raum ein“ zeigt, was hinter der Zusammenfassung steht.

Bei fortdauernden Schwierigkeiten sollte der Zeitbezug erhalten bleiben. „Sie bewältigt den Alltag mit Unterstützung“ beschreibt einen laufenden Umgang. „Sie hat alle Probleme gelöst“ wäre nicht dasselbe. Präzise Wortwahl lässt Raum für Fortschritte, ohne Schwierigkeiten kleinzureden oder einen endgültigen Abschluss zu erfinden.

Bewältigt, bewältigte, hat bewältigt

Bewältigen ist ein regelmäßiges, nicht trennbares Verb. Die Aufgabe oder Situation steht im Akkusativ: „eine Aufgabe“, „den Andrang“ oder „die Strecke bewältigen“. Es wird mit ä geschrieben.

Konjugation von bewältigen
bewältigen: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichbewältigebewältigtebewältigebewältigte
dubewältigstbewältigtestbewältigestbewältigtest
er/sie/esbewältigtbewältigtebewältigebewältigte
wirbewältigenbewältigtenbewältigenbewältigten
ihrbewältigtbewältigtetbewältigetbewältigtet
sie/Siebewältigenbewältigtenbewältigenbewältigten

Das Perfekt lautet hat bewältigt. Das Partizip erhält kein zusätzliches ge-. Der Infinitiv mit zu heißt zu bewältigen. Beim Ersatz durch zurechtkommen ändert sich der Anschluss: Aus „die Aufgabe bewältigen“ wird „mit der Aufgabe zurechtkommen“. Das Nomen Bewältigung wird großgeschrieben.