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belegen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
belegen
Worttrennung
be·le·gen
Präsens
belegt
Präteritum
belegte
Partizip II
belegt
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar
Ergänzungen
etwas belegen (Akkusativ); mit etwas belegen (mit + Dativ)

Das Perfekt lautet hat belegt. Belegen ist nicht trennbar; beilegen ist ein anderes Verb.

Formen und Verwendung im Detail

belegen: Eine Aussage durch Nachweise stützen; außerdem eine Fläche mit etwas versehen, einen Platz nutzen, einen Kurs wählen oder einen Rang erreichen.

Nachweis, Nutzung oder Belag?

Belegen ist ein vielseitiges Verb. In einer Analyse oder einem Sachtext heißt es, eine Aussage durch passende Nachweise zu stützen. Beim Belegen einer Fläche wird dagegen etwas daraufgelegt. Und wer einen Kurs belegt, meldet sich dafür an beziehungsweise nimmt ihn in sein Lernprogramm auf.

Bei Räumen und Sitzplätzen kann belegen heißen, sie in Anspruch zu nehmen oder zu reservieren. Ein belegter Platz ist aus dieser Sicht nicht frei verfügbar. Bei einem Wettbewerb bezeichnet „einen Rang belegen“ die erreichte Position. Die gleiche Form Platz kann daher zu verschiedenen Bedeutungen gehören.

Entscheidend ist die Ergänzung: „einen Platz mit einer Decke belegen“ beschreibt einen Belag, „einen Platz im Seminar belegen“ eine Nutzung und „den ersten Platz belegen“ eine Rangfolge. Eine Wortliste ohne diesen Zusammenhang hilft bei der Auswahl eines Ersatzverbs wenig.

Synonyme: Welche Alternative passt?

Bedeutung und Wortwahl vergleichen
AlternativePassender ZusammenhangUnterschied
nachweiseneine Aussage anhand geeigneter Informationen absichernNahe bei Belegen im Sachtext; die Tragfähigkeit des Nachweises bleibt zu prüfen.
stützenInformationen sprechen für eine AussageKann vorsichtiger sein als beweisen. Ein einzelner Hinweis trägt nicht notwendig jede weitreichende Folgerung.
bedeckenetwas auf eine Fläche legenBeschreibt eine Oberfläche, nicht einen Beweis oder die Teilnahme an einem Kurs.
sich anmelden füreinen Kurs auswählenBenötigt einen anderen Satzbau; belegen kann je nach Zusammenhang auch die laufende Teilnahme ausdrücken.
in Anspruch nehmeneinen Raum oder Platz nutzenErklärt die Nutzung; Reservieren betont dagegen das Freihalten für später.
erreicheneine Position in einer RangfolgePasst zu einem Wettbewerb, aber nicht zu einer belegten Parkbank.

Zwei eigene Satzvergleiche

Eigener Beispielsatz: „Die erhaltenen Probenpläne belegen, dass der Termin mehrfach geändert wurde.“

Zum Vergleich: „Die erhaltenen Probenpläne weisen nach, dass der Termin mehrfach geändert wurde.“

In diesem eigenen Beispiel können beide Fassungen dieselbe dokumentierte Tatsache ausdrücken. Sie belegen aber nicht automatisch, warum der Termin geändert wurde. Für eine Aussage über die Absicht der Verantwortlichen wären andere Informationen nötig.

Eigener Beispielsatz: „Mila belegt im nächsten Halbjahr einen Zeichenkurs.“

Zum Vergleich: „Mila meldet sich für das nächste Halbjahr zu einem Zeichenkurs an.“

Die zweite Formulierung beschreibt ausdrücklich die Anmeldung. Die erste kann allgemein die getroffene Kurswahl benennen. Ob Mila bereits Unterricht hatte, sagt keiner dieser Sätze; das nächste Halbjahr liegt noch in der Zukunft.

In einer Analyse wirklich belegen

Ein Beleg sollte zur Reichweite der Aussage passen. Eine Figur, die in einer Szene geduldig wartet, liefert damit einen Anhaltspunkt für ihr Verhalten in dieser Situation. Die Behauptung, sie sei ausnahmslos geduldig, wäre weitergehend. Gute Textarbeit verbindet deshalb Beobachtung, Schlussfolgerung und deren Grenze.

Erfundene Beispielsituation: In einer Erzählung lässt eine Figur eine andere ausreden und fragt anschließend nach. Eine passende Analyse könnte lauten: „Das Zuhören und die Rückfrage belegen, dass sie sich in dieser Gesprächsszene um Verständnis bemüht.“ Es werden keine erfundenen Zitate oder Zeilennummern benötigt; in einer tatsächlichen Analyse wären die konkreten Textstellen nachzuweisen.

Weitere feste Verbindungen, etwa jemanden mit einer Strafe zu belegen, haben einen eigenen Zusammenhang. Sie sollten nicht aus der hier erläuterten Nachweisbedeutung erklärt werden. Auch das fachsprachliche Adjektiv belegen im Sinn von gelegen ist vom Verb zu unterscheiden.

Regelmäßige Verbformen

Belegen ist nicht trennbar und bildet das Perfekt mit haben. Das Partizip heißt belegt. Ein zusätzliches ge- wird nicht eingefügt.

Konjugation von belegen

Das Perfekt lautet hat belegt. Belegen ist nicht trennbar; beilegen ist ein anderes Verb.

belegen: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichbelegebelegtebelegebelegte
dubelegstbelegtestbelegestbelegtest
er/sie/esbelegtbelegtebelegebelegte
wirbelegenbelegtenbelegenbelegten
ihrbelegtbelegtetbelegetbelegtet
sie/Siebelegenbelegtenbelegenbelegten

Die Sache steht häufig im Akkusativ: „einen Kurs“, „einen Rang“, „eine Aussage belegen“. Ein Nachweis wird mit mit und Dativ ergänzt: „eine Aussage mit einem Dokument belegen“. Der Infinitiv mit zu lautet zu belegen. Das zugehörige Nomen Beleg wird großgeschrieben. Weitere Formen bietet das Verbenwörterbuch.

Eine Aussage als zutreffend darzustellen heißt zunächst behaupten. Ob sie gut belegt ist, hängt von den nachvollziehbaren Nachweisen ab.