berauben

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
berauben
Worttrennung
be·rau·ben
Präsens
beraubt
Präteritum
beraubte
Partizip II
beraubt
Hilfsverb
haben
Reflexiver Gebrauch
auch reflexiv: sich einer Möglichkeit berauben (Akkusativpronomen + Genitiv)
Trennbarkeit
nicht trennbar
Ergänzungen
jemanden einer Sache berauben (Akkusativ + Genitiv)

Formen und Verwendung im Detail

berauben: Jemandem bei einem Raub etwas wegnehmen; weiter und übertragen: einen Menschen oder eine Sache eines Wertes, einer Möglichkeit oder einer Eigenschaft verlustig machen.

Jemandem etwas nehmen

Berauben bedeutet im wörtlichen Gebrauch, jemandem bei einem Raub etwas wegzunehmen. Daneben wird das Verb weiter und übertragen gebraucht: Eine Entscheidung kann jemanden einer Möglichkeit berauben, eine Veränderung einen Ort seines besonderen Charakters.

Der Ausdruck betont dabei den Verlust aus Sicht des Betroffenen. In einer übertragenen Formulierung muss kein Gegenstand gestohlen worden sein. „Die Unterbrechung beraubt die Szene ihrer Wirkung“ beschreibt beispielsweise einen Verlust an Wirkung, keine Straftat.

Die Wortwahl ist deutlich und häufig wertend. Eine neutrale Änderung als Beraubung zu bezeichnen, kann sie als besonders schmerzlich oder unberechtigt darstellen. Ob diese Bewertung begründet ist, zeigt erst der konkrete Zusammenhang.

Synonyme: Welche Alternative passt?

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AlternativePassender ZusammenhangUnterschied
ausraubeneinen Raub an einer Person oder einem Ort bezeichnenPasst zur konkreten Wegnahme; nicht zu jeder übertragenen Einschränkung.
jemandem etwas nehmeneinen Verlust verursachenBreitere und oft weniger gehobene Umschreibung mit anderem Satzbau.
entzieheneine Möglichkeit oder Verfügungsmacht nehmenKann sachlicher wirken; der Verlust steht weiterhin im Mittelpunkt.
vorenthaltenetwas nicht gewährenNicht dasselbe: Etwas kann von Anfang an fehlen, statt jemandem genommen zu werden.

Der Satzbau verändert sich

Eigener Beispielsatz: „Die Absage beraubt das Team seiner letzten Auftrittsmöglichkeit.“

Zum Vergleich: „Die Absage nimmt dem Team seine letzte Auftrittsmöglichkeit.“

Beide eigenen Formulierungen können denselben Verlust beschreiben. Bei berauben steht das Team im Akkusativ und die verlorene Möglichkeit im Genitiv. Bei nehmen wird daraus dem Team im Dativ und seine Möglichkeit im Akkusativ.

Eigener Beispielsatz: „Die neue Wand beraubt den Raum seines Tageslichts.“

Zum Vergleich: „Die neue Wand verändert den Lichteinfall im Raum.“

Der zweite Satz ist schwächer: Er sagt nicht, dass Tageslicht vollständig oder wesentlich entzogen wird. Die erste Formulierung setzt eine entsprechend starke Wirkung voraus und sollte nicht allein zur Dramatisierung verwendet werden.

Die Stärke einer Aussage begründen

Erfundene Beispielsituation: Eine Figur verpasst wegen einer falschen Nachricht eine einmalige Gelegenheit zum Vorsprechen. Der Satz „Die falsche Nachricht beraubt sie ihrer Chance“ hebt den entstandenen Verlust hervor. Ob die andere Figur absichtlich getäuscht hat, ist damit noch nicht geklärt. Ein Bericht sollte die Folge und die vermutete Absicht deshalb getrennt behandeln.

Bei der Beschreibung einer Tat ersetzt eine Worterklärung keine rechtliche Einordnung. Im literarischen oder alltäglichen Gebrauch kann berauben weiter gefasst sein als ein bestimmter juristischer Tatbestand.

Grammatik und Konjugation

Konjugation von berauben
berauben: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichberaubeberaubteberaubeberaubte
duberaubstberaubtestberaubestberaubtest
er/sie/esberaubtberaubteberaubeberaubte
wirberaubenberaubtenberaubenberaubten
ihrberaubtberaubtetberaubetberaubtet
sie/Sieberaubenberaubtenberaubenberaubten

Berauben ist regelmäßig und nicht trennbar: hat beraubt, zu berauben. Das Muster lautet jemanden einer Sache berauben. Möglich ist auch reflexiver Gebrauch: „Mit der vorschnellen Absage beraubt sie sich einer Möglichkeit.“ Der Genitiv benennt das Entzogene, nicht die handelnde Person. Weitere Tätigkeitswörter stehen im Verbenwörterbuch.