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beschämen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
beschämen
Worttrennung
be·schä·men
Präsens
beschämt
Präteritum
beschämte
Partizip II
beschämt
Perfekt
hat beschämt
Hilfsverb
haben
Infinitiv
beschämen; zu beschämen
Trennbarkeit
Nicht trennbar.

Reflexiver Gebrauch: Nicht reflexiv in der erklärten Grundverwendung; sich schämen ist eine andere Konstruktion.

Gebrauch: Bei jemandem Scham auslösen; eine absichtliche öffentliche Herabsetzung ist nicht in jedem Gebrauch gemeint.

Ergänzungen: jemanden beschämen (Akkusativ); jemanden durch etwas beschämen

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Beschämen heißt, bei jemandem ein Gefühl der Scham auszulösen. Das kann durch verletzendes Verhalten geschehen, aber auch durch eine Großzügigkeit, an der jemand das eigene Verhalten misst. Eine demütigende Absicht ist deshalb nicht immer mitgemeint.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Bei jemandem Scham auslösen

Eine Handlung, ein Vergleich oder eine Äußerung kann einen Menschen beschämen. Entscheidend ist das ausgelöste Gefühl. Die Ursache kann eine Herabsetzung sein; sie kann aber auch darin liegen, dass die Hilfsbereitschaft eines anderen die eigenen kleinen Vorbehalte sichtbar macht.

„Die selbstverständliche Hilfe der Nachbarin beschämte die Figur, die zuvor jede Unterstützung abgelehnt hatte.“

Die Figur empfindet Scham im Vergleich mit dem hilfsbereiten Verhalten. Eine verletzende Absicht der Nachbarin wird nicht behauptet.

beschämen: Synonyme und andere Wörter

Bei einer Herabsetzung

bloßstellen · demütigen

Bloßstellen betont, dass jemand vor anderen ungünstig dasteht. Demütigen betrifft eine Verletzung der Würde oder Selbstachtung. Beschämen bezeichnet das Auslösen von Scham und kann auch ohne solche Herabsetzung geschehen.

„Der spöttische Kommentar beschämte die unsichere Sprecherin.“ → „Der spöttische Kommentar demütigte die unsichere Sprecherin.“

Die Alternative betont die persönliche Herabsetzung stärker. Sie passt nur, wenn die Szene diese zusätzliche Einordnung trägt.

Das Gefühl unmittelbar beschreiben

Scham auslösen · Scham empfinden lassen

Diese Umschreibungen erklären den Kern ohne eine besondere Absicht hinzuzufügen. Jemanden ärgern oder enttäuschen wäre nicht gleichbedeutend: Ärger und Enttäuschung sind andere mögliche Reaktionen.

„Seine aufrichtige Entschuldigung beschämte die Figur.“ → „Seine aufrichtige Entschuldigung löste bei der Figur Scham aus.“

Die zweite Fassung benennt das Gefühl ausdrücklich. Warum es entsteht, muss der Zusammenhang erklären.

Beispiele und Verwendung

Wirkung und Absicht trennen

„Die Freundin wollte helfen und merkte nicht, dass ihr Vergleich Nela beschämte.“

Der erste Teil nennt die Absicht, der zweite eine unbeabsichtigte Wirkung. Beide können im Beispiel nebeneinander bestehen.

Ein wertendes Partizip erkennen

„Die Figur nennt die geringe Beteiligung beschämend wenig.“

Beschämend bewertet hier den Umfang als sehr gering und als Anlass für Scham. Es ist keine neutrale Mengenmessung und kein Beweis, dass jede beteiligte Person tatsächlich Scham empfindet.

Grammatik und Beugung

Beschämen wird schwach gebeugt: beschämt – beschämte – hat beschämt. Das Partizip II hat wegen des untrennbaren be- kein ge-. Es heißt zu beschämen.

Die betroffene Person steht im Akkusativ: jemanden beschämen. Eine mit durch angeschlossene Ursache steht ebenfalls im Akkusativ, gehört aber zu einer eigenen Präpositionalgruppe: durch einen Vergleich.

Beschämend ist das Partizip I, beschämt das Partizip II. Beschämend kann die auslösende Wirkung oder eine Bewertung bezeichnen; beschämt kann den entstandenen Zustand beschreiben. Sich schämen benennt das eigene Empfinden und ist kein bloßes Anhängen von sich an beschämen.

Indikativ – Präsens
Person Form
ich beschäme
du beschämst
er/sie/es beschämt
wir beschämen
ihr beschämt
sie beschämen
Indikativ – Präteritum
Person Form
ich beschämte
du beschämtest
er/sie/es beschämte
wir beschämten
ihr beschämtet
sie beschämten
Indikativ – Perfekt
Person Form
ich habe beschämt
du hast beschämt
er/sie/es hat beschämt
wir haben beschämt
ihr habt beschämt
sie haben beschämt
Indikativ – Plusquamperfekt
Person Form
ich hatte beschämt
du hattest beschämt
er/sie/es hatte beschämt
wir hatten beschämt
ihr hattet beschämt
sie hatten beschämt
Indikativ – Futur I
Person Form
ich werde beschämen
du wirst beschämen
er/sie/es wird beschämen
wir werden beschämen
ihr werdet beschämen
sie werden beschämen
Indikativ – Futur II
Person Form
ich werde beschämt haben
du wirst beschämt haben
er/sie/es wird beschämt haben
wir werden beschämt haben
ihr werdet beschämt haben
sie werden beschämt haben
Konjunktiv I – Präsens
Person Form
ich beschäme
du beschämest
er/sie/es beschäme
wir beschämen
ihr beschämet
sie beschämen
Konjunktiv I – Perfekt
Person Form
ich habe beschämt
du habest beschämt
er/sie/es habe beschämt
wir haben beschämt
ihr habet beschämt
sie haben beschämt
Konjunktiv I – Futur I
Person Form
ich werde beschämen
du werdest beschämen
er/sie/es werde beschämen
wir werden beschämen
ihr werdet beschämen
sie werden beschämen
Konjunktiv I – Futur II
Person Form
ich werde beschämt haben
du werdest beschämt haben
er/sie/es werde beschämt haben
wir werden beschämt haben
ihr werdet beschämt haben
sie werden beschämt haben
Konjunktiv II – Präteritum
Person Form
ich beschämte
du beschämtest
er/sie/es beschämte
wir beschämten
ihr beschämtet
sie beschämten
Konjunktiv II – Plusquamperfekt
Person Form
ich hätte beschämt
du hättest beschämt
er/sie/es hätte beschämt
wir hätten beschämt
ihr hättet beschämt
sie hätten beschämt
Konjunktiv II – Futur I
Person Form
ich würde beschämen
du würdest beschämen
er/sie/es würde beschämen
wir würden beschämen
ihr würdet beschämen
sie würden beschämen
Konjunktiv II – Futur II
Person Form
ich würde beschämt haben
du würdest beschämt haben
er/sie/es würde beschämt haben
wir würden beschämt haben
ihr würdet beschämt haben
sie würden beschämt haben
Imperativ
Person Form
2. Person Singular [du] beschäm, beschäme!
2. Person Plural [ihr] beschämt!
Infinite Formen
Form Schreibung
Infinitiv mit zu zu beschämen
Partizip I beschämend
Partizip II beschämt