besprechen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- besprechen
- Worttrennung
- be·spre·chen
- Präsens
- bespricht
- Präteritum
- besprach
- Partizip II
- besprochen
- Hilfsverb
- haben
besprechen: Sich über eine Sache austauschen oder beraten; außerdem ein Werk in einer Besprechung darstellen und bewerten.
Was bedeutet besprechen?
Besprechen heißt häufig, sich über eine Sache auszutauschen. Die Beteiligten stellen Fragen, erläutern Vorschläge oder stimmen das weitere Vorgehen ab. Der Gegenstand kann eine Aufgabe, ein Problem oder eine gemeinsame Entscheidung sein. Dass man etwas besprochen hat, bedeutet jedoch noch nicht, dass man sich geeinigt hat.
Eine zweite wichtige Bedeutung betrifft die Darstellung und Bewertung eines Werks: Wer einen Roman bespricht, kann eine Rezension dazu verfassen. Dafür ist kein Gespräch mit anderen erforderlich. In älteren technischen Zusammenhängen kann auch ein Tonträger besprochen werden, indem Sprache darauf aufgenommen wird.
Sich mit jemandem besprechen betont die Beratung oder Abstimmung. Das Reflexivpronomen verändert den Satzbau: Man bespricht einen Plan, aber man bespricht sich mit einer anderen Person über den Plan.
Synonyme: Welche Alternative passt?
| Alternative | Passender Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| erörtern | Eine Frage aus mehreren Blickwinkeln behandeln. | Betont die gedankliche Auseinandersetzung und kann auch schriftlich geschehen. |
| sich beraten | Gemeinsam über das Vorgehen nachdenken. | Passt zum reflexiven Gebrauch, verlangt aber eine andere Satzkonstruktion. |
| abstimmen | Ein Vorgehen miteinander in Einklang bringen. | Legt einen Einigungszweck näher; besprechen allein garantiert ihn nicht. |
| rezensieren | Ein Werk darstellen und beurteilen. | Passt zur Buch- oder Filmbesprechung, nicht zur alltäglichen Terminabsprache. |
Zwei eigene Satzvergleiche
Eigener Beispielsatz: „Das Team besprach die offenen Fragen zur Ausstellung.“
Zum Vergleich: „Das Team erörterte die offenen Fragen zur Ausstellung.“
Erörterte lässt eine etwas gründlichere oder förmlichere Behandlung erwarten. Beide Sätze sagen noch nichts über ein Ergebnis. „Das Team löste die Fragen“ würde den Abschluss vorwegnehmen.
Eigener Beispielsatz: „Im Kulturheft bespricht sie den neuen Erzählband.“
Zum Vergleich: „Im Kulturheft rezensiert sie den neuen Erzählband.“
Hier ist rezensiert eine genaue Alternative. Gemeint ist eine veröffentlichte Besprechung, kein Gespräch mit dem Buch. Ob das Urteil positiv oder negativ ausfällt, bleibt in beiden Sätzen offen.
Besprechen ist noch nicht beschließen
Für ein Protokoll ist der Unterschied wichtig: besprochen bezeichnet die Behandlung eines Gegenstands, beschlossen eine getroffene Entscheidung. Ein klarer Text trennt daher Gesprächsverlauf und Ergebnis: „Die Gruppe besprach zwei Termine und entschied sich anschließend für den späteren.“
Auch eine Buchbesprechung sollte Darstellung und Urteil nachvollziehbar verbinden. „Der Text ist gut“ nennt lediglich eine Bewertung. Hilfreicher ist, die Gestaltung zu beschreiben und zu erklären, welche Wirkung daraus entsteht.
Starke Verbformen
Die Grundformen lauten besprechen – besprach – hat besprochen. In der zweiten und dritten Person Singular wechselt der Vokal: du besprichst, sie bespricht. Das nicht trennbare Verb bekommt im Partizip kein zusätzliches ge-.
Konjugation von besprechen
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | bespreche | besprach | bespreche | bespräche |
| du | besprichst | besprachst | besprechest | besprächest / besprächst |
| er/sie/es | bespricht | besprach | bespreche | bespräche |
| wir | besprechen | besprachen | besprechen | besprächen |
| ihr | besprecht | bespracht | besprechet | besprächet / besprächt |
| sie/Sie | besprechen | besprachen | besprechen | besprächen |
Richtig sind etwas mit jemandem besprechen und sich mit jemandem über etwas besprechen. Nach mit steht der Dativ, nach über in dieser Konstruktion der Akkusativ. Der Imperativ Singular lautet besprich.
