danebenliegen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- danebenliegen
- Worttrennung
- da·ne·ben·lie·gen
- Präsens
- liegt daneben
- Präteritum
- lag daneben
- Partizip II
- danebengelegen
- Hilfsverb
- haben; süddeutsch, österreichisch und schweizerisch auch sein
danebenliegen: Mit einer Einschätzung, Vermutung oder Bewertung nicht richtigliegen; umgangssprachlich für sich irren.
Mit einem Urteil nicht treffen
Danebenliegen bedeutet umgangssprachlich, mit einer Einschätzung, Vermutung oder Bewertung falschzuliegen. Oft ist ein Vergleich mit einem tatsächlichen Ergebnis oder einem nachvollziehbaren Maßstab gemeint.
„Mit der Schätzung lag ich daneben“ sagt noch nicht, wie groß die Abweichung war. Wer einen Fehler sachlich erläutern möchte, nennt möglichst die erwartete und die beobachtete Größe oder beschreibt das falsch eingeschätzte Merkmal.
Das Wort unterstellt keine absichtliche Täuschung. Eine ehrliche Schätzung kann danebenliegen. Anders als eine bloße Meinungsverschiedenheit behauptet die Formulierung allerdings, dass eine Einschätzung nicht zutrifft.
Synonyme: Welche Alternative passt?
| Alternative | Passender Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| sich irren | eine falsche Annahme vertreten | Neutraler und in vielen Zusammenhängen passend. |
| falschliegen | mit einem Urteil nicht richtigliegen | Sehr nahe, ebenfalls eher alltagssprachlich. |
| falsch einschätzen | einen bestimmten Sachverhalt verkennen | Macht mit einer Ergänzung den Gegenstand deutlich. |
| lügen | bewusst Unwahres äußern | Unterstellt Absicht und ist deshalb kein gleichwertiger Ersatz. |
Zwei Satzvergleiche
Eigener Beispielsatz: „Mit ihrer Schätzung von zwanzig Minuten lag sie daneben; die Arbeit dauerte eine Stunde.“
Zum Vergleich: „Sie schätzte den Zeitbedarf falsch ein: Statt zwanzig Minuten dauerte die Arbeit eine Stunde.“
Die zweite Fassung erklärt den Fehler direkter. Beide nennen einen überprüfbaren Unterschied und vermeiden eine pauschale Bewertung der Person.
Eigener Beispielsatz: „Mit der Vermutung über den Verfasser lag Tom daneben.“
Zum Vergleich: „Tom log über den Verfasser.“
Die zweite Fassung fügt eine nicht belegte Täuschungsabsicht hinzu. Aus einem Irrtum folgt nicht, dass Tom die richtige Antwort kannte und bewusst verschwieg.
Danebenliegen oder daneben liegen?
Konjugation von danebenliegen
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | liege daneben | lag daneben | liege daneben | läge daneben |
| du | liegst daneben | lagst daneben | liegest daneben | lägest daneben / lägst daneben |
| er/sie/es | liegt daneben | lag daneben | liege daneben | läge daneben |
| wir | liegen daneben | lagen daneben | liegen daneben | lägen daneben |
| ihr | liegt daneben | lagt daneben | lieget daneben | läget daneben / lägt daneben |
| sie/Sie | liegen daneben | lagen daneben | liegen daneben | lägen daneben |
In der übertragenen Bedeutung ist danebenliegen ein trennbares Verb: „Sie scheint danebenzuliegen.“ Das Perfekt lautet in dieser übertragenen Bedeutung „Sie hat danebengelegen“. Bei einer freien Ortsangabe ist die Getrenntschreibung möglich: „Das Heft soll direkt daneben liegen.“
Das Adverb daneben kann auch eine Bemerkung als unangebracht bewerten. Unhöflichkeit und ein sachlicher Irrtum sind jedoch unterschiedliche Kritikpunkte.
