dauern
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- dauern
- Worttrennung
- dau·ern
- Präsens
- dauert
- Präteritum
- die Probe dauerte
- Partizip II
- gedauert
- Perfekt
- die Probe hat gedauert
- Hilfsverb
- haben
- Infinitiv
- dauern
Dauern bedeutet, sich über eine bestimmte Zeit zu erstrecken oder weiterzubestehen. Das Verb beantwortet häufig die Frage, wie viel Zeit ein Vorgang beansprucht: wenige Sekunden, mehrere Stunden oder einen noch unbestimmten Zeitraum.
Zeit beanspruchen und fortbestehen
In „Die Reparatur dauert zwei Tage“ wird eine zeitliche Länge genannt. „Die Reparatur dauert noch“ lässt das Ende offen und sagt nur, dass der Vorgang nicht abgeschlossen ist. Das Verb allein bedeutet weder lange noch zu lange. Erst Zusätze oder der Gesprächston können eine entsprechende Bewertung ausdrücken.
Gehoben kann dauern auch das Fortbestehen bezeichnen. Diese Verwendung richtet den Blick darauf, dass eine Verbindung oder ein Zustand erhalten bleibt. Im alltäglichen Sachtext ist weiterbestehen oft leichter verständlich.
Davon zu unterscheiden ist ein anderes, ebenfalls gehobenes dauern im Sinn von leidtun oder Mitleid erregen. „Das Schicksal des alten Mannes dauerte sie“ ist keine Aussage über die Länge eines Zeitraums. Diese Verwendung besitzt außerdem einen anderen Satzbau und darf nicht in eine Liste zeitlicher Synonyme einsortiert werden.
Welche Alternative passt zur Zeitangabe?
| Alternative | Schwerpunkt | Beachte |
|---|---|---|
| Zeit in Anspruch nehmen | Benötigte Zeit eines Vorgangs. | Sachlich, aber länger als dauern. |
| anhalten | Ein Zustand besteht fort. | Passt etwa zu einem Geräusch oder einer Wirkung. |
| währen | Zeitliche Erstreckung. | Klingt gehobener und nicht in jedem Alltagssatz natürlich. |
| sich hinziehen | Ein Vorgang benötigt als lang empfundene Zeit. | Fügt häufig eine Bewertung hinzu. |
Zwei eigene Satzvergleiche
Ausgangssatz: „Die Vorbereitung dauerte eine halbe Stunde.“
Alternative: „Die Vorbereitung nahm eine halbe Stunde in Anspruch.“
Beide Sätze nennen die benötigte Zeit, ohne sie ausdrücklich zu bewerten. Ob eine halbe Stunde schnell oder langsam ist, hängt von der Aufgabe ab. Die zweite Formulierung wirkt förmlicher; die erste ist kürzer.
Ausgangssatz: „Die Besprechung dauerte bis zum Mittag.“
Zum Vergleich: „Die Besprechung zog sich bis zum Mittag hin.“
Der zeitliche Endpunkt bleibt gleich. Sich hinziehen lässt die Besprechung jedoch langwierig erscheinen. Wer lediglich den Ablauf dokumentieren möchte, sollte diese zusätzliche Wertung nicht unbeabsichtigt einführen.
Dauert, dauerte, hat gedauert
| Form | Beispiel |
|---|---|
| Infinitiv | dauern |
| Präsens, Singular | die Probe dauert |
| Präsens, Plural | die Proben dauern |
| Präteritum | die Probe dauerte |
| Perfekt | die Probe hat gedauert |
| Infinitiv mit zu | zu dauern |
Dauern ist regelmäßig und nicht trennbar. In der zeitlichen Verwendung steht kein Akkusativobjekt. Die Verbindung „einen ganzen Tag“ in „Die Arbeit dauert einen ganzen Tag“ ist eine Zeitangabe. Die Frage dazu lautet wie lange, nicht wen oder was.
Konjugation von dauernPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | dauere | dauerte | dauere | dauerte |
| du | dauerst | dauertest | dauerst | dauertest |
| er/sie/es | dauert | dauerte | dauere | dauerte |
| wir | dauern | dauerten | dauern | dauerten |
| ihr | dauert | dauertet | dauert | dauertet |
| sie/Sie | dauern | dauerten | dauern | dauerten |
Einen Zeitbedarf verständlich ausdrücken
Unterscheide eine Schätzung von einem feststehenden Verlauf: „Die Prüfung dauert ungefähr zwanzig Minuten“ ist weniger verbindlich als eine exakte Angabe. Bei mehreren Arbeitsschritten sollte außerdem klar sein, ob Pausen und Wartezeiten mitgerechnet werden. Das zugehörige Substantiv Dauer bezeichnet die zeitliche Länge; dauerhaft betont dagegen das längerfristige Bestehen oder Wirken.
