deklassieren
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- deklassieren
- Worttrennung
- de·klas·sie·ren
- Präsens
- deklassiert
- Präteritum
- deklassierte
- Partizip II
- deklassiert
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- jemanden deklassieren (Akkusativ)
Deklassieren bedeutet im Wettbewerb, einen Gegner mit besonders deutlicher Überlegenheit zu schlagen. In einer anderen Verwendung heißt es, jemanden gesellschaftlich herabzusetzen oder aus einer bisherigen Stellung zu verdrängen.
Mehr als nur gewinnen
In Sportberichten drückt deklassieren aus, dass ein Ergebnis oder ein Spielverlauf einen großen Leistungsunterschied erkennen ließ. Ein knapper Sieg ist deshalb normalerweise keine Deklassierung. Das Verb enthält eine Bewertung, nicht bloß die Information über den Sieger.
Welche Überlegenheit für diese Bezeichnung ausreicht, ist nicht durch eine allgemeine Zahl festgelegt. Ein hoher Abstand kann dafür sprechen; auch der Verlauf des Wettbewerbs kann wichtig sein. In einem sachlichen Bericht sollte die Formulierung durch konkrete Angaben nachvollziehbar werden.
Die gesellschaftliche Bedeutung betrifft Stellung oder Ansehen. Sie ist vom sportlichen Gebrauch zu unterscheiden. Ein Team sportlich zu deklassieren heißt nicht, dass die Gegner persönlich herabgewürdigt oder aus einer sozialen Gruppe ausgeschlossen wurden.
Passende Alternativen
| Ausdruck | Unterschied |
|---|---|
| deutlich besiegen | Sachlichere Umschreibung der sportlichen Bedeutung |
| überlegen schlagen | Betont den Leistungsunterschied |
| herabsetzen | Passt zur sozialen Bedeutung, nicht automatisch zum Sportergebnis |
| entwerten | Kann Ansehen oder Bedeutung betreffen, bleibt aber weiter gefasst |
Eigener Satzvergleich 1: „Die Gastmannschaft deklassiert den Favoriten.“ – „Die Gastmannschaft besiegt den Favoriten.“ Der erste Satz behauptet eine ausgeprägte Überlegenheit. Der zweite sagt zunächst nur, wer gewonnen hat. Ohne weitere Angaben darf aus einem Sieg keine Deklassierung werden.
Eigener Satzvergleich 2: „Die Läuferin deklassiert ihre Konkurrentinnen.“ – „Die Läuferin disqualifiziert ihre Konkurrentinnen.“ Im ersten Satz ist sie sportlich deutlich besser. Disqualifizieren bezeichnet den Ausschluss nach bestimmten Regeln und wäre hier zudem normalerweise nicht die Handlung einer Konkurrentin. Die ähnlich klingenden Wörter sind keine Synonyme.
Grammatik und Schreibweise
Wortart: Verb. Formen: ich deklassiere, du deklassierst, er deklassiert; deklassierte; hat deklassiert. Das Wort enthält ein doppeltes s. Das Partizip wird ohne ge- gebildet.
Konjugation von deklassierenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | deklassiere | deklassierte | deklassiere | deklassierte |
| du | deklassierst | deklassiertest | deklassierest | deklassiertest |
| er/sie/es | deklassiert | deklassierte | deklassiere | deklassierte |
| wir | deklassieren | deklassierten | deklassieren | deklassierten |
| ihr | deklassiert | deklassiertet | deklassieret | deklassiertet |
| sie/Sie | deklassieren | deklassierten | deklassieren | deklassierten |
Ein Akkusativobjekt nennt den Betroffenen: den Gegner deklassieren. Im Passiv heißt es Das Team wurde deklassiert.
Wertung erkennbar machen
Ein eindeutiges Ergebnis und eine persönliche Demütigung sind verschiedene Dinge. Nenne bei einem Wettbewerb den Abstand oder den Verlauf. Persönliche Gefühle sollten nur dann ergänzt werden, wenn der Text dafür einen Anhaltspunkt bietet.
