denken
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- denken
- Worttrennung
- den·ken
- Präsens
- denkt
- Präteritum
- dachte
- Partizip II
- gedacht
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- an jemanden oder etwas denken (an + Akkusativ); sich etwas denken (Dativpronomen + Akkusativobjekt)
Präteritum dachte, Konjunktiv II dächte; Perfekt hat gedacht. Die Stammwechsel sind von den Endungen zu unterscheiden.
Denken bedeutet, sich gedanklich mit etwas zu beschäftigen, Zusammenhänge zu prüfen oder eine Vorstellung zu bilden. Je nach Satz kann das Verb außerdem eine Vermutung, Erinnerung, Meinung oder Absicht ausdrücken.
Ein Verb für verschiedene gedankliche Vorgänge
Wer denkt, kann eine Aufgabe lösen, mögliche Folgen vergleichen oder sich ein Geschehen vorstellen. Das Wort allein verrät noch nicht, wie sorgfältig die Überlegung ist oder ob ihr Ergebnis stimmt. Zusätze wie gründlich, sprunghaft oder in Zusammenhängen beschreiben das Vorgehen genauer.
In Ich denke, der Saal ist schon geöffnet steht dagegen eine Einschätzung im Vordergrund. Der Satz beschreibt nicht ausführlich einen Denkprozess, sondern gibt eine Annahme wieder. Mit ich weiß würde die sprechende Person einen stärkeren Anspruch auf Gewissheit erheben.
Auch die Ergänzung verändert die Bedeutung. An einen früheren Ausflug denken kann Erinnern heißen. An die Ersatzbatterien denken fordert dazu auf, sie nicht zu vergessen. Wer über einen Vorschlag anders denkt, hat eine andere Meinung dazu. Sich einen stillen Garten denken meint hingegen, ihn in der Vorstellung entstehen zu lassen.
In Wir denken daran, die Öffnungszeiten zu ändern geht es um eine erwogene Absicht. Daraus folgt noch kein endgültiger Beschluss. Eine bestimmte Haltung kann ebenfalls gemeint sein, etwa wenn jemand in festen Rangordnungen denkt.
Die Bedeutung bestimmt den passenden Ersatz
| Alternative | Passender Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| überlegen | eine Lösung suchen | Betont die prüfende gedankliche Tätigkeit. |
| vermuten | eine noch unsichere Annahme äußern | Macht die Unsicherheit deutlicher als das vielseitige denken. |
| sich erinnern | Vergangenes ins Bewusstsein rufen | Passt zum Rückblick, nicht automatisch zu einer Zukunftsplanung. |
| sich vorstellen | ein Bild oder eine Möglichkeit entwerfen | Bezeichnet die Vorstellung, ohne deren Wirklichkeit zu behaupten. |
Eine Einschätzung genauer kennzeichnen
Ausgangssatz: Ich denke, dass im Nebenraum noch Stühle stehen.
Alternative: Ich vermute, dass im Nebenraum noch Stühle stehen.
Die eigenen Sätze betreffen dieselbe mögliche Tatsache. Vermute stellt ausdrücklich heraus, dass die Aussage noch überprüft werden muss. Denke kann im Gespräch ähnlich vorsichtig sein, ist aber weniger eindeutig auf eine unsichere Annahme festgelegt.
Von einem gedanklichen Bezug zur Erinnerung
Ausgangssatz: Beim Anblick des Koffers denkt Mira an ihre erste Zugreise.
Alternative: Beim Anblick des Koffers erinnert sich Mira an ihre erste Zugreise.
Die Alternative legt fest, dass eine vergangene Erfahrung wieder gegenwärtig wird. Der Ausgangssatz lässt offener, ob Mira eine Szene erinnert, über die damalige Entscheidung nachdenkt oder die Reise mit einer bevorstehenden vergleicht. Erinnern verengt den möglichen Sinn.
Denkt, dachte, hat gedacht
Denken ist ein unregelmäßiges beziehungsweise gemischtes Verb: Im Präteritum verändert sich der Stamm, zugleich steht die Endung -te. Das Perfekt wird mit haben gebildet.
Konjugation von denken
Präteritum dachte, Konjunktiv II dächte; Perfekt hat gedacht. Die Stammwechsel sind von den Endungen zu unterscheiden.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | denke | dachte | denke | dächte |
| du | denkst | dachtest | denkest | dächtest |
| er/sie/es | denkt | dachte | denke | dächte |
| wir | denken | dachten | denken | dächten |
| ihr | denkt | dachtet | denket | dächtet |
| sie/Sie | denken | dachten | denken | dächten |
Das Partizip II lautet gedacht, der Konjunktiv II dächte; möglich ist auch würde denken. Der Imperativ lautet denk! oder denke!, im Plural denkt!. Als Nomen wird der Infinitiv großgeschrieben: beim Denken.
Es heißt an jemanden oder etwas denken und über jemanden oder etwas denken, jeweils mit Akkusativ. In Ich denke mir eine Lösung steht mir im Dativ und eine Lösung im Akkusativ. Auch ein ganzer Satz kann den Gedanken ausdrücken: Sie denkt, dass der Versuch gelingt.
Die konkrete Denkhandlung benennen
In einem Bericht hilft ein genaueres Verb: Prüft jemand Voraussetzungen, vergleicht er Möglichkeiten oder vermutet er eine Ursache? Bedenken passt besonders, wenn ein Gesichtspunkt einbezogen wird. Geistig bezeichnet den Bereich der Tätigkeit und ist für sich genommen kein Lob ihrer Qualität.
