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bedenken

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
bedenken
Worttrennung
be·den·ken
Präsens
bedenkt
Präteritum
bedachte
Partizip II
bedacht
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar
Ergänzungen
etwas bedenken (Akkusativ); jemanden mit etwas bedenken (Akkusativ; mit + Dativ)

Das Perfekt lautet hat bedacht. Im Präteritum heißt es bedachte, im Konjunktiv II bedächte; die Stämme bedenk-, bedach- und bedäch- wechseln.

Formen und Verwendung im Detail

Bedenken bedeutet, über etwas nachzudenken oder einen Gesichtspunkt zu berücksichtigen. In der Verbindung jemanden mit etwas bedenken heißt es außerdem, jemandem etwas zukommen zu lassen. Die Formen lauten bedenkt, bedachte und hat bedacht.

Überlegen, berücksichtigen oder jemandem etwas geben

Etwas zu bedenken bedeutet häufig, darüber nachzudenken oder einen Gesichtspunkt in die Überlegung einzubeziehen. Wer die Folgen bedenkt, berücksichtigt, was aus einer Handlung entstehen könnte. Das Verb behauptet noch nicht, dass die Einschätzung richtig oder vollständig ist.

In jemanden mit etwas bedenken hat das Wort eine andere Bedeutung: Eine Person erhält etwas oder wird mit etwas bedacht. Das kann eine Gabe, Aufmerksamkeit oder eine Reaktion sein. Auch unangenehme Reaktionen sind möglich; der Zusammenhang entscheidet über die Bewertung.

Die reflexive Form sich bedenken beschreibt ein Überlegen vor einer Entscheidung. Sie wirkt häufig gehobener als noch überlegen. In einer klaren Alltagsnachricht ist meist die einfachere Formulierung hilfreich.

Das Nomen Bedenken bezeichnet dagegen häufig Zweifel oder Vorbehalte. Wer etwas bedenkt, muss nicht notwendigerweise Bedenken dagegen haben. Sorgfältiges Überlegen kann auch zu einer Zustimmung führen.

Synonyme: Welches Wort passt?

AlternativeGeeigneter ZusammenhangUnterschied
berücksichtigeneinen Umstand bedenkenBetont dessen Einbeziehung in die Entscheidung.
überlegeneine Möglichkeit bedenkenRückt den Denkprozess in den Vordergrund.
abwägenmehrere Folgen bedenkenBetont den Vergleich von Gesichtspunkten.
zukommen lassenjemanden mit einer Gabe bedenkenAndere Lesart; beim Ersatz muss der Satzbau geändert werden.

Eigene Beispiele: einen Gesichtspunkt einbeziehen

Ausgangssatz: Bei der Planung bedachte Luis auch den langen Rückweg.

Alternative: Bei der Planung berücksichtigte Luis auch den langen Rückweg.

Die eigenen Sätze nennen denselben berücksichtigten Umstand. Sie sagen nicht, ob Luis deshalb früher aufbricht oder eine andere Strecke wählt. Die konkrete Folge müsste ergänzt werden.

Eigene Beispiele: eine Gabe zuordnen

Ausgangssatz: Die Gruppe bedachte die Helferin mit einem selbst gestalteten Heft.

Alternative: Die Gruppe ließ der Helferin ein selbst gestaltetes Heft zukommen.

Die Alternative bewahrt die Gabe, verändert aber die Konstruktion: die Helferin steht zuerst im Akkusativ, der Helferin danach im Dativ. Mit einem Heft wird zu ein Heft als Akkusativobjekt.

Bedenkt, bedachte, hat bedacht

Bedenken ist ein gemischtes, nicht trennbares Verb: Im Präteritum wechselt der Stammvokal, gleichzeitig steht die Endung -te. Das Perfekt verwendet haben.

Konjugation von bedenken

Das Perfekt lautet hat bedacht. Im Präteritum heißt es bedachte, im Konjunktiv II bedächte; die Stämme bedenk-, bedach- und bedäch- wechseln.

bedenken: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichbedenkebedachtebedenkebedächte
dubedenkstbedachtestbedenkestbedächtest
er/sie/esbedenktbedachtebedenkebedächte
wirbedenkenbedachtenbedenkenbedächten
ihrbedenktbedachtetbedenketbedächtet
sie/Siebedenkenbedachtenbedenkenbedächten

Ein Gegenstand steht im Akkusativ: den Rückweg bedenken. Auch ein dass-Satz ist möglich: Bedenke, dass die Strecke länger ist. In der Gabelesart lautet das Muster jemanden mit etwas bedenken: Person im Akkusativ, mit mit Dativ.

Bedacht ohne ge-

Das Partizip lautet bedacht, nicht gebedenkt. Mit zu heißt es zu bedenken. Großgeschrieben wird das substantivierte das Bedenken der Folgen sowie das Nomen in ernste Bedenken haben.

Überlegung und Absicht trennen

Wer eine Handlung beabsichtigt, will sie ausführen. Wer sie bedenkt, beschäftigt sich zunächst gedanklich mit ihr. Diese Unterschiede sind wichtig, wenn einer Figur ein Plan zugeschrieben werden soll.

Ein eigener Berichtssatz lautet: „Sie bedenkt den Vorschlag, äußert aber noch keine Entscheidung.“ Er beschreibt den Stand der Überlegung. „Sie will den Vorschlag umsetzen“ wäre weitergehend und bräuchte zusätzliche Anhaltspunkte. Weitere Verben findest du im Verbenwörterbuch.