durchbringen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- durchbringen
- Worttrennung
- durch·brin·gen
- Präsens
- bringt durch
- Präteritum
- brachte durch
- Partizip II
- durchgebracht
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- auch reflexiv: sich durchbringen
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- jemanden oder etwas durchbringen (Akkusativ)
Durchbringen kann heißen, jemanden erfolgreich durch eine schwierige Lage zu begleiten, ein Vorhaben zur Annahme zu führen oder etwas durch eine Engstelle zu bewegen. Bei Geld bedeutet es umgangssprachlich auch, es leichtfertig aufzubrauchen.
Das Objekt verändert den Sinn
Wer eine Familie durchbringt, sorgt unter oft schwierigen Bedingungen für ihren Lebensunterhalt. Wer einen Antrag durchbringt, erreicht dagegen dessen Genehmigung. In beiden Fällen wird eine Schwierigkeit überwunden, doch die erforderlichen Handlungen sind verschieden. Der Ausdruck benennt vor allem das erreichte Ergebnis.
Eine Erbschaft durchzubringen bedeutet gerade nicht, sie erfolgreich zu bewahren. Hier wird Geld verbraucht, oft mit einem vorwurfsvollen Unterton. Das Verb kann deshalb je nach Objekt Fürsorge, erfolgreichen Einsatz oder Verschwendung ausdrücken. Eine automatische positive Bewertung wäre unpassend.
Ersetzen erst nach der Bedeutung
| Alternative | Passt bei | Unterschied |
|---|---|---|
| ernähren | Versorgung einer Familie | Betont den Lebensunterhalt, nicht jede Schwierigkeit. |
| durchsetzen | Antrag oder Vorschlag | Hebt Widerstand deutlicher hervor. |
| durchschaffen | Engstelle oder Kontrolle | Kann stärker auf den konkreten Weg zielen. |
| verprassen | Geld leichtfertig ausgeben | Enthält ebenfalls eine deutliche Wertung. |
Zwei Satzpaare mit Erklärung
„Mit ihrem Lohn bringt sie die Familie durch.“ – „Mit ihrem Lohn sichert sie den Lebensunterhalt der Familie.“ Die Alternative erklärt den Versorgungsaspekt ausdrücklich. Durchbringen lässt die Mühe oder knappen Mittel stärker anklingen; die sachlichere Umschreibung legt diesen Unterton nicht ebenso deutlich fest.
„Er bringt das Ersparte durch.“ – „Er verprasst das Ersparte.“ Beide Formulierungen bewerten den Verbrauch des Geldes kritisch. Verprassen betont die verschwenderische Art noch deutlicher. Bei einem Sparplan, den jemand durchbringt, wäre dieses Ersatzwort völlig unpassend: Dort geht es um erfolgreiche Durchsetzung.
Unregelmäßige, trennbare Formen
Die Formen lauten bringt durch – brachte durch – hat durchgebracht. Der Infinitiv mit zu lautet durchzubringen. Das Objekt steht im Akkusativ: den Vorschlag, die Familie, das Geld durchbringen. Reflexiv ist auch sich durchbringen möglich, wenn jemand für das eigene Auskommen sorgt.
Konjugation von durchbringenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | bringe durch | brachte durch | bringe durch | brächte durch |
| du | bringst durch | brachtest durch | bringest durch | brächtest durch |
| er/sie/es | bringt durch | brachte durch | bringe durch | brächte durch |
| wir | bringen durch | brachten durch | bringen durch | brächten durch |
| ihr | bringt durch | brachtet durch | bringet durch | brächtet durch |
| sie/Sie | bringen durch | brachten durch | bringen durch | brächten durch |
Die konkrete Leistung erklären
In einer Figurenanalyse kann eine Formulierung wie „Sie bringt die Kinder durch“ knappe Mittel und Verantwortung andeuten. Nenne ergänzend, welche Handlungen der Text zeigt. Beim politischen oder organisatorischen Gebrauch sollte klar sein, ob ein Vorschlag nur besprochen, tatsächlich angenommen oder bereits umgesetzt wurde. Das Verb sollte diese verschiedenen Stufen nicht verdecken.
