durchkriegen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- durchkriegen
- Worttrennung
- durch·krie·gen
- Präsens
- kriegt durch
- Präteritum
- kriegte durch
- Partizip II
- durchgekriegt
- Perfekt
- hat durchgekriegt
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- etwas durchkriegen (Akkusativ)
Durchkriegen ist umgangssprachlich und bedeutet, etwas trotz einer Schwierigkeit zustande zu bringen, hindurchzubekommen oder gegen Widerstand akzeptieren zu lassen.
Bedeutung und wichtige Unterschiede
Das Verb richtet den Blick auf ein erfolgreiches Ergebnis. Wer eine Änderung durchkriegt, erreicht ihre Annahme. Wer ein Möbelstück durch eine Tür durchkriegt, bewältigt ein räumliches Problem. Das Wort selbst erklärt noch nicht, welche Anstrengung oder welches Verfahren dafür nötig war.
Auch das Durchtrennen eines widerstandsfähigen Gegenstandes kann so bezeichnet werden. In Gesprächen über ein gefährdetes Tier kann durchkriegen heißen, sein Überleben zu sichern. Für eine sachliche Darstellung sind meistens genauere Verben hilfreicher.
Synonyme im Gebrauch
| Alternative | Wann sie passt | Was sich verändert |
|---|---|---|
| durchbekommen | allgemeines Gelingen trotz Hindernis | Ähnlich anschaulich, etwas weniger salopp. |
| durchsetzen | eine Forderung oder Änderung verwirklichen | Betont Widerstand und eigenes Handeln. |
| hindurchbekommen | ein räumliches Hindernis überwinden | Macht die Bewegungsrichtung eindeutig. |
| bewilligen lassen | eine Zustimmung erlangen | Benennt die Entscheidung einer zuständigen Stelle. |
Zwei eigene Beispiele im Vergleich
Das erreichte Ergebnis benennen
Ausgangssatz: Wir haben die längere Öffnungszeit durchgekriegt.
Alternative: Wir haben die längere Öffnungszeit bewilligen lassen.
Der zweite Satz präzisiert, dass eine zuständige Stelle zugestimmt hat. Durchkriegen wäre auch möglich, wenn sich eine Gruppe intern geeinigt hätte. Es ist also lebendiger, aber weniger genau.
Kein politischer Widerstand
Ausgangssatz: Den Sessel kriegen wir durch die schmale Tür durch.
Alternative: Den Sessel bekommen wir durch die schmale Tür hindurch.
Beide eigenen Sätze beschreiben ein Platzproblem. Die zweite Fassung ist neutraler und deutlicher räumlich. Durchsetzen wäre hier ohne weitere Erklärung missverständlich, denn es bezeichnet gewöhnlich das Verwirklichen eines Anspruchs.
Schreibweise und Grammatik
| Form | Wortform |
|---|---|
| Wortart | schwaches, trennbares Verb |
| Präsens | er kriegt durch |
| Präteritum | er kriegte durch |
| Perfekt | er hat durchgekriegt |
| Infinitiv mit zu | durchzukriegen |
Das Verb verlangt häufig ein Akkusativobjekt: einen Vorschlag durchkriegen. Im Nebensatz steht es zusammen: ob wir den Vorschlag durchkriegen. Die Form ist grammatisch regulär; umgangssprachlich bezeichnet ihre Stilebene, nicht einen Grammatikfehler.
Konjugation von durchkriegenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | kriege durch | kriegte durch | kriege durch | kriegte durch |
| du | kriegst durch | kriegtest durch | kriegest durch | kriegtest durch |
| er/sie/es | kriegt durch | kriegte durch | kriege durch | kriegte durch |
| wir | kriegen durch | kriegten durch | kriegen durch | kriegten durch |
| ihr | kriegt durch | kriegtet durch | krieget durch | kriegtet durch |
| sie/Sie | kriegen durch | kriegten durch | kriegen durch | kriegten durch |
Das Wort treffend verwenden
In einer Figurenrede kann die saloppe Form gut passen. In einem Antrag, Protokoll oder Arbeitsbericht sollte eher das konkrete Ergebnis stehen: eine Zustimmung erhalten, eine Passage freimachen oder einen Gegenstand durchtrennen. So wird aus einer vagen Erfolgsmeldung eine überprüfbare Aussage.
