entfallen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- entfallen
- Worttrennung
- ent·fal·len
- Präsens
- entfällt
- Präteritum
- entfiel
- Partizip II
- entfallen
- Hilfsverb
- sein
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- jemandem entfällt etwas (Dativ); auf jemanden entfällt etwas (auf + Akkusativ)
Bei Gedanken und Terminen steht gewöhnlich die dritte Person: Mir entfällt der Name; der Termin entfällt. Die Person im Dativ ist nicht das Subjekt. Die übrigen Personenformen sind dadurch nicht allgemein ausgeschlossen.
Entfallen hat mehrere deutlich verschiedene Bedeutungen. Ein Termin kann nicht stattfinden, eine Information kann aus dem Gedächtnis verschwinden und ein Anteil kann auf eine Person entfallen. Welcher Sinn gemeint ist, ergibt sich aus den Ergänzungen des Verbs.
Drei häufige Lesarten
„Die Besprechung entfällt“ bedeutet, dass sie nicht stattfindet. „Der Name ist mir entfallen“ beschreibt dagegen eine Erinnerungslücke. In „Auf die Gruppe entfallen zwölf Plätze“ wird ein Anteil zugeordnet. Keine dieser Aussagen lässt sich mit demselben Ersatzwort für alle drei Fälle umformulieren.
Daneben kann entfallen in gehobener Sprache das Fallen aus einer Hand oder einem Behältnis beschreiben. Diese anschauliche Verwendung hilft beim Verständnis älterer Texte, ist im heutigen Alltag aber weniger naheliegend als etwa „aus der Hand fallen“.
Passende Alternativen nach Bedeutung
- Ausfallen
- Passt bei einer geplanten Veranstaltung, die nicht stattfindet. Es kann auch eine Funktionsstörung bezeichnen; diese Bedeutung lässt sich nicht beliebig auf entfallen übertragen.
- Vergessen
- Passt bei einer Erinnerungslücke, verlangt aber meist einen anderen Satzbau: Die Person wird zum Subjekt.
- Als Anteil zukommen
- Erklärt die Verteilungsbedeutung. Gemeint ist gerade kein Wegfall, sondern eine Zuordnung.
Zwei eigene Satzpaare
Ausgangssatz: In der erfundenen Ankündigung entfällt die Probe am Donnerstag.
Alternative: Die Probe am Donnerstag fällt aus.
Beide Sätze besagen, dass die Probe nicht stattfindet. Ein Grund wird nicht genannt. „Die Probe wird verschoben“ würde zusätzlich behaupten, dass ein anderer Zeitpunkt vorgesehen ist.
Ausgangssatz: Der Name der erfundenen Nebenfigur ist mir entfallen.
Alternative: Ich habe den Namen der Nebenfigur vergessen.
Der Inhalt ist ähnlich, die grammatische Perspektive ändert sich. Im ersten Satz steht der Name als Subjekt, die Person im Dativ. Im zweiten Satz handelt die Person grammatisch als Subjekt und der Name wird zum Akkusativobjekt.
Grammatik und Formen
Das starke Verb bildet entfällt – entfiel – ist entfallen. Im Präsens heißt es ich entfalle, du entfällst, er entfällt, wir entfallen. Der Infinitiv mit zu lautet zu entfallen.
Bei Gedanken und Terminen steht gewöhnlich die dritte Person: Mir entfällt der Name; der Termin entfällt. Die Person im Dativ ist nicht das Subjekt. Die übrigen Personenformen sind dadurch nicht allgemein ausgeschlossen.
Konjugation von entfallenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | entfalle | entfiel | entfalle | entfiele |
| du | entfällst | entfielst | entfallest | entfielest |
| er/sie/es | entfällt | entfiel | entfalle | entfiele |
| wir | entfallen | entfielen | entfallen | entfielen |
| ihr | entfallt | entfielt | entfallet | entfielet |
| sie/Sie | entfallen | entfielen | entfallen | entfielen |
Bei der Erinnerung steht die betroffene Person im Dativ: mir, dir, ihr entfallen. Die Verteilungsbedeutung wird häufig mit auf und Akkusativ gebaut. In „Auf jede Gruppe entfallen drei Plätze“ ist drei Plätze das Subjekt; deshalb steht das Verb im Plural.
