entführen
Form & Grammatik
- Stichwort
- entführen
- Worttrennung
- ent·füh·ren
- Präsens
- entführt
- Präteritum
- entführte
- Partizip II
- entführt
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- jemanden oder etwas entführen (Akkusativ)
Das Verb ist nicht trennbar. Es heißt „um ihn zu entführen“, nicht „um ihn entzuführen“. Bei einer Inhaltsangabe sollte die wörtliche Handlung erkennbar bleiben; bei einer Buchbeschreibung ist die bildliche Verwendung oft werbend und sollte durch konkrete Angaben zum Schauplatz ergänzt werden.
Entführen heißt, jemanden gegen seinen Willen oder heimlich an einen anderen Ort zu bringen. Auch Fahrzeuge können entführt werden, wenn ihre vorgesehene Fahrt gewaltsam umgelenkt wird. Daneben steht das Wort scherzhaft oder bildlich für ein Mitnehmen.
Ernst gemeint oder als Bild?
In einem Kriminalroman bezeichnet das Verb eine Handlung gegen die Selbstbestimmung der betroffenen Person. Bei der Formulierung „Der Roman entführt uns in eine versunkene Stadt“ liegt dagegen ein sprachliches Bild vor. Die Lesenden reisen in ihrer Vorstellung, ohne ihren tatsächlichen Aufenthaltsort zu wechseln.
Der Kontext entscheidet somit erheblich über die Wirkung. Eine Einladung, jemanden für einen Nachmittag an den See zu entführen, kann spielerisch gemeint sein. In einer sachlichen Nachricht über eine verschwundene Person wäre diese Leichtigkeit unangebracht. Dort sollte genau unterschieden werden, was bekannt ist und was nur vermutet wird.
Entführen und mögliche Ersatzwörter
- Verschleppen
- Betont das gewaltsame Wegbringen und kann zusätzlich eine belastende oder längere Gefangenschaft nahelegen. Für eine freundliche Einladung passt es kaum.
- Mitnehmen
- Ist allgemein und lässt offen, ob die betreffende Person einverstanden ist. Es gibt die Bedrohlichkeit des wörtlichen Entführens nicht von selbst wieder.
- Versetzen
- Passt zum bildlichen Transport durch eine Geschichte: Sie versetzt ihr Publikum in eine andere Welt. Das Verb wirkt dabei weniger abenteuerlich.
Zwei eigene Satzpaare
Ausgangssatz: Im erfundenen Krimi entführt die Bande den Zeugen.
Alternative: Im erfundenen Krimi verschleppt die Bande den Zeugen.
Beide Fassungen beschreiben ein unfreiwilliges Wegbringen. Die Alternative betont stärker die gewaltsame Behandlung; sie ist kein geeigneter Ersatz, wenn ausdrücklich eine scherzhafte Einladung gemeint ist.
Ausgangssatz: Das Hörspiel entführt die Zuhörer in einen verwunschenen Garten.
Alternative: Das Hörspiel versetzt die Zuhörer in einen verwunschenen Garten.
Der zweite Satz behält die bildliche Ortsveränderung bei. „Informiert über einen Garten“ würde dagegen nur Wissensvermittlung ausdrücken und die imaginative Wirkung verlieren.
Formen und Satzbau
Die Grundformen des schwachen Verbs sind entführt – entführte – hat entführt. Das Objekt steht im Akkusativ: jemanden entführen. Ein Ziel kann mit „in“ oder „nach“ ergänzt werden.
Das Verb ist nicht trennbar. Es heißt „um ihn zu entführen“, nicht „um ihn entzuführen“. Bei einer Inhaltsangabe sollte die wörtliche Handlung erkennbar bleiben; bei einer Buchbeschreibung ist die bildliche Verwendung oft werbend und sollte durch konkrete Angaben zum Schauplatz ergänzt werden.
Grammatik und Wortformen
Das Verb ist nicht trennbar. Es heißt „um ihn zu entführen“, nicht „um ihn entzuführen“. Bei einer Inhaltsangabe sollte die wörtliche Handlung erkennbar bleiben; bei einer Buchbeschreibung ist die bildliche Verwendung oft werbend und sollte durch konkrete Angaben zum Schauplatz ergänzt werden.
Konjugation von entführenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | entführe | entführte | entführe | entführte |
| du | entführst | entführtest | entführest | entführtest |
| er/sie/es | entführt | entführte | entführe | entführte |
| wir | entführen | entführten | entführen | entführten |
| ihr | entführt | entführtet | entführet | entführtet |
| sie/Sie | entführen | entführten | entführen | entführten |
