ergreifen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- ergreifen
- Worttrennung
- er·grei·fen
- Präsens
- ergreift
- Präteritum
- ergriff
- Partizip II
- ergriffen
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- jemanden oder etwas ergreifen (Akkusativ)
Ergreifen wird stark gebeugt: ergreifen – ergriff – hat ergriffen. Der Konjunktiv II lautet ergriffe. Das Verb ist untrennbar und hat in seinen transitiven Verwendungen ein Akkusativobjekt.
Ergreifen bedeutet, jemanden oder etwas zu fassen. Übertragen kann man eine Gelegenheit nutzen, eine Maßnahme einleiten oder von einem Gefühl stark bewegt werden. Die Bedeutung reicht damit vom körperlichen Zugriff bis zu einer inneren Wirkung.
Bedeutung und Verwendung
Eine Hand ergreifen ist ein konkreter Griff. Eine Gelegenheit ergreifen beschreibt dagegen, dass jemand eine vorhandene Möglichkeit tatsächlich nutzt. Das Verb setzt in beiden Fällen einen Übergang von der bloßen Nähe zum Zugriff oder Handeln in Szene.
Wenn eine Geschichte jemanden ergreift, ist eine starke emotionale Wirkung gemeint. Sie muss nicht traurig sein; auch Hoffnung oder Bewunderung können eine Rolle spielen. Bei der Wendung das Wort ergreifen geht es wiederum um den Beginn eines Redebeitrags, nicht um einen körperlichen Vorgang.
Synonyme im Gebrauch
- Fassen / packen
- Passt zum körperlichen Zugriff. Packen kann kräftiger oder abrupter wirken, während ergreifen auch einen vorsichtigen oder unterstützenden Griff bezeichnen kann.
- Nutzen
- Die sachliche Alternative bei einer Gelegenheit. Ergreifen hebt den entscheidenden Moment des Zugreifens stärker hervor; nutzen kann auch eine längere Verwendung beschreiben.
- Bewegen
- Passt zur emotionalen Wirkung. Ergreifen klingt oft intensiver und kann ein tieferes inneres Berührtsein nahelegen, ohne eine bestimmte Gefühlsart festzulegen.
Zwei eigene Satzpaare
Ausgangssatz: Mila ergriff die ausgestreckte Hand und stieg auf den Steg.
Alternative: Mila nahm die ausgestreckte Hand und stieg auf den Steg.
Die Alternative klingt alltäglicher. Ergriff hebt den kurzen, gezielten Zugriff hervor. Der zweite Satzteil erklärt, dass die Hand Unterstützung bietet; das Verb allein würde diesen Zweck offenlassen.
Ausgangssatz: Die leise Schlussszene ergriff das Publikum.
Alternative: Die leise Schlussszene bewegte das Publikum.
Beide Sätze beschreiben eine emotionale Wirkung. Ergriff ist stärker wertend. Eine Rezension sollte durch Einzelheiten der Szene erklären, worin die Wirkung besteht, statt sie nur zu behaupten.
Grammatik und Schreibweise
Ergreifen wird stark gebeugt: ergreifen – ergriff – hat ergriffen. Der Konjunktiv II lautet ergriffe. Das Verb ist untrennbar und hat in seinen transitiven Verwendungen ein Akkusativobjekt.
Ergreifen wird stark gebeugt: ergreifen – ergriff – hat ergriffen. Der Konjunktiv II lautet ergriffe. Das Verb ist untrennbar und hat in seinen transitiven Verwendungen ein Akkusativobjekt.
Konjugation von ergreifenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | ergreife | ergriff | ergreife | ergriffe |
| du | ergreifst | ergriffst | ergreifest | ergriffest |
| er/sie/es | ergreift | ergriff | ergreife | ergriffe |
| wir | ergreifen | ergriffen | ergreifen | ergriffen |
| ihr | ergreift | ergrifft | ergreifet | ergriffet |
| sie/Sie | ergreifen | ergriffen | ergreifen | ergriffen |
Feste Verbindungen lauten eine Maßnahme ergreifen, das Wort ergreifen und die Flucht ergreifen. Hier lässt sich das Objekt nicht beliebig durch ein wörtliches Griffobjekt ersetzen.
Treffend formulieren
In sachlichen Texten lohnt sich die Frage, welche Maßnahme tatsächlich gemeint ist. Wir ergreifen Maßnahmen klingt entschlossen, bleibt aber ohne Konkretisierung leer. Nenne die Handlung und ihren Zweck. In erzählenden Texten kann ergreifen dagegen einen entscheidenden Moment knapp und anschaulich markieren.
