erwarten
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- erwarten
- Worttrennung
- er·war·ten
- Präsens
- erwartet
- Präteritum
- erwartete
- Partizip II
- erwartet
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- etwas oder jemanden erwarten (Akkusativ); von jemandem etwas erwarten (von + Dativ)
Die Formen lauten erwarten – erwartete – hat erwartet. Das Verb ist schwach und untrennbar. Ein Akkusativobjekt nennt die erwartete Person, Sache oder Leistung.
Erwarten bedeutet, mit dem Eintreffen einer Person oder eines Ereignisses zu rechnen. Außerdem kann es heißen, etwas von jemandem zu verlangen oder vorauszusetzen. Eine Erwartung ist daher nicht immer bloß eine Vorhersage; sie kann auch einen Anspruch ausdrücken.
Bedeutung und Verwendung
Wer Gäste erwartet, rechnet mit ihrem Kommen und richtet sich möglicherweise darauf ein. Das Ereignis muss nicht gewünscht sein: Man kann auch Schwierigkeiten erwarten. Hoffen und erwarten sind deshalb nicht gleichbedeutend.
In Ich erwarte eine Begründung steckt häufig eine Forderung. In Ich erwarte, dass es regnet geht es dagegen eher um eine Annahme. Bei Aufgaben und Zusammenarbeit hilft es, diese beiden Funktionen auseinanderzuhalten. Ein unausgesprochener Anspruch wird sonst leicht als selbstverständliche Vorhersage dargestellt.
Synonyme im Gebrauch
- Rechnen mit
- Passt zur Annahme eines kommenden Ereignisses. Es sagt nicht automatisch, dass man dieses Ereignis begrüßt oder fordert.
- Entgegensehen
- Passt zur Ausrichtung auf etwas Bevorstehendes. Es klingt gehobener und wird häufig durch eine Haltung wie Freude oder Sorge ergänzt.
- Verlangen
- Passt zur Anspruchslesart und klingt meist direkter. Es ist kein geeigneter Ersatz für jede Vermutung über die Zukunft.
Zwei eigene Satzpaare
Ausgangssatz: Die Gruppe erwartet am Nachmittag weitere Rückmeldungen.
Alternative: Die Gruppe rechnet am Nachmittag mit weiteren Rückmeldungen.
Beide Sätze beschreiben eine Annahme. Sie garantieren nicht, dass die Rückmeldungen eintreffen. Eine Frist oder eine ausdrückliche Zusage wäre zusätzliche Information, die nicht aus dem Verb allein folgt.
Ausgangssatz: Die Lehrerin erwartet eine nachvollziehbare Begründung.
Alternative: Die Lehrerin verlangt eine nachvollziehbare Begründung.
Die Alternative macht den Anspruch ausdrücklich und wirkt strenger. Im Ausgangssatz kann der Kontext zwischen Annahme und Anforderung entscheiden. Für klare Aufgabenstellungen ist eine direkte Benennung der Anforderung hilfreich.
Grammatik und Schreibweise
Die Formen lauten erwarten – erwartete – hat erwartet. Das Verb ist schwach und untrennbar. Ein Akkusativobjekt nennt die erwartete Person, Sache oder Leistung.
Die Formen lauten erwarten – erwartete – hat erwartet. Das Verb ist schwach und untrennbar. Ein Akkusativobjekt nennt die erwartete Person, Sache oder Leistung.
Konjugation von erwartenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | erwarte | erwartete | erwarte | erwartete |
| du | erwartest | erwartetest | erwartest | erwartetest |
| er/sie/es | erwartet | erwartete | erwarte | erwartete |
| wir | erwarten | erwarteten | erwarten | erwarteten |
| ihr | erwartet | erwartetet | erwartet | erwartetet |
| sie/Sie | erwarten | erwarteten | erwarten | erwarteten |
Ein dass-Satz kann den Inhalt nennen. Von mit Dativ bezeichnet bei Anforderungen die Person, an die sie gerichtet sind: von jemandem eine Antwort erwarten.
Treffend formulieren
Bei Absprachen sollte deutlich werden, ob du etwas vermutest, dir wünschst oder verbindlich verlangst. Diese Unterscheidung verhindert Missverständnisse. In einer Textanalyse ist außerdem interessant, ob sich die Erwartungen einer Figur erfüllen und was eine Abweichung über ihr Wissen, ihre Wünsche oder ihre Beziehung zu anderen zeigt.
