fühlen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- fühlen
- Worttrennung
- füh·len
- Präsens
- fühlt
- Präteritum
- fühlte
- Partizip II
- gefühlt
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- auch reflexiv: sich fühlen
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- etwas fühlen (Akkusativ)
Fühlen heißt, etwas körperlich wahrzunehmen oder ein inneres Erleben zu haben. In sich fühlen beschreibt eine Person ihren Zustand oder ihr Bild von sich selbst.
Wahrnehmung und inneres Erleben
Mit den Fingern kann man eine raue Oberfläche fühlen. Auch Wärme, Kälte oder Schmerz lassen sich fühlen. In solchen Sätzen geht es um körperliche Wahrnehmung. Welcher Sinn oder Körperbereich beteiligt ist, ergibt sich aus dem Gegenstand und den Ergänzungen.
„Sie fühlt Freude“ benennt dagegen ein inneres Erleben. „Sie fühlt sich sicher“ beschreibt ihren wahrgenommenen Zustand. Daraus folgt nicht automatisch, dass die Umgebung objektiv sicher ist. Ein Gefühl ist für die Person real, ersetzt aber keine Prüfung äußerer Umstände.
Spüren, empfinden oder vermuten?
| Alternative | Passender Fall | Unterschied |
|---|---|---|
| spüren | körperliche oder innere Wahrnehmung | Ist in vielen Sätzen ein naher Ersatz. |
| ertasten | mit den Händen eine Form erkunden | Benennt das tastende Vorgehen genauer. |
| empfinden | Gefühle oder Zustände erleben | Wirkt häufig sachlicher oder etwas förmlicher. |
„Sie fühlte eine scharfe Kante am Griff.“
„Sie ertastete eine scharfe Kante am Griff.“
Die Alternative legt den Tastsinn ausdrücklich fest. Fühlen kann das ebenfalls meinen, ist außerhalb dieses Zusammenhangs aber breiter verwendbar.
„Er fühlte sich ausgeschlossen.“
„Er wurde ausgeschlossen.“
Der zweite Satz behauptet einen äußeren Vorgang. Der erste berichtet zunächst die Perspektive der Person. Für eine Analyse muss geprüft werden, ob das Verhalten der anderen diese Wahrnehmung bestätigt.
Mit und ohne Reflexivpronomen
Die Formen lauten fühlt, fühlte und hat gefühlt. Ein Gegenstand oder Gefühl kann im Akkusativ stehen. In „ich fühle mich müde“ gehört das Reflexivpronomen zur Konstruktion; es wechselt zu dich, sich oder uns, wenn das Subjekt wechselt.
Konjugation von fühlenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | fühle | fühlte | fühle | fühlte |
| du | fühlst | fühltest | fühlest | fühltest |
| er/sie/es | fühlt | fühlte | fühle | fühlte |
| wir | fühlen | fühlten | fühlen | fühlten |
| ihr | fühlt | fühltet | fühlet | fühltet |
| sie/Sie | fühlen | fühlten | fühlen | fühlten |
Perspektiven sauber unterscheiden
Die Formulierung „Die Figur fühlt sich überlegen“ beschreibt eine Selbsteinschätzung. Sie beweist keine tatsächliche Überlegenheit. Diese Trennung hilft, Erzählerwissen, Figurenwahrnehmung und eigene Deutung im Text nicht zu vermischen. Auch Vergleiche wie „Ich fühle mich wie ein Fremder“ berichten zunächst ein Erleben. Sie machen aus der Person nicht automatisch einen tatsächlich unbekannten Besucher.
