gedeihen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- gedeihen
- Worttrennung
- ge·dei·hen
- Präsens
- gedeiht
- Präteritum
- gedieh
- Partizip II
- gediehen
- Hilfsverb
- sein
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
Gedeihen bedeutet, sich im Wachstum oder in einer Entwicklung gut zu entfalten. Das Verb wird bei Pflanzen und Lebewesen, aber auch übertragen bei Vorhaben und Beziehungen verwendet. Es lenkt den Blick auf den Verlauf der Entwicklung.
Wachsen und vorankommen
Eine Pflanze gedeiht, wenn sie sich unter den gegebenen Bedingungen entwickelt. Das Verb hebt gewöhnlich eine günstige Entwicklung hervor. Mit Zusätzen wie schlecht oder nur langsam kann der Verlauf jedoch ausdrücklich eingeschränkt werden.
Übertragen kann ein Projekt gedeihen. Dann wächst keine Pflanze, sondern ein Vorhaben nimmt Gestalt an oder kommt voran. In „Die Verhandlungen sind weit gediehen“ steht der erreichte Entwicklungsstand im Vordergrund. Ein weit fortgeschrittener Vorgang muss noch nicht abgeschlossen sein.
Wachsen, sich entwickeln oder florieren?
- Wachsen betont die Zunahme an Größe oder Umfang. Nicht jedes Wachstum verläuft gesund oder günstig.
- Sich entwickeln ist neutraler und lässt den positiven oder negativen Verlauf offen.
- Florieren passt zu einer besonders günstigen wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Entwicklung und klingt stärker erfolgreich.
„Die Kräuter gedeihen am hellen Fenster.“
„Die Kräuter entwickeln sich am hellen Fenster gut.“
Die zweite Fassung erklärt den positiven Entwicklungsverlauf ausdrücklich. Wachsen allein würde vor allem die Zunahme beschreiben.
„Das gemeinsame Vorhaben ist inzwischen weit gediehen.“
„Das gemeinsame Vorhaben ist inzwischen weit fortgeschritten.“
Beide Fassungen beschreiben einen erreichten Stand. Keine von beiden behauptet, dass sämtliche Aufgaben bereits erledigt sind.
Starke Formen mit sein
Die Grundformen lauten gedeiht, gedieh, ist gediehen. Das Verb wird ohne Akkusativobjekt gebraucht: Die Pflanze gedeiht. Wer ihre Entwicklung fördert, lässt sie gedeihen; die Pflanze bleibt dabei dasjenige, das sich entwickelt.
Konjugation von gedeihenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | gedeihe | gedieh | gedeihe | gediehe |
| du | gedeihst | gediehst | gedeihest | gediehest |
| er/sie/es | gedeiht | gedieh | gedeihe | gediehe |
| wir | gedeihen | gediehen | gedeihen | gediehen |
| ihr | gedeiht | gedieht | gedeihet | gediehet |
| sie/Sie | gedeihen | gediehen | gedeihen | gediehen |
Bedingungen statt bloßer Erfolgsmeldungen
Ein genauer Text nennt, unter welchen Umständen etwas gedeiht. Bei einem Projekt können das Zeit, Zusammenarbeit oder verlässliche Absprachen sein. Das Verb allein erklärt keine Ursache. Ebenso wenig lässt sich aus einer gedeihenden Beziehung ableiten, dass es nie Konflikte gibt: Gemeint sein kann gerade, dass die Beteiligten konstruktiv damit umgehen.
