greifen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- greifen
- Worttrennung
- grei·fen
- Präsens
- greift
- Präteritum
- griff
- Partizip II
- gegriffen
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- etwas greifen (Akkusativ); nach etwas oder zu etwas greifen (Dativ)
greifen: Greifen bedeutet unter anderem, etwas mit der Hand zu fassen oder nach etwas zu langen. Übertragen kann es auch heißen, wirksam zu werden, sich auszubreiten oder ein Mittel einzusetzen.
Bedeutung und wichtige Unterschiede
Eine Person kann einen Gegenstand greifen oder nach ihm greifen. Der Unterschied ist wichtig: Nach etwas greifen bezeichnet zunächst die Bewegung oder den Versuch. Ein erfolgreicher Zugriff ist damit noch nicht gesagt. Beim Greifen eines Gegenstands steht das Erfassen stärker im Vordergrund.
Mit zu benennt das Verb häufig eine gewählte Handlung oder ein eingesetztes Mittel. Wer zum Telefon greift, beginnt üblicherweise einen Anruf; wer zu einer Methode greift, setzt sie ein. Die konkrete Bedeutung entsteht aus der Ergänzung.
In der Technik greifen etwa Zahnräder ineinander oder Reifen auf dem Untergrund. Gemeint ist eine Verbindung beziehungsweise ein Halt, durch den ein Vorgang funktionieren kann. Bei einer Regelung, die greift, steht dagegen ihre tatsächliche Wirksamkeit im Mittelpunkt.
Auch Musik und Schätzungen kennen besondere Verwendungen. Einen Akkord greifen betrifft die Handstellung auf einem Instrument. Eine zu hoch gegriffene Zahl ist zu hoch angesetzt. Diese Bedeutungen lassen sich nicht einfach durch anfassen ersetzen.
Synonyme im Zusammenhang vergleichen
| Alternative | Unterschied und Verwendung |
|---|---|
| fassen | Beim Erfassen oder Festhalten eines Gegenstands. |
| langen nach | Bei der Handbewegung; eher alltagssprachlich. |
| wirken | Bei Maßnahmen oder Regeln. |
| einsetzen | Wenn jemand ein Mittel oder Verfahren wählt. |
„Sie greift nach dem Seil.“ – „Sie hält das Seil.“
Der erste Satz lässt offen, ob die Hand ihr Ziel erreicht. Der zweite beschreibt bereits einen bestehenden Halt. In einer spannenden Szene kann dieser kleine Unterschied den Ablauf wesentlich verändern.
„Die Regel greift hier.“ – „Die Regel besteht hier.“
Bestehen sagt zunächst nur, dass es die Regel gibt. Greifen hebt hervor, dass sie im konkreten Fall wirksam wird. Eine vorhandene Regel muss nicht unter allen Umständen greifen.
Grammatik und Verwendung
Die Stammformen lauten greift, griff und hat gegriffen. Je nach Bedeutung kommen ein Akkusativobjekt oder Ergänzungen mit nach und zu hinzu.
Konjugation von greifenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | greife | griff | greife | griffe |
| du | greifst | griffst | greifest | griffest |
| er/sie/es | greift | griff | greife | griffe |
| wir | greifen | griffen | greifen | griffen |
| ihr | greift | grifft | greifet | griffet |
| sie/Sie | greifen | griffen | greifen | griffen |
Feste Verbindungen
Um sich greifen bedeutet sich ausbreiten: „Die Unruhe greift im Saal um sich.“ Die Wendung beschreibt keine Handbewegung, sondern die zunehmende Verbreitung.
Zum Greifen nahe heißt unmittelbar erreichbar scheinend: „Nach dem Ausgleich ist der Sieg zum Greifen nahe.“ Das Bild drückt eine große Chance aus, garantiert aber noch keinen Erfolg.
