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greinen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
greinen
Worttrennung
grei·nen
Präsens
greint
Präteritum
greinte
Partizip II
gegreint
Perfekt
hat gegreint
Hilfsverb
haben
Infinitiv
greinen; mit zu: zu greinen
Trennbarkeit
nicht trennbar; gegreint; zu greinen

Reflexiver Gebrauch: nicht reflexiv

Gebrauch: Umgangssprachlich abwertend: leise und kläglich weinen oder weinerlich klagen/jammern. Die abwertende Bezeichnung beweist nicht, dass Schmerzen, Trauer oder Beschwerden unbegründet sind.

Ergänzungen: jemand greint; auch eine Stimme kann greinen

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Greinen bedeutet, leise und kläglich vor sich hin zu weinen oder weinerlich zu klagen. Das Wort ist umgangssprachlich und abwertend. Wer ein Verhalten so bezeichnet, nimmt eine wertende Perspektive ein; die Berechtigung des Kummers ist damit nicht geklärt.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Leise und kläglich vor sich hin weinen

Die Art des Weinens steht im Mittelpunkt: leise und kläglich, gegebenenfalls mit verzogenem Mund. Die abwertende Wortwahl stammt aus der Perspektive des Beschreibenden.

„Das erschöpfte Kind greinte noch leise, während die Tante bei ihm saß.“

Das leise, klägliche Weinen wird beschrieben. Warum das Kind weint oder welche Hilfe es braucht, ergibt sich daraus nicht.

Bedeutung 2: Weinerlich klagen oder jammern

Eine Äußerung wird als weinerliches Klagen dargestellt. Übertragen kann die Bezeichnung Kritik oder Beschwerden abwerten. Dass die Klage sachlich falsch ist, folgt aus dem Verb nicht.

„Der Erzähler spottet, die enttäuschten Zuschauer würden nun greinen.“

Der Erzähler wertet die Beschwerden als weinerlich ab. Die Berechtigung ihrer Enttäuschung wird dadurch nicht widerlegt.

greinen: Synonyme und andere Wörter

Beim Weinen

leise und kläglich weinen

Weinen allein ist neutraler und nennt die besondere Art noch nicht. Greinen enthält außerdem die abwertende Färbung.

„Das Kind greint.“ → „Das Kind weint leise und kläglich.“

Die Art des Weinens bleibt genannt. Die Umschreibung wirkt weniger abschätzig.

Bei Klagen

weinerlich klagen · jammern

Jammern passt zum Klagegebrauch, hat aber weitere Konstruktionen und kann andere Bewertungen tragen. Greinen stellt besonders das Weinerliche heraus.

„Der Zuschauer greint.“ → „Der Zuschauer klagt weinerlich.“

Der Ton bleibt beschrieben. Ein sachlicher Gegenbeweis zu seinem Anliegen wird nicht geliefert.

Beispiele und Verwendung

Nicht aus dem Wort auf den Anlass schließen

„Sie hat lange gegreint.“

Der Satz sagt etwas über das dargestellte Verhalten. Er nennt weder den Anlass noch einen Beleg dafür, dass der Kummer unberechtigt war.

Stimme als Subjekt

„Aus dem Nebenraum greinte eine Stimme.“

Die Stimme steht für das hörbare weinerliche Klagen. Eine bestimmte Person oder Ursache ist nicht genannt.

Grammatik und Beugung

Greinen wird schwach gebeugt: greint, greinte, hat gegreint. Im Konjunktiv I stehen du greinest und ihr greinet.

Das Verb ist nicht trennbar. Der zu-Infinitiv lautet zu greinen; der Imperativ Singular kann grein oder greine lauten.

Jammern ist eine nahe Erklärung der Klagebedeutung. Dessen seltene Konstruktion jemanden jammern im Sinn von Mitleid wecken gehört deshalb nicht automatisch zu greinen.

Indikativ – Präsens
Person Form
ich greine
du greinst
er/sie/es greint
wir greinen
ihr greint
sie greinen
Indikativ – Präteritum
Person Form
ich greinte
du greintest
er/sie/es greinte
wir greinten
ihr greintet
sie greinten
Indikativ – Perfekt
Person Form
ich habe gegreint
du hast gegreint
er/sie/es hat gegreint
wir haben gegreint
ihr habt gegreint
sie haben gegreint
Indikativ – Plusquamperfekt
Person Form
ich hatte gegreint
du hattest gegreint
er/sie/es hatte gegreint
wir hatten gegreint
ihr hattet gegreint
sie hatten gegreint
Indikativ – Futur I
Person Form
ich werde greinen
du wirst greinen
er/sie/es wird greinen
wir werden greinen
ihr werdet greinen
sie werden greinen
Indikativ – Futur II
Person Form
ich werde gegreint haben
du wirst gegreint haben
er/sie/es wird gegreint haben
wir werden gegreint haben
ihr werdet gegreint haben
sie werden gegreint haben
Konjunktiv I – Präsens
Person Form
ich greine
du greinest
er/sie/es greine
wir greinen
ihr greinet
sie greinen
Konjunktiv I – Perfekt
Person Form
ich habe gegreint
du habest gegreint
er/sie/es habe gegreint
wir haben gegreint
ihr habet gegreint
sie haben gegreint
Konjunktiv I – Futur I
Person Form
ich werde greinen
du werdest greinen
er/sie/es werde greinen
wir werden greinen
ihr werdet greinen
sie werden greinen
Konjunktiv I – Futur II
Person Form
ich werde gegreint haben
du werdest gegreint haben
er/sie/es werde gegreint haben
wir werden gegreint haben
ihr werdet gegreint haben
sie werden gegreint haben
Konjunktiv II – Präteritum
Person Form
ich greinte
du greintest
er/sie/es greinte
wir greinten
ihr greintet
sie greinten
Konjunktiv II – Plusquamperfekt
Person Form
ich hätte gegreint
du hättest gegreint
er/sie/es hätte gegreint
wir hätten gegreint
ihr hättet gegreint
sie hätten gegreint
Konjunktiv II – Futur I
Person Form
ich würde greinen
du würdest greinen
er/sie/es würde greinen
wir würden greinen
ihr würdet greinen
sie würden greinen
Konjunktiv II – Futur II
Person Form
ich würde gegreint haben
du würdest gegreint haben
er/sie/es würde gegreint haben
wir würden gegreint haben
ihr würdet gegreint haben
sie würden gegreint haben
Imperativ
Person Form
2. Person Singular [du] grein, greine!
2. Person Plural [ihr] greint!
Infinite Formen
Form Schreibung
Infinitiv mit zu zu greinen
Partizip I greinend
Partizip II gegreint