großtun
Form & Grammatik
- Stichwort
- großtun
- Worttrennung
- groß·tun
- Präsens
- er/sie tut groß
- Präteritum
- er/sie tat groß
- Partizip II
- großgetan
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- Auch mit sich: sich mit etwas großtun.
- Trennbarkeit
- trennbar
Abwertend.
großtun: Großtun bedeutet, mit etwas zu prahlen oder die eigene Bedeutung übertrieben herauszustellen. Das Verb ist abwertend und beschreibt die Wirkung eines als aufschneiderisch empfundenen Auftretens.
Bedeutung und wichtige Unterschiede
Wer mit einer Reise, einem Besitz oder einer Leistung großtut, macht daraus ein Mittel der Selbstdarstellung. Die sprechende Person bewertet das als unangemessen bedeutend oder prahlerisch. Das Wort ist deshalb keine neutrale Beschreibung des Berichtens.
Großtun bedeutet nicht automatisch lügen. Ein Erlebnis kann tatsächlich stattgefunden haben und dennoch aufdringlich vorgeführt werden. Ob eine Behauptung wahr ist, muss gesondert geprüft werden. Das Verb richtet sich zunächst gegen die Art des Auftretens.
Auch das sachliche Benennen einer Stärke ist davon zu unterscheiden. In einem Vorstellungsgespräch darf eine Person ihre Erfahrung erklären. Erst der konkrete Ton, überzogene Vergleiche oder das Herabsetzen anderer können den Eindruck des Großtuns begründen.
Bei einer Figur kann großtun auf Unsicherheit, Ehrgeiz oder Freude an der Selbstdarstellung hindeuten. Diese möglichen Motive ergeben sich jedoch nicht zwangsläufig aus dem Verb. Eine gute Deutung bezieht weitere Äußerungen und Handlungen ein, statt eine Ursache einfach vorauszusetzen.
Synonyme im Zusammenhang vergleichen
| Alternative | Unterschied und Verwendung |
|---|---|
| prahlen | Bei der hervorgehobenen Darstellung eigener Vorzüge. |
| angeben | Alltagssprachlich, ebenfalls häufig abwertend. |
| sich aufspielen | Betont eine unangemessen wichtige Rolle. |
| berichten | Neutraler; die prahlerische Wertung entfällt. |
„Er tut mit seinen Kontakten groß.“ – „Er berichtet von seinen Kontakten.“
Die zweite Fassung sagt noch nichts darüber, ob das Auftreten unangenehm oder übertrieben ist. Großtun enthält diese Kritik bereits. In einer neutralen Inhaltsangabe sollte die Wertung kenntlich bleiben.
„Sie tut mit ihrem Preis groß.“ – „Sie erfindet einen Preis.“
Großtun setzt keine Erfindung voraus. Der Preis kann echt sein, während seine Darstellung als prahlerisch empfunden wird. Die zweite Aussage wäre ohne weitere Belege eine zusätzliche Behauptung.
Grammatik und Verwendung
Das trennbare Verb hat die Formen tut groß, tat groß und hat großgetan. Im Infinitiv schreibt man großtun zusammen. Auch die Verbindung mit sich ist möglich: Sie tut sich mit ihren Erfolgen groß.
Abwertend.
Konjugation von großtunPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | tue groß | tat groß | tue groß | täte groß |
| du | tust groß | tatest groß / tatst groß | tuest groß | tätest groß |
| er/sie/es | tut groß | tat groß | tue groß | täte groß |
| wir | tun groß | taten groß | tuen groß | täten groß |
| ihr | tut groß | tatet groß | tuet groß | tätet groß |
| sie/Sie | tun groß | taten groß | tuen groß | täten groß |
Die Ergänzung mit etwas nennt den Anlass des Prahlens. Vor jemandem kann das Publikum benennen. Solche Angaben helfen, die Selbstdarstellung in einer Szene genauer zu beschreiben.
