gründen
Form & Grammatik
- Stichwort
- gründen
- Worttrennung
- grün·den
- Präsens
- gründet
- Präteritum
- gründete
- Partizip II
- gegründet
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- auch reflexiv: sich gründen
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- etwas gründen (Akkusativ); auf einer Grundlage gründen
Auch reflexiv sich gründen; daneben auf etwas gründen für eine Grundlage.
Gründen bedeutet, eine Einrichtung oder Gemeinschaft neu ins Leben zu rufen. Daneben kann etwas auf einer Grundlage gründen oder sich darauf gründen. Diese Bedeutungen unterscheiden sich in ihrem Satzbau und dürfen nicht mit begründen gleichgesetzt werden.
Neuschaffung und Grundlage
Menschen können einen Verein, ein Unternehmen oder eine gemeinsame Initiative gründen. Das Verb bezeichnet den Beginn der Einrichtung. Es besagt noch nicht, dass die neue Organisation dauerhaft erfolgreich ist oder bereits alle geplanten Tätigkeiten ausführt.
In „Ihre Zuversicht gründet auf Erfahrung“ geht es dagegen um eine Grundlage. Die Erfahrung erklärt, worauf sich die Zuversicht stützt. Auch reflexiv ist diese Beziehung möglich. Ein Argument begründen bedeutet wiederum, Gründe dafür anzugeben; das ist nicht dieselbe Handlung wie einen Verein zu gründen.
Ins Leben rufen, errichten und beruhen
- Ins Leben rufen ist eine anschauliche Umschreibung für die Neuschaffung einer Initiative oder Einrichtung.
- Errichten kann eine Institution, aber auch ein Bauwerk betreffen. Es passt nicht automatisch zur Familiengründung.
- Beruhen auf erklärt die Grundlagenbeziehung und braucht andere Ergänzungen als die Neuschaffung.
„Die Nachbarn gründen einen Leseverein.“
„Die Nachbarn rufen einen Leseverein ins Leben.“
Beide Fassungen beschreiben einen gemeinsamen Anfang. Sie lassen offen, wie viele Treffen später stattfinden und wie beständig die Zusammenarbeit wird.
„Ihre Entscheidung gründet auf langjähriger Erfahrung.“
„Ihre Entscheidung beruht auf langjähriger Erfahrung.“
Hier sind die Ausdrücke nahe beieinander. „Sie gründet die Erfahrung“ wäre dagegen kein passender Ersatz: Die Erfahrung ist Grundlage, nicht die neu geschaffene Einrichtung.
Ein Verb mit mehreren Satzmustern
Die regelmäßigen Formen lauten gründet, gründete, hat gegründet. Beim Neuschaffen steht ein Akkusativobjekt: einen Verein gründen. Auch „Die Gruppe hat sich gegründet“ ist möglich. Für die Grundlage stehen Formulierungen wie auf Erfahrung gründen oder sich auf eine Aussage gründen.
Auch reflexiv sich gründen; daneben auf etwas gründen für eine Grundlage.
Konjugation von gründenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | gründe | gründete | gründe | gründete |
| du | gründest | gründetest | gründest | gründetest |
| er/sie/es | gründet | gründete | gründe | gründete |
| wir | gründen | gründeten | gründen | gründeten |
| ihr | gründet | gründetet | gründet | gründetet |
| sie/Sie | gründen | gründeten | gründen | gründeten |
Den Anfang nicht mit der Entwicklung verwechseln
In historischen Darstellungen sollte die Gründung von späterem Ausbau, Umbenennung und Wiederbelebung unterschieden werden. Eine heutige Einrichtung kann mehrere solcher Ereignisse haben. Das passende Verb macht deutlich, welcher Vorgang tatsächlich beschrieben wird, statt verschiedene Etappen zu einem einzigen Gründungsereignis zusammenzuziehen.
