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hängen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
hängen
Worttrennung
hän·gen
Präsens
hängt
Präteritum
hing (Zustand) / hängte (Anbringen)
Partizip II
gehangen (Zustand) / gehängt (Anbringen)
Hilfsverb
haben; beim Zustand süddeutsch, österreichisch und schweizerisch auch sein

Starke Formen beschreiben das Hängen als Zustand; schwache Formen das Anbringen.

Formen und Verwendung im Detail

Hängen kann einen Zustand beschreiben: Ein Bild hängt an der Wand. Dasselbe Verb bezeichnet auch das Anbringen: Jemand hängt das Bild an die Wand. Die beiden Verwendungen haben unterschiedliche Vergangenheitsformen.

An einer Stelle sein oder etwas dort anbringen

Beim Zustand ist etwas befestigt, trägt sich nicht von unten oder fällt nach unten herab. Ein Bild hing an der Wand; ein Zweig hing über dem Weg. Die Beschreibung erklärt zunächst eine Lage, nicht den Vorgang, durch den sie entstanden ist.

Beim Anbringen wird ein Gegenstand in diese Lage gebracht. Die handelnde Person hängte das Bild auf. Übertragen kann jemand auch an einer Person oder Sache hängen, also emotional verbunden sein. Eine solche Bindung ist etwas anderes als das körperliche Befestigen.

Befestigt sein, anbringen und verbunden sein

  • Befestigt sein erklärt viele Zustandsverwendungen, aber nicht jedes freie Herabhängen.
  • Anbringen bezeichnet die Handlung allgemeiner. Es legt die hängende Lage noch nicht vollständig fest.
  • Verbunden sein passt zum übertragenen emotionalen Bezug und braucht eine andere Satzgestaltung.

„Das Schild hing neben der Tür.“
„Das Schild war neben der Tür befestigt.“

Beide Sätze beschreiben einen Zustand. Der zweite lässt die Art der Befestigung offener; das Schild könnte auch fest angeschraubt sein.

„Sie hängte das Schild neben die Tür.“
„Sie brachte das Schild neben der Tür an.“

Hier geht es um eine Handlung. Das Präteritum hängte passt dazu; hing würde dagegen die bereits bestehende Lage beschreiben.

Hing und hängte sicher unterscheiden

Beim Zustand heißt es hängt, hing, hat gehangen. Beim Anbringen lauten die Formen hängt, hängte, hat gehängt. Ein hilfreicher Vergleich ist: „Der Mantel hat im Schrank gehangen“ und „Sie hat den Mantel in den Schrank gehängt“. Süddeutsch, österreichisch und schweizerisch ist beim Zustand auch ist gehangen gebräuchlich. Nicht nur der Sinn, auch die Ergänzung verändert sich.

Zwei Bedeutungen, zwei Vergangenheiten

Wähle die Tabelle nach der Bedeutung. Etwas anbringen wird schwach gebeugt: hängte, gehängt. Der Zustand wird stark gebeugt: hing, gehangen. Im Präsens und im Konjunktiv I stimmen die einfachen Formen überein.

Hängen: etwas anbringen, schwache Beugung
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichhängehängtehängehängte
duhängsthängtesthängesthängtest
er/sie/eshängthängtehängehängte
wirhängenhängtenhängenhängten
ihrhängthängtethängethängtet
sie/Siehängenhängtenhängenhängten
Hängen: befestigt sein, starke Beugung
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichhängehinghängehinge
duhängsthingsthängesthingest
er/sie/eshängthinghängehinge
wirhängenhingenhängenhingen
ihrhängthingthängethinget
sie/Siehängenhingenhängenhingen

Perfekt und Gebrauch: Für das Anbringen heißt es sie hat das Bild an die Wand gehängt. Beim Zustand steht das Bild hat an der Wand gehangen; süddeutsch, österreichisch und schweizerisch ist hier auch ist gehangen üblich. Diese regionale Hilfsverbvariante gehört zum Zustand, nicht unterschiedslos zu beiden Tabellen.

Auch im Konjunktiv II bleibt der Unterschied erhalten: Hinge das Bild dort, wäre die Wand nicht leer beschreibt einen gedachten Zustand. Wenn sie es dorthin hängte, wäre es besser zu sehen meint das Anbringen. Bei der schwachen Form entspricht der Konjunktiv II äußerlich dem Präteritum.

Worttrennung

Die Trennung der Grundform lautet hän·gen.

Jemanden hängen lassen

Jemanden hängen lassen heißt umgangssprachlich, ihn im Stich zu lassen: „Als Hilfe nötig wird, lässt sie ihren Freund nicht hängen.“ Das Bild bezeichnet keine körperliche Lage. Die Aussage sollte an konkreter Unterstützung gezeigt werden. Sich hängen lassen kann dagegen bedeuten, aufzugeben oder sich gehen zu lassen; der Personenbezug ist ein anderer.