herauskriegen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- herauskriegen
- Worttrennung
- he·raus·krie·gen
- Präsens
- kriegt heraus
- Präteritum
- kriegte heraus
- Partizip II
- herausgekriegt
- Hilfsverb
- haben
- Gebrauch
- Die Tabelle zeigt die finiten Grundformen in sechs Personen; erforderliche Ergänzungen richten sich nach der im Text erklärten Bedeutung.
umgangssprachlich
Herauskriegen ist ein umgangssprachliches Verb. Es kann bedeuten, etwas zu entfernen, eine Lösung oder Information zu finden, einen Geldbetrag zurückzubekommen oder einen Laut hervorzubringen. Welcher Vorgang gemeint ist, erkennt man vor allem am Objekt.
Ein lockerer Ausdruck mit mehreren Lesarten
„Ich kriege die Schraube nicht heraus“ beschreibt ein misslingendes Entfernen. „Ich kriege die Antwort nicht heraus“ betrifft dagegen die Lösung einer Frage oder eine gewünschte Auskunft. Bei „Ich kriege keinen Ton heraus“ geht es um das Sprechen oder die Stimme. Das Verb sagt nicht von selbst, welche Ursache die Schwierigkeit hat.
Im Geldzusammenhang kann „fünf Euro herauskriegen“ einen zurückerhaltenen Restbetrag meinen. Gemeint ist dann nicht unbedingt ein Gewinn. Damit eine solche Aussage eindeutig ist, sollte der Bezahlvorgang oder die Rückzahlung im Zusammenhang erkennbar sein. Das umgangssprachliche Register macht das Wort im Gespräch natürlich, in förmlichen Berichten aber häufig weniger passend.
Sachlichere Alternativen
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| entfernen können | Passt zu einem feststeckenden Gegenstand. Die Fähigkeit beziehungsweise der Erfolg sollte im Satz erhalten bleiben. |
| herausfinden, ermitteln | Passen zu einer Information. Ermitteln klingt sachlicher und kann eine gezielte Methode betonen. |
| lösen | Passt zu einer Aufgabe, nicht unverändert zu jeder Auskunft über einen Termin. |
| zurückbekommen | Passt zum Restbetrag oder zu einer zurückgegebenen Sache. |
| hervorbringen | Passt zu einem Ton oder einer Äußerung; ein gefundener Lösungshinweis ist damit nicht gemeint. |
„Nach einigem Probieren kriegte Sami die Klammer heraus.“ – „Nach einigem Probieren konnte Sami die Klammer entfernen.“
Die zweite Formulierung ist sachlicher. Die erste passt gut zu einem lockeren Erfahrungsbericht. Beide benennen den Erfolg, sagen aber nicht, wie die Klammer anschließend aussah oder ob sie noch verwendbar war.
„Wir kriegten die Ursache des Geräuschs heraus.“ – „Wir ermittelten die Ursache des Geräuschs.“
Die Alternative bewahrt den Wissensgewinn und wirkt förmlicher. Ermitteln passt etwa zu einem Untersuchungsbericht; die genaue Prüfung sollte dann ebenfalls erläutert werden.
Kriegte, nicht bekam
Herauskriegen bildet schwache Formen: kriegt heraus, kriegte heraus und hat herausgekriegt. Die nahe Bedeutung von herausbekommen überträgt dessen unregelmäßige Formen nicht auf dieses Verb. Die Wortverbindung wird im Hauptsatz getrennt: Sie kriegt es heraus.
umgangssprachlich
Konjugation von herauskriegenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | kriege heraus | kriegte heraus | kriege heraus | kriegte heraus |
| du | kriegst heraus | kriegtest heraus | kriegest heraus | kriegtest heraus |
| er / sie / es | kriegt heraus | kriegte heraus | kriege heraus | kriegte heraus |
| wir | kriegen heraus | kriegten heraus | kriegen heraus | kriegten heraus |
| ihr | kriegt heraus | kriegtet heraus | krieget heraus | kriegtet heraus |
| sie / Sie | kriegen heraus | kriegten heraus | kriegen heraus | kriegten heraus |
Beim Überarbeiten eines Gesprächsprotokolls sollte der gewünschte Ton erhalten bleiben. Eine direkte Figurenrede darf umgangssprachlich sein. In einer Zusammenfassung kann das präzisere Wort hilfreicher sein: entfernen, lösen oder ermitteln. Es sollte aber dieselbe Handlung benennen. „Sie löste das Problem“ geht weiter als „Sie fand eine mögliche Erklärung“ und darf nicht nur aus stilistischen Gründen eingesetzt werden.
