herausmachen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- herausmachen
- Worttrennung
- he·raus·ma·chen
- Präsens
- macht sich heraus
- Präteritum
- machte sich heraus
- Partizip II
- herausgemacht
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- sich herausmachen
- Gebrauch
- Die Tabelle zeigt die vollständige reflexive Konstruktion mit dem passenden Pronomen; andere im Text erklärte Verwendungen sind davon zu unterscheiden.
umgangssprachlich; Entwicklungsbedeutung reflexiv: sich herausmachen
Herausmachen bedeutet umgangssprachlich, etwas aus etwas anderem zu entfernen. Reflexiv heißt sich herausmachen, sich körperlich, wirtschaftlich oder gesellschaftlich gut zu entwickeln. Zwischen „die Kerne herausmachen“ und „sich gut herausmachen“ besteht deshalb ein deutlicher Bedeutungsunterschied.
Entfernen oder sich günstig entwickeln
„Wir machen die Kerne aus den Früchten heraus“ beschreibt eine Tätigkeit an den Früchten. Ob man dafür ein Messer, ein Gerät oder die Hände benutzt, bleibt offen. Für eine genaue Anleitung ist die konkrete Handlung deshalb oft wichtiger als das allgemeine Verb.
„Das Viertel hat sich gut herausgemacht“ enthält dagegen eine positive Einschätzung seiner Entwicklung. Vielleicht wurden Häuser gepflegt oder neue Treffpunkte geschaffen. Was genau als Verbesserung bewertet wird, muss erläutert werden. Die Formulierung allein sagt nichts darüber, ob alle Bewohnerinnen und Bewohner dieselbe Entwicklung positiv erleben.
Bei Menschen kann sich herausmachen eine gute körperliche Entwicklung oder Erholung beschreiben. Der Ausdruck ist eine alltägliche Einschätzung, keine genaue gesundheitliche Feststellung. Auch in einer Erzählung sollte klar bleiben, welche sichtbaren Veränderungen tatsächlich beschrieben werden.
Entfernen oder entwickeln?
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| entfernen | Präziser und sachlicher beim Wegnehmen eines Bestandteils. Die konkrete Methode bleibt auch hier offen. |
| herausnehmen | Passt bei etwas, das aus einem Behälter oder Zusammenhang genommen wird. Ein Fleck lässt sich nicht immer wie ein Gegenstand herausnehmen. |
| sich gut entwickeln | Erklärt den reflexiven Gebrauch verständlich und etwas neutraler. |
| sich erholen | Passt nach einer Belastung oder Krankheit, deckt aber nicht jede wirtschaftliche oder gesellschaftliche Entwicklung ab. |
„Lio machte die Kerne aus der Paprika heraus.“ – „Lio entfernte die Kerne aus der Paprika.“
Beide Sätze können dieselbe Arbeit beschreiben. Entfernen wirkt sachlicher. Wer eine Kochanleitung schreibt, kann zusätzlich erläutern, wie die Frucht vorbereitet werden soll.
„Der kleine Betrieb hat sich gut herausgemacht.“ – „Der kleine Betrieb hat sich gut entwickelt.“
Die Alternative bewahrt die positive Bewertung, erklärt sie aber noch nicht. Ein höherer Umsatz, bessere Arbeitsbedingungen oder ein breiteres Angebot wären unterschiedliche Begründungen. Der Text sollte die tatsächlich gemeinte Entwicklung nennen.
Mit und ohne Reflexivpronomen
Die Formen lauten macht heraus, machte heraus und hat herausgemacht. Bei der Entwicklungsbedeutung kommt das passende Reflexivpronomen hinzu: Ich habe mich gut herausgemacht, sie haben sich gut herausgemacht.
umgangssprachlich; Entwicklungsbedeutung reflexiv: sich herausmachen
Konjugation von herausmachenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | mache mich heraus | machte mich heraus | mache mich heraus | machte mich heraus |
| du | machst dich heraus | machtest dich heraus | machest dich heraus | machtest dich heraus |
| er / sie / es | macht sich heraus | machte sich heraus | mache sich heraus | machte sich heraus |
| wir | machen uns heraus | machten uns heraus | machen uns heraus | machten uns heraus |
| ihr | macht euch heraus | machtet euch heraus | machet euch heraus | machtet euch heraus |
| sie / Sie | machen sich heraus | machten sich heraus | machen sich heraus | machten sich heraus |
Das allgemeinere entwickeln kann auch neutrale oder negative Veränderungen bezeichnen. Sich herausmachen enthält dagegen in dieser Verwendung ein günstiges Urteil. Beim Ersetzen sollte deshalb gut erhalten bleiben. „Der Betrieb hat sich entwickelt“ allein sagt weniger und bewahrt die positive Einschätzung nicht vollständig.
