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herunterkommen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
herunterkommen
Worttrennung
he·run·ter·kom·men
Präsens
kommt herunter
Präteritum
kam herunter
Partizip II
heruntergekommen
Hilfsverb
sein

Übertragene Verwendungen meist umgangssprachlich; Abhängigkeitsverwendung salopp.

Formen und Verwendung im Detail

Herunterkommen bedeutet räumlich, von oben nach unten zu kommen. Umgangssprachlich kann das Verb außerdem einen schlechten Zustand oder das Wieder-Ruhigwerden beschreiben. Diese übertragenen Bedeutungen unterscheiden sich deutlich und dürfen nicht allein aus der Verbform erraten werden.

Nach unten kommen, verfallen oder ruhiger werden

„Komm bitte von der Empore herunter“ nennt einen Weg von einem höheren Platz. Eine Richtung entlang einer Straße kann ebenfalls gemeint sein. Ob die Person geht, läuft oder auf eine andere Weise kommt, legt das Verb nicht in jedem Zusammenhang fest.

Ein Gebäude oder Betrieb kann herunterkommen, wenn sein Zustand sich stark verschlechtert. Bei Menschen kann die Formulierung einen körperlichen oder allgemein schlechten Zustand bezeichnen. Sie ist leicht abwertend zu verstehen und erklärt nicht automatisch Ursache oder Verantwortung.

„Nach dem aufregenden Tag muss sie erst herunterkommen“ heißt dagegen, dass sie wieder ruhiger werden möchte. Hier wird keine Verschlechterung behauptet. Der Satz ist eine umgangssprachliche Beschreibung von Anspannung und Beruhigung, keine Diagnose. Auch „von einer Abhängigkeit herunterkommen“ ist eine saloppe Formulierung; sie ersetzt keine genaue Beschreibung von Genesung oder Unterstützung.

Herabkommen, verfallen oder zur Ruhe kommen?

AusdruckBedeutung und Grenze
nach unten kommenEine klare räumliche Umschreibung.
in einen schlechten Zustand geratenErklärt die Verschlechterung, ohne eine unbekannte Ursache festzulegen.
verfallenPasst besonders zu baulichem Niedergang; nicht zum beruhigenden Sinn.
zur Ruhe kommenPasst zur nachlassenden Anspannung und ist meist weniger salopp.
von etwas loskommenKann beim Überwinden einer Abhängigkeit passen, braucht aber einen genauen Zusammenhang.

„Das leer stehende Gasthaus ist stark heruntergekommen.“ – „Das leer stehende Gasthaus ist in einen schlechten Zustand geraten.“

Die zweite Fassung klingt sachlicher. Welche Schäden vorliegen und warum die Instandhaltung ausblieb, muss gesondert erklärt werden. Der Satz beweist nicht, wer verantwortlich ist.

„Nach dem Wettbewerb kam sie nur langsam herunter.“ – „Nach dem Wettbewerb kam sie nur langsam zur Ruhe.“

Im passenden Zusammenhang geht es in beiden Fällen um abklingende Aufregung. „Sie geriet in einen schlechten Zustand“ wäre hier eine falsche Ersetzung. Die gleiche Verbform kann sogar gegensätzliche Entwicklungen beschreiben.

Kommt herunter, ist heruntergekommen

Die Formen lauten kommt herunter, kam herunter und ist heruntergekommen. In „ein heruntergekommenes Gebäude“ kann die Form als Adjektiv einen Zustand beschreiben; in „Sie ist die Treppe heruntergekommen“ gehört sie zur zusammengesetzten Verbform.

Übertragene Verwendungen meist umgangssprachlich; Abhängigkeitsverwendung salopp.

Konjugation von herunterkommenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
herunterkommen: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichkomme herunterkam herunterkomme herunterkäme herunter
dukommst herunterkamst herunterkommest herunterkämest herunter / kämst herunter
er/sie/eskommt herunterkam herunterkomme herunterkäme herunter
wirkommen herunterkamen herunterkommen herunterkämen herunter
ihrkommt herunterkamt herunterkommet herunterkämet herunter / kämt herunter
sie/Siekommen herunterkamen herunterkommen herunterkämen herunter

Bei Schulnoten kann „von einer schlechten Note herunterkommen“ eine Verbesserung bezeichnen. Entscheidend ist hier die jeweils verwendete Notenskala. Deshalb sind Zahlenrichtung und sachliche Verbesserung nicht ohne Weiteres gleichzusetzen.