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hervorrufen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
hervorrufen
Worttrennung
her·vor·ru·fen
Präsens
ruft hervor
Präteritum
rief hervor
Partizip II
hervorgerufen
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
trennbar
Ergänzungen
etwas hervorrufen (Akkusativ); bei jemandem etwas hervorrufen

Formen und Verwendung im Detail

Hervorrufen bedeutet, eine Wirkung oder Reaktion zu bewirken. Eine Bemerkung kann Gelächter, eine Veränderung Fragen und eine Darstellung Mitgefühl hervorrufen. Das Verb benennt einen ursächlichen Zusammenhang, erklärt aber noch nicht dessen genauen Ablauf.

Wirkung ist nicht automatisch Absicht

„Die Ankündigung rief Unruhe hervor“ beschreibt eine Reaktion auf die Ankündigung. Es wird nicht gesagt, dass die sprechende Person die Unruhe beabsichtigt hat. Wirkung und Absicht sind verschiedene Fragen. Wer eine Absicht behauptet, braucht zusätzliche Anhaltspunkte.

Auch die Stärke der Folge bleibt offen. Eine kurze Nachfrage und ein heftiger Protest können beide durch eine Mitteilung hervorgerufen werden. Adjektive, konkrete Handlungen oder die Anzahl der Beteiligten machen verständlicher, was tatsächlich geschieht.

In einer Textanalyse ist die Formulierung besonders nützlich, wenn sie begründet wird: Welche sprachliche Beobachtung führt im gegebenen Zusammenhang zu welcher möglichen Wirkung? Ein Stilmittel ruft nicht in jedem Text dieselbe Reaktion hervor. Für eine nachvollziehbare Deutung sollten Inhalt, Perspektive und vorausgehende Informationen berücksichtigt werden.

Bewirken, auslösen oder verursachen?

AusdruckBedeutung und Grenze
bewirkenEine nahe und allgemeine Alternative für einen hervorgebrachten Effekt.
auslösenBetont häufig den Beginn einer Reaktion; deren weitere Entwicklung kann zusätzliche Ursachen haben.
verursachenKlingt sachlicher und passt besonders zu Folgen oder Problemen, ohne Absicht vorauszusetzen.
erregenPasst zu Aufmerksamkeit oder bestimmten Gefühlen, aber nicht zu jedem beliebigen Ergebnis.
nahelegenIst vorsichtiger: Es bezeichnet keine bereits sicher eingetretene Wirkung.

„Die überraschende Pause ruft in dieser Szene Spannung hervor.“ – „Die überraschende Pause erzeugt in dieser Szene Spannung.“

Die Alternative erzeugen liegt nahe. In dieser Szene begrenzt die Aussage sinnvoll. Die Analyse sollte erklären, welche erwartete Information ausbleibt und warum das Warten hier Spannung fördern kann.

„Die Nachricht rief einen Streit hervor.“ – „Die Nachricht sollte einen Streit hervorrufen.“

Der zweite Satz behauptet einen Zweck. Der erste berichtet eine Wirkung, ohne diesen Zweck zu nennen. Aus dem eingetretenen Streit allein lässt sich die Absicht der überbringenden Person nicht sicher erschließen.

Ruft hervor, hat hervorgerufen

Die Formen lauten ruft hervor, rief hervor und hat hervorgerufen. Das Verb ist trennbar. Die Wirkung steht im Akkusativ; eine Ergänzung mit bei kann die betroffene Person nennen: bei den Zuhörenden Fragen hervorrufen.

Konjugation von hervorrufenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
hervorrufen: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichrufe hervorrief hervorrufe hervorriefe hervor
durufst hervorriefst hervorrufest hervorriefest hervor
er/sie/esruft hervorrief hervorrufe hervorriefe hervor
wirrufen hervorriefen hervorrufen hervorriefen hervor
ihrruft hervorrieft hervorrufet hervorriefet hervor
sie/Sierufen hervorriefen hervorrufen hervorriefen hervor

Im Passiv kann die Wirkung zum Subjekt werden: Die Reaktion wurde durch die Nachricht hervorgerufen. Der Satzbau verändert den Blickwinkel, nicht automatisch die Sicherheit der behaupteten Ursache. Diese muss weiterhin aus dem Zusammenhang nachvollziehbar sein.