hinausgehen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- hinausgehen
- Worttrennung
- hi·naus·ge·hen
- Präsens
- geht hinaus
- Präteritum
- ging hinaus
- Partizip II
- hinausgegangen
- Hilfsverb
- sein
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- über etwas hinausgehen (über + Akkusativ)
Hinausgehen bedeutet, nach draußen zu gehen oder nach außen gerichtet zu sein. In der Verbindung über etwas hinausgehen heißt es außerdem, eine Grenze, einen Umfang oder eine Vorgabe zu überschreiten. Ein räumlicher Weg ist dann nicht notwendig gemeint.
Nach draußen und über eine Grenze
„Die Besucherin geht aus dem Saal hinaus“ beschreibt das Verlassen des Innenraums. Wohin sie danach geht und ob sie bald zurückkommt, bleibt offen. Hinausgehen bezeichnet daher nicht automatisch einen endgültigen Abschied.
Auch eine Tür kann den Weg nach draußen ermöglichen: „Durch diese Tür geht es hinaus.“ Ein Fenster, das zum Hof hinausgeht, wird dagegen nach seiner Ausrichtung beschrieben. Es läuft nicht selbst nach draußen. Mitteilungen können in alle Welt hinausgehen, wenn sie nach außen gesendet werden.
„Die Aufgabe geht über den vereinbarten Umfang hinaus“ bedeutet, dass mehr verlangt wird als vereinbart. Das ist nicht in jedem Fall ein Lob. Zusätzliche Leistung kann hilfreich sein; eine Überschreitung von Befugnissen kann dagegen problematisch sein. Die Grenze und ihre Bedeutung müssen deshalb benannt werden.
Verlassen, nach außen führen oder überschreiten?
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| nach draußen gehen | Nahe beim körperlichen Verlassen eines Innenbereichs. |
| verlassen | Benennt das Weggehen aus einem Bereich, legt aber die Richtung draußen nicht immer gleich fest. |
| nach außen führen | Passt zur Tür, zum Weg oder zum Durchlass. |
| gerichtet sein | Passt etwa zur Ausrichtung eines Fensters. |
| überschreiten | Passt zu einer Grenze oder Vorgabe, nicht zu jedem räumlichen Hinausgehen. |
„Die Schülerinnen gehen in den Hof hinaus.“ – „Die Schülerinnen verlassen den Klassenraum und gehen in den Hof.“
Die zweite Fassung benennt Ausgangsbereich und Ziel ausdrücklich. Das ist in einer sachlichen Ablaufbeschreibung besonders klar. Über den Anlass des Hinausgehens sagt keine Fassung etwas.
„Der Bericht geht über die gestellte Frage hinaus.“ – „Der Bericht beantwortet die gestellte Frage besser.“
Der zweite Satz wäre kein sicherer Ersatz. Zusätzliche Inhalte können nützlich, aber auch unpassend sein. Die erste Fassung nennt den Umfang; eine Qualitätsbewertung muss gesondert begründet werden.
Geht hinaus, ist hinausgegangen
Die Formen lauten geht hinaus, ging hinaus und ist hinausgegangen. Die Verbindung mit über kann einen Vergleich oder eine Grenze nennen: über das übliche Maß hinausgehen.
Konjugation von hinausgehenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | gehe hinaus | ging hinaus | gehe hinaus | ginge hinaus |
| du | gehst hinaus | gingst hinaus | gehest hinaus | gingest hinaus |
| er/sie/es | geht hinaus | ging hinaus | gehe hinaus | ginge hinaus |
| wir | gehen hinaus | gingen hinaus | gehen hinaus | gingen hinaus |
| ihr | geht hinaus | gingt hinaus | gehet hinaus | ginget hinaus |
| sie/Sie | gehen hinaus | gingen hinaus | gehen hinaus | gingen hinaus |
Sich entfernen ist für Personen weiter gefasst. Man kann sich innerhalb eines Raums von einer Gruppe entfernen, ohne hinauszugehen. Beim Ersetzen sollten Ausgangsbereich, Zielrichtung und die Frage nach einer tatsächlichen oder bildlichen Grenze erhalten bleiben.
