hinbringen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- hinbringen
- Worttrennung
- hin·brin·gen
- Präsens
- bringt hin
- Präteritum
- brachte hin
- Partizip II
- hingebracht
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- jemanden oder etwas hinbringen (Akkusativ)
Was bedeutet hinbringen?
Hinbringen richtet eine Bewegung auf ein Ziel aus. Wer eine Mappe zum Büro hinbringt, sorgt dafür, dass sie dort ankommt. Wer jemanden zur Haltestelle hinbringt, begleitet oder befördert die Person dorthin. Ob man zu Fuß geht, fährt oder ein anderes Verkehrsmittel nutzt, wird durch das Verb allein nicht festgelegt.
Das Ziel kann bereits aus dem Gespräch bekannt sein: „Ich bringe dich nachher hin“ braucht keinen erneut genannten Ortsnamen, wenn beide wissen, wohin. In einem eigenständigen Bericht ist diese Auslassung dagegen oft unverständlich.
Umgangssprachlich kann hinbringen außerdem bewältigen oder zustande bringen bedeuten. „Er bringt die Aufgabe nicht hin“ meint dann keine Ortsveränderung, sondern ein ausbleibendes Ergebnis. Bei Tagen oder Stunden hat das Verb eine zeitliche Bedeutung: Man bringt eine Zeit mit einer Beschäftigung hin. Diese Lesart beschreibt das Verbringen der Zeit, nicht notwendig deren produktive Nutzung.
Welche Synonyme passen?
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| bringen / befördern | Passt zum Transport; befördern klingt sachlicher und betont die Ortsveränderung. |
| begleiten | Betont das Mitgehen, behauptet aber für sich genommen nicht jede Art des Hinbringens. |
| liefern | Passt zu einer Lieferung; setzt einen anderen Zusammenhang voraus als das Begleiten einer Person. |
| bewältigen / verbringen | Bewältigen passt zur Aufgabe, verbringen zur Zeit. Beide ersetzen nur die jeweilige übertragene Lesart. |
In einem sachlichen Text sollte erkennbar sein, ob etwas nur losgeschickt oder tatsächlich am Ziel abgegeben wurde. „Hinbringen“ legt den erfolgreichen Transport nahe; ein bloßer Versuch lässt sich genauer als solcher beschreiben.
Zwei Beispiele erklärt
„Omar bringt die Unterlagen zum Sekretariat hin.“ · „Omar schickt die Unterlagen zum Sekretariat.“
Der erste Satz beschreibt das Hinbringen an den Ort. Der zweite lässt etwa Post oder digitale Übermittlung zu. Persönlicher Transport ist deshalb nicht automatisch gemeint.
„Sie bringt die Aufgabe nicht hin.“ · „Sie bringt die Aufgabe nicht zur Lehrerin hin.“
Ohne Ortsangabe kann die umgangssprachliche Bedeutung „Sie schafft es nicht“ gemeint sein. Der Zusatz zur Lehrerin macht eine Beförderung zum Ziel deutlich. Der Satzbau löst hier eine Mehrdeutigkeit auf.
Trennung und Satzbau
Im Hauptsatz wird getrennt: „Er bringt die Tasche hin.“ Im Nebensatz heißt es „weil er die Tasche hinbringt“. Der Infinitiv mit zu lautet hinzubringen. Bei einem Ortsziel kann ein Pronomen wie „dorthin“ Klarheit schaffen; bei einer Aufgabe ist die sachlichere Alternative „bewältigen“ oft leichter verständlich.
Konjugation von hinbringenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | bringe hin | brachte hin | bringe hin | brächte hin |
| du | bringst hin | brachtest hin | bringest hin | brächtest hin |
| er/sie/es | bringt hin | brachte hin | bringe hin | brächte hin |
| wir | bringen hin | brachten hin | bringen hin | brächten hin |
| ihr | bringt hin | brachtet hin | bringet hin | brächtet hin |
| sie/Sie | bringen hin | brachten hin | bringen hin | brächten hin |
