hingeben
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- hingeben
- Worttrennung
- hin·ge·ben
- Präsens
- gibt hin
- Präteritum
- gab hin
- Partizip II
- hingegeben
- Hilfsverb
- haben
Die Bedeutungen von hingeben
Hingeben kann einen einfachen Übergabevorgang bezeichnen: Man gibt jemandem einen Gegenstand hin. In gehobener Sprache kann es stärker ein Opfern oder Aufgeben meinen, etwa wenn jemand Besitz für eine Sache hingibt. Eine gewöhnliche Übergabe und ein schmerzhafter Verzicht sind deshalb keine identischen Vorgänge.
Häufig ist die reflexive Verwendung: Jemand gibt sich einer Aufgabe, einem Vergnügen oder einem Gedanken hin. Die Person widmet sich der Sache intensiv oder lässt sich von ihr tragen. Der Ausdruck kann Konzentration oder ein Sichüberlassen hervorheben. Ob dies zustimmend oder kritisch gemeint ist, hängt vom Gegenstand ab. Sich einer Illusion hinzugeben ist keine Zusicherung, dass die Vorstellung wahr ist.
Auf eine Person bezogen kann sich hingeben auch eine verhüllende sexuelle Bedeutung haben. Sie sollte nicht in jede persönliche Zuwendung hineingelesen werden; ein Mensch kann sich ebenso einer gemeinsamen Aufgabe hingeben, ohne dass diese Bedeutung vorliegt.
Synonyme nach Zusammenhang
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| hinreichen / übergeben | Passt zu einer tatsächlichen Übergabe; ein Opfer ist damit nicht notwendig verbunden. |
| opfern | Betont das Weggeben oder den Verzicht zugunsten einer Sache. |
| sich widmen | Passt zu einer intensiven Beschäftigung und wirkt sachlicher. |
| sich überlassen | Betont das Nachgeben gegenüber einem Gefühl, Eindruck oder Verlauf. |
Etwas abzugeben ist weiter gefasst als es zu opfern. Bei einem geliehenen Buch wäre zurückgeben genauer; bei einem bewussten Verzicht auf Besitz kann die gehobene Form hingeben angemessen sein.
Satzvergleiche erklärt
„Noa gab ihr den Stift hin.“ · „Noa opferte ihr den Stift.“
Der erste Satz schildert eine Übergabe. Der zweite macht daraus einen Verzicht, der als Opfer bewertet wird. Diese zusätzliche Bewertung passt nicht automatisch zu jedem Hinreichen.
„Sie gab sich ganz der Musik hin.“ · „Sie beschäftigte sich mit dem Aufbau der Musik.“
Im ersten Satz steht das intensive Erleben im Vordergrund. Im zweiten wird eine untersuchende Tätigkeit genannt. Beides kann zusammenfallen, ist sprachlich aber unterschiedlich gewichtet.
Reflexiv und trennbar
Die Formen heißen „gibt hin“, „gab hin“ und „hat hingegeben“. Reflexiv steht das Pronomen im Akkusativ: „Sie gibt sich der Aufgabe hin“; die Aufgabe steht hier im Dativ. Mit zu heißt es sich hinzugeben. Die getrennte Folge „auf einen Wunsch hin geben“ gehört dagegen zu einer anderen Satzgliederung.
Konjugation von hingebenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | gebe hin | gab hin | gebe hin | gäbe hin |
| du | gibst hin | gabst hin | gebest hin | gäbest hin / gäbst hin |
| er/sie/es | gibt hin | gab hin | gebe hin | gäbe hin |
| wir | geben hin | gaben hin | geben hin | gäben hin |
| ihr | gebt hin | gabt hin | gebet hin | gäbet hin / gäbt hin |
| sie/Sie | geben hin | gaben hin | geben hin | gäben hin |
