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inspirieren

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
inspirieren
Worttrennung
in·spi·rie·ren
Präsens
inspiriert
Präteritum
inspirierte
Partizip II
inspiriert
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar
Ergänzungen
jemanden zu etwas inspirieren (Akkusativ; zu + Dativ)

Formen und Verwendung im Detail

Inspirieren heißt, jemanden zu einem Gedanken, einem Werk oder einer Handlung anzuregen. Der Ausdruck beschreibt einen Impuls; er legt weder das vollständige Ergebnis noch eine bloße Nachahmung fest.

Ein Anstoß zum eigenen Gestalten

Ein Musikstück kann eine Erzählung inspirieren, ein Gespräch kann jemanden zu einem neuen Vorhaben anregen. Der Impuls kann bewusst aufgenommen werden oder erst im Rückblick erkennbar erscheinen. Das Verb sagt allein nicht, wie eng Ausgangspunkt und Ergebnis zusammenhängen.

„Sie ließ sich von einem Gedicht inspirieren“ lässt Raum für eigene Gestaltung. Die spätere Arbeit kann ein Motiv weiterführen, einen Klang aufnehmen oder eine ganz andere Form wählen. Für eine Analyse ist deshalb wichtig, die tatsächlich erkennbaren Gemeinsamkeiten zu benennen, statt aus dem Wort inspirieren schon einen vollständigen Einflussnachweis abzuleiten.

Anregen, beflügeln und nachahmen

Anregen ist eine nahe, sachliche Alternative. Einen Impuls geben erklärt die auslösende Wirkung. Beflügeln hebt den empfundenen Schwung und oft eine positive Wirkung hervor. Veranlassen kann einen konkreteren Anlass einer Handlung nennen. Nachahmen beschreibt dagegen eine Orientierung an einer vorhandenen Gestaltung und ist keine neutrale Umschreibung für jedes Inspirieren.

„Der Reisebericht inspirierte Jona zu einer eigenen Erzählung.“ → „Der Reisebericht regte Jona zu einer eigenen Erzählung an.“

Die zweite Fassung ist alltäglicher und erhält den Impuls. Beide Sätze lassen offen, ob Jona Orte, Figuren oder nur eine Stimmung aufgreift. Diese Einzelheiten müssen gesondert gezeigt werden.

„Die Künstlerin ließ sich von alten Karten inspirieren.“ → „Die Künstlerin ahmte alte Karten nach.“

Die zweite Fassung legt eine engere Übernahme nahe. Die erste kann auch bedeuten, dass nur Linien, Farben oder die Idee des Suchens einen Anstoß geben. Der Austausch kann eine eigenständige Arbeit deshalb unzutreffend als Nachbildung darstellen.

Jemanden zu etwas inspirieren

Das Verb lautet inspiriert, inspirierte, hat inspiriert. Die angeregte Person kann im Akkusativ stehen; zu nennt den entstehenden Gedanken oder das Vorhaben. Möglich ist auch „sich von etwas inspirieren lassen“.

Konjugation von inspirierenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
inspirieren: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichinspiriereinspirierteinspiriereinspirierte
duinspirierstinspiriertestinspirierestinspiriertest
er/sie/esinspiriertinspirierteinspiriereinspirierte
wirinspiriereninspirierteninspiriereninspirierten
ihrinspiriertinspiriertetinspirieretinspiriertet
sie/Sieinspiriereninspirierteninspiriereninspirierten

In „Der Entwurf wirkt inspiriert“ wird das Partizip als Beschreibung verwendet. Gemeint sein kann ideenreiche Gestaltung. Ob der Entwurf praktisch brauchbar ist, bleibt dabei eine weitere Frage und sollte nicht mit der schöpferischen Anregung gleichgesetzt werden.