lauern
Form & Grammatik
- Stichwort
- lauern
- Worttrennung
- lau·ern
- Präsens
- er / sie lauert
- Präteritum
- er / sie lauerte
- Partizip II
- gelauert
- Perfekt
- hat gelauert
- Hilfsverb
- haben
- Infinitiv
- lauern
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
Reflexiver Gebrauch: nicht reflexiv
Gebrauch: Schwaches Verb. Ich lauere und ich laure sind möglich; Tabellen mit der längeren Form. Ungeduldiges Warten ist umgangssprachlich.
Ergänzungen: auf jemanden/etwas lauern (auf + Akkusativ); irgendwo lauern
Definition · kurz erklärt
Lauern bedeutet, angespannt auf jemanden, etwas oder eine günstige Gelegenheit zu warten. Häufig schwingt dabei Heimlichkeit oder eine feindliche Absicht mit; umgangssprachlich kann auch bloß ein ungeduldiges Warten gemeint sein.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Verborgen auf jemanden warten
Ein Tier kann auf Beute lauern, eine Figur in einer Geschichte auf jemanden, den sie überraschen will. Das Wort verbindet das Warten oft mit Beobachten und Bereitschaft zum Handeln.
„Die Katze lauerte hinter der Kiste auf die Maus.“
Versteck und Ziel des Wartens sind erkennbar. Die Katze ist bereit, im passenden Moment zu handeln.
Bedeutung 2: Einen günstigen Augenblick erwarten
Im Sport kann jemand auf einen günstigen Moment lauern. Umgangssprachlich ist auch gespanntes oder ungeduldiges Warten möglich. Eine böse Absicht gehört dann nicht zwingend zur Aussage.
„Die Stürmerin lauerte auf einen ungenauen Pass.“
Sie wartet auf eine spielerische Gelegenheit. Heimliche Feindseligkeit ist damit nicht gemeint.
Bedeutung 3: Als Gefahr verborgen vorhanden sein
In „Hier lauert eine Gefahr“ handelt die Gefahr nicht wie ein Mensch. Das Bild stellt ein Risiko als vorhanden, aber noch nicht offen hervorgetreten dar.
„Unter der dünnen Schneedecke lauerten Stolperstellen.“
Die Hindernisse warten nicht absichtlich. Das Bild macht das zunächst schlecht erkennbare Risiko anschaulich.
Synonyme: andere Wörter für lauern
Auflauern, abwarten und beobachten unterscheiden sich in Absicht und Satzbau.
Verdeckt auf jemanden warten
im Hinterhalt warten · auflauern · beobachten
Auflauern setzt die betreffende Person in den Dativ: jemandem auflauern. Beobachten allein enthält noch keine Absicht, später zuzugreifen oder jemanden zu überraschen.
„Der Räuber lauerte auf den Boten.“ → „Der Räuber lauerte dem Boten auf.“ Beide Fassungen beschreiben das Warten aus dem Hinterhalt.
Einen günstigen Moment abpassen
gespannt warten · abwarten · eine Gelegenheit abpassen
Abwarten ist neutraler. Eine Gelegenheit abpassen betont den passenden Zeitpunkt. Lauern kann die Handlung lebendiger, aber auch misstrauischer oder angriffslustiger erscheinen lassen.
„Die Spielerin lauerte auf eine Lücke in der Abwehr.“ → „Die Spielerin wartete auf eine günstige Gelegenheit zum Durchbruch.“ Die zweite Fassung erklärt das Ziel.
Beispiele und Verwendung
Absicht und Ort unterscheiden
„Hinter dem Vorhang lauerte die Märchenfigur auf den nächsten Besucher.“
Der Ort und das Ziel des Wartens machen die heimliche Situation erkennbar. Was die Figur vorhat, müsste die Geschichte noch erklären.
Ungeduld ausdrücken
„Er lauerte schon auf das Signal zum Beginn der Schatzsuche.“
Hier steht die Ungeduld im Vordergrund. Aus dem Verb allein lässt sich keine feindselige Absicht ableiten.
Grammatik und Beugung
Die Stammformen lauten lauert, lauerte, hat gelauert. In der ersten Person sind „ich lauere“ und „ich laure“ möglich. Bei der Aufforderung kommen „lauere!“, „laure!“ und „lauer!“ vor; die Tabelle zeigt die längere Form.
Die Ergänzung mit auf steht beim Ziel des Wartens im Akkusativ: „auf den richtigen Moment lauern“. Das andere Verb auflauern hat dagegen eine abgetrennte Vorsilbe und einen Dativ: „Sie lauert ihm auf.“
| Person | Präsens | Präteritum |
|---|---|---|
| ich | ich lauere | ich lauerte |
| du | du lauerst | du lauertest |
| er / sie / es | er/sie/es lauert | er/sie/es lauerte |
| wir | wir lauern | wir lauerten |
| ihr | ihr lauert | ihr lauertet |
| sie | sie lauern | sie lauerten |
| Person | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|
| ich | ich lauere | ich lauerte |
| du | du lauerst | du lauertest |
| er / sie / es | er/sie/es lauere | er/sie/es lauerte |
| wir | wir lauern | wir lauerten |
| ihr | ihr lauert | ihr lauertet |
| sie | sie lauern | sie lauerten |
| Person | Perfekt |
|---|---|
| ich | ich habe gelauert |
| du | du hast gelauert |
| er / sie / es | er/sie/es hat gelauert |
| wir | wir haben gelauert |
| ihr | ihr habt gelauert |
| sie | sie haben gelauert |
| Anrede | Imperativ |
|---|---|
| du | lauere! |
| ihr | lauert! |
| Sie | lauern Sie! |
Überall lauern Gefahren
Die Verbindung warnt vor möglichen Risiken, die nicht sofort sichtbar sind: „Im fremden Gelände lauern Gefahren, wenn Wegmarkierungen übersehen werden.“ Mit der Bedingung wird klarer, welches Risiko gemeint ist.
In einer Textanalyse lässt sich fragen, ob die Formulierung eine begründete Warnung verstärkt oder vor allem Angst erzeugen soll. Das Verb kann Spannung aufbauen; es ersetzt jedoch keine konkrete Erklärung der Gefahr.
