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leugnen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
leugnen
Worttrennung
leug·nen
Präsens
er leugnet
Präteritum
er leugnete
Partizip II
geleugnet
Perfekt
er hat geleugnet
Hilfsverb
haben
Infinitiv
leugnen
Trennbarkeit
nicht trennbar

Häufig wertend: Der Berichtende behandelt die zurückgewiesene Aussage als wahr oder belegt.

Ergänzungen: etwas leugnen; leugnen, dass …; leugnen, etwas getan zu haben

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Leugnen bedeutet, eine Behauptung, einen Sachverhalt oder die eigene Beteiligung als nicht zutreffend zurückzuweisen. Das Wort lässt häufig erkennen, dass die sprechende Person die zurückgewiesene Aussage für wahr oder gut belegt hält.

Bedeutungen

Jemand kann einen Vorwurf, eine Tat oder eine Verantwortung leugnen. Auch die Existenz eines Sachverhalts kann geleugnet werden. Der Ausdruck beschreibt also nicht nur eine verneinende Antwort, sondern ordnet diese Antwort oft bereits wertend ein.

In „Er leugnet den Fehler“ klingt gewöhnlich mit, dass aus Sicht des Berichtenden ein Fehler vorliegt. „Er bestreitet, einen Fehler gemacht zu haben“ lässt die Frage nach der Wahrheit sprachlich eher offen. Diese Unterscheidung ist für sachliche Berichte und Textanalysen wichtig.

Leugnen ist nicht einfach dasselbe wie verschweigen. Wer etwas verschweigt, kann dazu gar nichts sagen; wer leugnet, weist es zurück. Ebenso bedeutet es nicht in jedem Kontext, dass eine bewusst erfundene Geschichte erzählt wird. Die Einordnung als absichtliche Täuschung braucht einen eigenen Beleg.

leugnen: Synonyme und andere Wörter

Eine Aussage zurückweisen

bestreiten, abstreiten

Bestreiten ist in vielen Berichten die neutralere Wahl. Abstreiten kann ebenfalls nach einer Abwehr klingen. Leugnen unterstellt häufiger, dass der zurückgewiesene Sachverhalt tatsächlich besteht.

„Die Sprecherin leugnet den Vorwurf.“ → „Die Sprecherin bestreitet den Vorwurf.“ Die zweite Fassung hält den Ausgang der Prüfung sprachlich eher offen.

Die Wahrheit einer Aussage verneinen

verneinen, in Abrede stellen

Verneinen beschreibt zunächst die ablehnende Antwort. In Abrede stellen ist förmlicher und liegt bei Behauptungen oder Zuständigkeiten nahe. Beide ersetzen leugnen nur, wenn die jeweilige Ergänzung passt.

„Er leugnet, davon gewusst zu haben.“ → „Er stellt in Abrede, davon gewusst zu haben.“ Die Umschreibung klingt förmlicher und weniger nach einem bewiesenen Fehlverhalten.

Verwendung und Beispiele

„Obwohl die Nachricht noch auf seinem Bildschirm stand, leugnete die Figur, sie erhalten zu haben.“

Der genannte Widerspruch begründet, warum hier leugnen passt. In einer Analyse sollte der Beleg mitgenannt werden, statt aus einem bloßen Dementi sofort eine Täuschung abzuleiten.

„Die Zeugin bestreitet den Ablauf; im Bericht wird zunächst auf das wertende Wort leugnen verzichtet.“

Das Beispiel zeigt eine bewusste Wortwahl. Solange der Sachverhalt nicht geklärt ist, kann bestreiten genauer wiedergeben, dass zwei Darstellungen einander widersprechen.

Grammatik

Die Grundformen lauten leugnen – leugnete – hat geleugnet. Das Verb ist nicht trennbar, das Hilfsverb ist haben. Die Worttrennung lautet leug·nen.

Möglich sind ein Akkusativobjekt („den Vorwurf leugnen“), ein dass-Satz oder eine Infinitivgruppe: „Sie leugnet, die Datei verändert zu haben.“ Bei der Infinitivgruppe bezieht sich die handelnde Person auf das Subjekt des Hauptsatzes. Die einfache Konjunktiv-II-Form leugnete ist mit dem Präteritum gleichlautend; „würde leugnen“ kann die gemeinte Möglichkeit deutlicher ausdrücken.

leugnen: Indikativ: Gegenwart und einfache Vergangenheit
PersonPräsensPräteritum
ichich leugneich leugnete
dudu leugnestdu leugnetest
er/sie/eser/sie/es leugneter/sie/es leugnete
wirwir leugnenwir leugneten
ihrihr leugnetihr leugnetet
siesie leugnensie leugneten
leugnen: Indikativ: abgeschlossene Handlungen
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichich habe geleugnetich hatte geleugnet
dudu hast geleugnetdu hattest geleugnet
er/sie/eser/sie/es hat geleugneter/sie/es hatte geleugnet
wirwir haben geleugnetwir hatten geleugnet
ihrihr habt geleugnetihr hattet geleugnet
siesie haben geleugnetsie hatten geleugnet
leugnen: Indikativ: Zukunft und Vermutung
PersonFutur IFutur II
ichich werde leugnenich werde geleugnet haben
dudu wirst leugnendu wirst geleugnet haben
er/sie/eser/sie/es wird leugnener/sie/es wird geleugnet haben
wirwir werden leugnenwir werden geleugnet haben
ihrihr werdet leugnenihr werdet geleugnet haben
siesie werden leugnensie werden geleugnet haben
leugnen: Konjunktiv I: Gegenwart und Vergangenheit
PersonGegenwartVergangenheit
ichich leugneich habe geleugnet
dudu leugnestdu habest geleugnet
er/sie/eser/sie/es leugneer/sie/es habe geleugnet
wirwir leugnenwir haben geleugnet
ihrihr leugnetihr habet geleugnet
siesie leugnensie haben geleugnet
leugnen: Konjunktiv II: Gegenwart und Vergangenheit
PersonEinfache FormVergangenheit
ichich leugneteich hätte geleugnet
dudu leugnetestdu hättest geleugnet
er/sie/eser/sie/es leugneteer/sie/es hätte geleugnet
wirwir leugnetenwir hätten geleugnet
ihrihr leugnetetihr hättet geleugnet
siesie leugnetensie hätten geleugnet
leugnen: Aufforderungsformen
AnredeImperativ
duleugne!
ihrleugnet!
Sieleugnen Sie!

Eine Verneinung ist noch kein Beweis

Für einen sachlichen Text lohnt sich die Frage: Ist nur die Zurückweisung bekannt oder auch der Gegenbeleg? Bestreiten beschreibt die erste Situation häufig genauer. Leugnen kann angemessen sein, wenn die Tatsachenlage oder die Perspektive des Textes ausdrücklich deutlich wird.