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losmachen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
losmachen
Worttrennung
los·ma·chen
Präsens
er/sie/es macht los
Präteritum
er/sie/es machte los
Partizip II
losgemacht
Perfekt
hat losgemacht
Hilfsverb
haben
Infinitiv
losmachen
Trennbarkeit
trennbar

Reflexiver Gebrauch: auch reflexiv: sich losmachen

Gebrauch: Meist umgangssprachlich; Ablegen auch seemannssprachlich. Reflexiv sich losmachen.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Losmachen bedeutet meist, etwas zu lösen oder jemanden zu befreien. Das umgangssprachliche Verb kann außerdem zum Beeilen auffordern oder ein Aufbrechen und Anfangen bezeichnen. In der Schifffahrt heißt losmachen: vom Liegeplatz ablegen.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Eine Verbindung lösen

Man kann ein festgebundenes Seil losmachen oder jemanden aus einer Bindung befreien. Das Wort bezeichnet das Ergebnis: Etwas ist anschließend nicht mehr fest. Ob dafür ein Knoten geöffnet, ein Verschluss gelöst oder ein anderer Handgriff ausgeführt wird, erklärt erst der Zusammenhang.

Bei sich losmachen löst sich die handelnde Person selbst. Das kann körperlich gemeint sein, aber auch bildlich: Jemand macht sich von einer Vorstellung oder einer bedrängenden Aufgabe los. Eine solche Formulierung beschreibt einen Abstand oder eine Befreiung; sie erklärt noch nicht, wie nachhaltig diese ist.

„Sie machte das festgebundene Seil los und legte es auf den Boden.“

Die Befestigung wird aufgehoben. Welcher konkrete Handgriff nötig war, muss der Satz nicht festlegen.

Bedeutung 2: Sich beeilen, anfangen oder aufbrechen

Die knappe Aufforderung „Mach los!“ bedeutet häufig „Beeil dich!“. In einer anderen Situation kann sie zum Anfangen auffordern. „Wir machen jetzt los“ kann umgangssprachlich heißen, dass eine Gruppe aufbricht. Für einen sachlichen Bericht sind aufbrechen oder anfangen meist eindeutiger.

In der Schifffahrt steht das Losmachen im Zusammenhang mit dem Ablegen. Die allgemeine Aufforderung allein nennt jedoch weder ein bestimmtes Manöver noch eine fachliche Arbeitsanweisung.

„‚Wir machen jetzt los‘, sagte er und nahm seine Jacke.“

Die Jacke und die Ankündigung legen hier den Aufbruch nahe. In einer anderen Situation kann die knappe Aufforderung zum Beeilen gemeint sein.

losmachen: Synonyme und andere Wörter

Etwas lösen

lösen · losbinden · befreien

Lösen ist weit und sachlich. Losbinden nennt ausdrücklich eine Bindung. Befreien betont, dass jemand oder etwas aus einer Einschränkung herauskommt. Welches Wort passt, hängt von der tatsächlichen Verbindung ab.

„Sie machte das Fahrrad los.“ → „Sie löste das Fahrradschloss.“ Die zweite Fassung passt, wenn das Fahrrad tatsächlich mit einem Schloss gesichert war. Losmachen allein nennt diese Art der Sicherung noch nicht.

Sich einer Bindung entziehen

sich lösen · sich befreien · Abstand gewinnen

Sich lösen passt körperlich und bildlich. Abstand gewinnen beschreibt vor allem eine veränderte Sicht oder innere Distanz. Es muss nicht bedeuten, dass eine äußere Bindung schon beendet ist.

„Er machte sich von der Vorstellung los, alles allein schaffen zu müssen.“ → „Er gewann Abstand von dieser Vorstellung.“ Die zweite Fassung betont den gedanklichen Prozess.

Zum Handeln auffordern

sich beeilen · anfangen · aufbrechen

Sich beeilen betrifft das Tempo. Anfangen betrifft den Beginn einer Tätigkeit, aufbrechen das Verlassen eines Ortes. Die kurze Aufforderung mach los kann je nach Situation Verschiedenes meinen.

„Mach los, sonst verpassen wir den Bus!“ meint „Beeil dich!“. „Mach los, die Bühne gehört dir!“ fordert dagegen zum Beginn auf.

Beispiele und Verwendung

„Vor dem Weiterfahren machte sie das Boot vom Steg los.“

Hier geht es um das Lösen der Verbindung zum Liegeplatz. Die anschließende Bewegung ist eine eigene Handlung.

„Er machte sich vorsichtig aus der Umarmung los, um die Tür zu öffnen.“

Die reflexive Verbindung beschreibt eine körperliche Bewegung. Ein Streit oder eine ablehnende Haltung folgt daraus nicht.

„‚Mach los, wir müssen in fünf Minuten gehen!‘, rief seine Schwester.“

Die Zeitangabe macht deutlich, dass die Aufforderung das Tempo betrifft. Ohne diesen Zusammenhang wäre auch ein Aufruf zum Anfangen denkbar.

Grammatik und Beugung

Die Formen lauten macht los – machte los – hat losgemacht. Das schwache Verb ist trennbar: „Sie macht das Seil los.“ Im Nebensatz steht es zusammen: „…, weil sie das Seil losmacht.“ Die Worttrennung lautet los·ma·chen.

Mit zu heißt es loszumachen: „Sie versucht, den Knoten loszumachen.“ Bei der reflexiven Verwendung richtet sich das Pronomen nach der Person: ich mache mich los, du machst dich los, sie macht sich los.

Die Aufforderungen lauten mach los! oder mache los!, an mehrere Personen macht los!. Die Tabellen zeigen die nicht reflexive Aktivreihe; das passende Reflexivpronomen wird im jeweiligen Satz ergänzt.

losmachen: Indikativ: Gegenwart und einfache Vergangenheit
PersonPräsensPräteritum
ichich mache losich machte los
dudu machst losdu machtest los
er/sie/eser/sie/es macht loser/sie/es machte los
wirwir machen loswir machten los
ihrihr macht losihr machtet los
siesie machen lossie machten los
losmachen: Indikativ: abgeschlossene Handlungen
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichich habe losgemachtich hatte losgemacht
dudu hast losgemachtdu hattest losgemacht
er/sie/eser/sie/es hat losgemachter/sie/es hatte losgemacht
wirwir haben losgemachtwir hatten losgemacht
ihrihr habt losgemachtihr hattet losgemacht
siesie haben losgemachtsie hatten losgemacht
losmachen: Indikativ: Zukunft und Vermutung
PersonFutur IFutur II
ichich werde losmachenich werde losgemacht haben
dudu wirst losmachendu wirst losgemacht haben
er/sie/eser/sie/es wird losmachener/sie/es wird losgemacht haben
wirwir werden losmachenwir werden losgemacht haben
ihrihr werdet losmachenihr werdet losgemacht haben
siesie werden losmachensie werden losgemacht haben
losmachen: Konjunktiv I: Gegenwart und Vergangenheit
PersonGegenwartVergangenheit
ichich mache losich habe losgemacht
dudu machest losdu habest losgemacht
er/sie/eser/sie/es mache loser/sie/es habe losgemacht
wirwir machen loswir haben losgemacht
ihrihr machet losihr habet losgemacht
siesie machen lossie haben losgemacht
losmachen: Konjunktiv II: Gegenwart und Vergangenheit
PersonEinfache FormVergangenheit
ichich machte losich hätte losgemacht
dudu machtest losdu hättest losgemacht
er/sie/eser/sie/es machte loser/sie/es hätte losgemacht
wirwir machten loswir hätten losgemacht
ihrihr machtet losihr hättet losgemacht
siesie machten lossie hätten losgemacht
losmachen: Aufforderungsformen
AnredeImperativ
dumach los! / mache los!
ihrmacht los!
Siemachen Sie los!

Einen losmachen

Die umgangssprachliche, heute eher veraltende Wendung einen losmachen bedeutet ausgelassen zu feiern. „Nach dem letzten Arbeitstag wollten die Freunde noch einmal einen losmachen.“ Hier wird kein Gegenstand gelöst. Für einen neutralen Bericht ist „gemeinsam feiern“ verständlicher und weniger zeitgebunden.