Meine Wörter

mäkeln

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
mäkeln
Worttrennung
mä·keln
Präsens
er/sie/es mäkelt
Präteritum
er/sie/es mäkelte
Partizip II
gemäkelt
Perfekt
hat gemäkelt
Hilfsverb
haben
Infinitiv
mäkeln
Trennbarkeit
nicht trennbar

Reflexiver Gebrauch: nicht obligatorisch reflexiv

Gebrauch: Abwertend beim nörgelnden Kritisieren; an + Dativ. Selten auch makeln.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Mäkeln heißt, immer wieder etwas an einer Person oder Sache auszusetzen und darüber nörgelnd zu klagen. Das Verb bewertet die Art der Kritik meist abwertend. Es kann den Eindruck vermitteln, jemand sei mit kaum etwas zufrieden.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Wiederholt oder kleinlich Kritik äußern

Wer mäkelt, äußert nicht bloß einen einzelnen begründeten Einwand. Das Wort stellt die wiederholte oder kleinliche Unzufriedenheit in den Vordergrund. Ob die beanstandeten Punkte tatsächlich unwichtig sind, ist damit noch nicht bewiesen: Die Bezeichnung zeigt auch, wie die sprechende Person die Kritik einschätzt.

So kann eine berechtigte Nachfrage von jemand anderem als Mäkeln abgetan werden. In einem sachlichen Bericht ist genauer, wer was bemängelt und wie die andere Seite darauf reagiert. Eine Textanalyse kann dagegen bewusst untersuchen, warum eine Figur das Verhalten als Mäkeln bezeichnet.

„Kaum lag ein neuer Entwurf vor, mäkelte er schon wieder an jeder Kleinigkeit.“

Die Wiederholung und die als klein bewerteten Punkte begründen den Ausdruck. Ob einzelne Einwände trotzdem berechtigt sind, bleibt zu prüfen.

Bedeutung 2: Selten: ein Geschäft vermitteln

Selten steht mäkeln außerdem im Sinn von makeln, also für eine vermittelnde Handelstätigkeit. Diese Lesart begegnet eher in besonderen oder älteren Zusammenhängen. Beim heutigen Satz „Er mäkelt am Entwurf“ geht es gewöhnlich um Kritik.

„Im älteren Handelstext steht mäkeln im Sinne von Geschäfte vermitteln.“

Das seltene Handelswort ist vom heutigen Kritikverb zu unterscheiden. Der Kontext muss diese Lesart tragen.

mäkeln: Synonyme und andere Wörter

Nörgelnde Kritik ausdrücken

nörgeln · herumkritisieren · ständig etwas auszusetzen haben

Nörgeln ist ein naher Ersatz. Herumkritisieren bewertet die Kritik ebenfalls als wenig hilfreich. Die längere Umschreibung zeigt das wiederholte Verhalten, kann aber weiterhin kritisch klingen.

„Sie mäkelt an jedem Vorschlag.“ → „Sie hat an jedem Vorschlag etwas auszusetzen.“ Beide Fassungen betonen, dass kein Vorschlag ihre Zustimmung findet.

Eine Beanstandung sachlicher formulieren

bemängeln · beanstanden · kritisieren

Diese Wörter legen weniger stark fest, dass die Kritik kleinlich oder lästig ist. Bemängeln und beanstanden nennen gewöhnlich den kritisierten Punkt deutlicher. Der Satzbau kann sich dabei ändern.

„Er mäkelt am Bericht“ lässt sich durch „Er bemängelt die fehlenden Belege im Bericht“ konkretisieren, wenn tatsächlich fehlende Belege kritisiert werden. Erst diese Kontextangabe erlaubt es, einen bestimmten Grund zu nennen.

Beispiele und Verwendung

„Noch bevor die Gruppe den Plan erklärt hatte, mäkelte er an der Farbe des Deckblatts.“

Die Reihenfolge zeigt, weshalb die Kritik als vorschnell oder auf Nebensachen gerichtet erscheinen kann. Eine Eigenschaft der ganzen Person ist damit noch nicht bewiesen.

„Sie empfand seine Hinweise als Mäkeln, obwohl er zwei falsche Zahlen gefunden hatte.“

Das Beispiel trennt die Bewertung der Kritik von ihrem tatsächlichen Anlass. Eine Analyse sollte beide Informationen berücksichtigen.

„Beim gemeinsamen Kochen mäkelte die Figur erst an der Schüssel und dann am Löffel.“

Die wiederholten Beanstandungen machen den nörgelnden Eindruck anschaulich. Das Verb nennt nicht automatisch einen konkreten Schaden an den Gegenständen.

Grammatik und Beugung

Die Stammformen lauten mäkelt – mäkelte – hat gemäkelt. Das Verb ist schwach; die Worttrennung lautet mä·keln. In der ersten Person stehen ich mäkele und ich mäkle. Die Kurzform ich mäkel begegnet besonders gesprochen oder stilisiert.

Häufig lautet die Verbindung an etwas mäkeln mit Dativ: am Entwurf, an der Formulierung. Bei etwas bemängeln steht das beanstandete Objekt dagegen direkt im Akkusativ.

Die Aufforderung kann mäkel!, mäkele! oder mäkle! heißen. Die Tabellen zeigen die belegten heutigen Formen; seltenere gekürzte Konjunktivvarianten sind ebenfalls als vollständige Formen enthalten.

mäkeln: Indikativ: Gegenwart und einfache Vergangenheit
PersonPräsensPräteritum
ichich mäkle / ich mäkel / ich mäkeleich mäkelte
dudu mäkelstdu mäkeltest
er/sie/eser/sie/es mäkelter/sie/es mäkelte
wirwir mäkelnwir mäkelten
ihrihr mäkeltihr mäkeltet
siesie mäkelnsie mäkelten
mäkeln: Indikativ: abgeschlossene Handlungen
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichich habe gemäkeltich hatte gemäkelt
dudu hast gemäkeltdu hattest gemäkelt
er/sie/eser/sie/es hat gemäkelter/sie/es hatte gemäkelt
wirwir haben gemäkeltwir hatten gemäkelt
ihrihr habt gemäkeltihr hattet gemäkelt
siesie haben gemäkeltsie hatten gemäkelt
mäkeln: Indikativ: Zukunft und Vermutung
PersonFutur IFutur II
ichich werde mäkelnich werde gemäkelt haben
dudu wirst mäkelndu wirst gemäkelt haben
er/sie/eser/sie/es wird mäkelner/sie/es wird gemäkelt haben
wirwir werden mäkelnwir werden gemäkelt haben
ihrihr werdet mäkelnihr werdet gemäkelt haben
siesie werden mäkelnsie werden gemäkelt haben
mäkeln: Konjunktiv I: Gegenwart und Vergangenheit
PersonGegenwartVergangenheit
ichich mäkele / ich mäkleich habe gemäkelt
dudu mäkelst / du mäklestdu habest gemäkelt
er/sie/eser/sie/es mäkele / er/sie/es mäkleer/sie/es habe gemäkelt
wirwir mäkelnwir haben gemäkelt
ihrihr mäkelt / ihr mäkletihr habet gemäkelt
siesie mäkelnsie haben gemäkelt
mäkeln: Konjunktiv II: Gegenwart und Vergangenheit
PersonEinfache FormVergangenheit
ichich mäkelteich hätte gemäkelt
dudu mäkeltestdu hättest gemäkelt
er/sie/eser/sie/es mäkelteer/sie/es hätte gemäkelt
wirwir mäkeltenwir hätten gemäkelt
ihrihr mäkeltetihr hättet gemäkelt
siesie mäkeltensie hätten gemäkelt
mäkeln: Aufforderungsformen
AnredeImperativ
dumäkle! / mäkel! / mäkele!
ihrmäkelt!
Siemäkeln Sie!

Kritik im Text erklären

Die Frage ist nicht nur, ob eine Figur mäkelt, sondern woran die Beschreibung festgemacht wird. Wiederholung, Anlass und Ton helfen beim Unterscheiden. „Sie nennt bei jedem Vorschlag ein neues Hindernis, ohne auf die Antworten einzugehen“ ist eine konkrete Beobachtung. Unzufrieden beschreibt dagegen zunächst die Haltung, nicht die genaue Gesprächsweise.