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mahlen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
mahlen
Worttrennung
mah·len
Präsens
er/sie/es mahlt
Präteritum
er/sie/es mahlte
Partizip II
gemahlen
Perfekt
hat gemahlen
Hilfsverb
haben
Infinitiv
mahlen
Trennbarkeit
nicht trennbar

Reflexiver Gebrauch: nicht obligatorisch reflexiv

Gebrauch: Unregelmäßiges Verb: mahlte, aber gemahlen. Heutiger Zerkleinerungssinn; historisches Essen-Homonym nicht Teil der Tabelle.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Mahlen bedeutet, feste Stoffe durch Zerreiben oder Zerquetschen zu zerkleinern, etwa Getreide, Kaffee oder Gewürze. Das Verb kann auch das Herstellen eines Produkts durch diesen Vorgang bezeichnen: Aus Getreide wird Mehl gemahlen.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Material in kleinere Teilchen zerlegen

Beim Mahlen wird Material in kleinere Teilchen zerlegt. Wie fein das Ergebnis ist, sagt das Verb allein nicht. Ein Zusatz wie grob oder fein macht die gewünschte Beschaffenheit deutlich.

Der Gegenstand im Satz kann das Ausgangsmaterial oder das Ergebnis sein: In „Die Mühle mahlt Getreide“ wird das Material genannt. In „Die Mühle mahlt Mehl“ steht das hergestellte Produkt im Vordergrund. Das ist kein Widerspruch, sondern ein unterschiedlicher Blick auf denselben Vorgang.

„Die Mühle mahlte das Getreide zu feinem Mehl.“

Ausgangsmaterial und Ergebnis sind beide genannt. Fein ist eine zusätzliche Angabe zum Grad der Zerkleinerung.

Bedeutung 2: Bildlich: langsam und gründlich kauen

Bildlich können auch Kiefer oder Zähne mahlen. Gemeint ist dann eine langsame, gründliche Kaubewegung. Die Beschreibung stellt sich diese Bewegung ähnlich wie das Zerkleinern in einer Mühle vor.

„Seine Kiefer mahlten langsam das harte Brot.“

Die Kaubewegung wird mit dem Zerkleinern in einer Mühle verglichen. Eine technische Maschine ist nicht gemeint.

mahlen: Synonyme und andere Wörter

Festes Material zerkleinern

zerreiben · zerquetschen · zerkleinern

Zerkleinern ist ein Oberbegriff: Man kann etwas auch schneiden oder brechen. Zerreiben nennt eine Reibbewegung, zerquetschen den Druck. Mahlen bezeichnet den entsprechenden Verarbeitungsvorgang, oft mit einer Mühle.

„Sie mahlt die Körner.“ → „Sie zerkleinert die Körner in der Mühle.“ Die Umschreibung erklärt das Verfahren.

Die Art des Ergebnisses präzisieren

schroten · pulverisieren · mörsern

Schroten bezeichnet eine eher grobe Zerkleinerung. Pulverisieren betont das sehr feine Ergebnis. Mörsern nennt das verwendete Gerät. Diese Verben sind deshalb nicht in jedem Satz austauschbar.

„Der Pfeffer wird gemahlen.“ → „Der Pfeffer wird im Mörser zerstoßen.“ Beide Sätze können ein ähnliches Ergebnis beschreiben, nennen aber nicht dasselbe Verfahren.

Beispiele und Verwendung

„Die Bäckerin ließ das Getreide in der kleinen Mühle mahlen.“

Getreide ist hier das Ausgangsmaterial. Der Satz sagt noch nicht, wie fein das fertige Mehl wurde.

„Für die Mischung mahlte er einen Teil der Körner fein und den anderen grob.“

Der Gegensatz zeigt, dass Mahlen nicht automatisch ein einheitliches feines Pulver erzeugt.

„Der alte Hund kaute mit langsam mahlenden Kiefern.“

Das ist ein bildhafter Gebrauch. Kiefer werden nicht als echte Mühle bezeichnet; ihre Bewegung wird vergleichbar beschrieben.

Grammatik und Beugung

Die Stammformen lauten mahlt – mahlte – hat gemahlen. Auffällig ist das Partizip II auf -en: gemahlen. Die Vergangenheit heißt trotzdem mahlte. Die Worttrennung ist mah·len.

Das Verb wird nicht getrennt. Es kann mit einem Akkusativobjekt stehen: Kaffee mahlen. Ohne genanntes Objekt ist beispielsweise „Die Mühle mahlt“ möglich.

Der hier erklärte heutige Zerkleinerungssinn ist von einem veralteten gleichgeschriebenen Verb im Sinn von essen zu unterscheiden. Die Tabellen beziehen sich auf das Zerkleinern und Herstellen durch Mahlen.

mahlen: Indikativ: Gegenwart und einfache Vergangenheit
PersonPräsensPräteritum
ichich mahleich mahlte
dudu mahlstdu mahltest
er/sie/eser/sie/es mahlter/sie/es mahlte
wirwir mahlenwir mahlten
ihrihr mahltihr mahltet
siesie mahlensie mahlten
mahlen: Indikativ: abgeschlossene Handlungen
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichich habe gemahlenich hatte gemahlen
dudu hast gemahlendu hattest gemahlen
er/sie/eser/sie/es hat gemahlener/sie/es hatte gemahlen
wirwir haben gemahlenwir hatten gemahlen
ihrihr habt gemahlenihr hattet gemahlen
siesie haben gemahlensie hatten gemahlen
mahlen: Indikativ: Zukunft und Vermutung
PersonFutur IFutur II
ichich werde mahlenich werde gemahlen haben
dudu wirst mahlendu wirst gemahlen haben
er/sie/eser/sie/es wird mahlener/sie/es wird gemahlen haben
wirwir werden mahlenwir werden gemahlen haben
ihrihr werdet mahlenihr werdet gemahlen haben
siesie werden mahlensie werden gemahlen haben
mahlen: Konjunktiv I: Gegenwart und Vergangenheit
PersonGegenwartVergangenheit
ichich mahleich habe gemahlen
dudu mahlestdu habest gemahlen
er/sie/eser/sie/es mahleer/sie/es habe gemahlen
wirwir mahlenwir haben gemahlen
ihrihr mahletihr habet gemahlen
siesie mahlensie haben gemahlen
mahlen: Konjunktiv II: Gegenwart und Vergangenheit
PersonEinfache FormVergangenheit
ichich mahlteich hätte gemahlen
dudu mahltestdu hättest gemahlen
er/sie/eser/sie/es mahlteer/sie/es hätte gemahlen
wirwir mahltenwir hätten gemahlen
ihrihr mahltetihr hättet gemahlen
siesie mahltensie hätten gemahlen
mahlen: Aufforderungsformen
AnredeImperativ
dumahl! / mahle!
ihrmahlt!
Siemahlen Sie!

Was bedeutet „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“?

Das Sprichwort bedeutet, dass die Reihenfolge des Eintreffens darüber entscheidet, wer zuerst an die Reihe kommt. „Die wenigen Plätze werden nach Eingang der Anmeldungen vergeben: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Das eigene Beispiel beschreibt eine festgelegte Vergabereihenfolge.

Die Wendung wird mit mahlt, also mit h, geschrieben. Sie bezieht sich auf das Mahlen in der Mühle, nicht auf das Zeichnen oder Malen eines Bildes. Sie ist eine Redensart und keine allgemeine rechtliche Regel für jede Wartesituation.

Malen oder mahlen?

Malen ohne h hat mit Bildern oder Farbe zu tun: „Sie hat ein Bild gemalt.“ Mahlen mit h bezeichnet das Zerkleinern: „Sie hat Kaffee gemahlen.“ Auch im Partizip bleibt der Unterschied sichtbar: gemalt – gemahlen.