missraten
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- missraten
- Worttrennung
- miss·ra·ten
- Präsens
- es missrät
- Präteritum
- es missriet
- Partizip II
- missraten
- Perfekt
- ist missraten
- Hilfsverb
- sein
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
Reflexiver Gebrauch: nicht reflexiv
Gebrauch: Gewöhnlich mit einem Vorhaben, Vorgang oder Ergebnis als Subjekt; dafür dritte Person Singular und Plural.
Ergänzungen: etwas missrät jemandem: Person im Dativ
Definition · kurz erklärt
Missraten bedeutet, nicht zu gelingen oder anders als gewünscht auszufallen. Das Verb beschreibt gewöhnlich ein unerwünschtes Ergebnis, etwa einer Arbeit oder eines Versuchs. Es ist nicht die Bezeichnung für einen schlecht gegebenen Rat.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Ungünstig oder unbrauchbar ausfallen
Etwas missrät, wenn es nicht so gelingt, wie es beabsichtigt war. Oft lässt sich der Ausdruck mit misslingen oder missglücken ersetzen. Für eine verständliche Bewertung ist hilfreich, das gewünschte Ergebnis und den tatsächlichen Zustand gegenüberzustellen.
Der Kuchen missrät: Außen ist er bereits dunkel, innen aber noch nicht durchgebacken.
Die beiden Beobachtungen erklären das unerwünschte Ergebnis. Welche Zutat oder Einstellung dafür verantwortlich ist, sagt der Satz nicht.
Synonyme: andere Wörter für missraten
Misslingen oder falsch raten?
misslingen · missglücken · schlecht geraten
Misslingen und missglücken passen zur allgemeinen Ergebnisbewertung. Schlecht geraten kann die Beschaffenheit eines entstandenen Werks hervorheben. Falsch raten meint dagegen eine unzutreffende Vermutung und ist etwas anderes.
„Das Rätsel ist ihm missraten“ bewertet ein von ihm erstelltes Rätsel. „Er hat beim Rätsel falsch geraten“ beschreibt dagegen seine unzutreffende Antwort.
Beispiele und Verwendung
Den Gegenstand des Urteils nennen
Die Kopie ist missraten, weil die rechte Bildhälfte abgeschnitten wurde.
Eine konkrete Eigenschaft begründet das Urteil. Eine schlechte Kopie beweist noch nicht, dass die ursprüngliche Aufnahme ebenfalls misslungen ist.
Bei Personen die Wertung erkennen
Die Romanfigur beschimpft ihren Sohn als missraten.
Hier wird eine Person pauschal abgewertet. Das ist eine Figurenäußerung und kein neutraler Befund. Bei einer Analyse sollten Sprecher, Anlass und Textbelege getrennt benannt werden.
Grammatik und Beugung
Die Worttrennung lautet miss·ra·ten. Das starke Verb bildet es missrät, es missriet, es ist missraten. Die Form missraten ist zugleich Infinitiv und Partizip; die Satzumgebung unterscheidet sie.
Im üblichen Sachgebrauch heißt es etwas missrät jemandem. Die Person steht dabei im Dativ. Die Tabellen zeigen Singular und Plural der dritten Person.
Das Wort ist nicht trennbar. Es heißt zu missraten und weil die Arbeit missrät. Mit der heutigen ss-Schreibung lässt es sich auch in neuen Texten von älteren Schreibungen mit ß unterscheiden.
| Person | Form |
|---|---|
| er / sie / es | er/sie/es missrät |
| sie | sie missraten |
| Person | Form |
|---|---|
| er / sie / es | er/sie/es missriet |
| sie | sie missrieten |
| Person | Form |
|---|---|
| er / sie / es | er/sie/es ist missraten |
| sie | sie sind missraten |
| Person | Form |
|---|---|
| er / sie / es | er/sie/es war missraten |
| sie | sie waren missraten |
| Person | Form |
|---|---|
| er / sie / es | er/sie/es wird missraten |
| sie | sie werden missraten |
| Person | Form |
|---|---|
| er / sie / es | er/sie/es wird missraten sein |
| sie | sie werden missraten sein |
| Person | Form |
|---|---|
| er / sie / es | er/sie/es missrate |
| sie | sie missraten |
| Person | Form |
|---|---|
| er / sie / es | er/sie/es missriete |
| sie | sie missrieten |
