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misstrauen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
misstrauen
Worttrennung
miss·trau·en
Präsens
er/sie/es misstraut
Präteritum
misstraute
Partizip II
misstraut
Perfekt
hat misstraut
Hilfsverb
haben

Gebrauch: Schwach und nicht trennbar. Partizip II misstraut ohne ge-. Auch sich selbst misstrauen; der Bezug bleibt im Dativ.

Ergänzungen: Jemandem oder etwas misstrauen (Dativ): dem Anbieter, der Auskunft, den eigenen Fähigkeiten.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Misstrauen heißt, jemandem oder etwas nicht zu vertrauen. Man kann einer Person, einer Auskunft oder auch der eigenen Einschätzung misstrauen. Das Verb bezeichnet eine Haltung; es beweist nicht, dass ihr Anlass tatsächlich unzuverlässig ist.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Kein Vertrauen haben

Wer jemandem oder etwas misstraut, hält Verlässlichkeit, Ehrlichkeit oder Richtigkeit nicht für gesichert. Dafür können konkrete Erfahrungen sprechen; die Haltung kann aber auch ohne ausreichenden Grund bestehen. Das Verb entscheidet diese Frage nicht.

„Weil die beiden Auskünfte einander widersprechen, misstraut Leni der behaupteten Öffnungszeit und fragt noch einmal nach.“

Der Widerspruch erklärt ihre Zweifel. Welche Auskunft richtig ist, steht dadurch noch nicht fest.

Synonyme: andere Wörter für misstrauen

Vertrauen fehlt

nicht vertrauen · Zweifel haben an · Bedenken haben

Nicht vertrauen ist die direkte Umschreibung. Zweifel haben an kann sich gezielt auf eine einzelne Aussage beziehen. Eine insgesamt misstrauische Haltung ist weiter als ein einzelner Zweifel.

„Sie misstraut seiner Zusage.“ – „Sie vertraut seiner Zusage nicht.“ Beide Fassungen betreffen die Verlässlichkeit der Zusage. „Sie weiß, dass er lügt“ wäre eine stärkere und zusätzliche Behauptung.

Zurückhaltend prüfen

skeptisch sein · kritisch prüfen · hinterfragen

Skepsis und kritische Prüfung können mit Misstrauen verbunden sein, müssen es aber nicht. Man kann eine Rechnung aus Sorgfalt prüfen, obwohl man die ausstellende Person für ehrlich hält.

„Er prüft die Rechnung.“ – „Er misstraut der Rechnung.“ Der erste Satz nennt eine Tätigkeit, der zweite eine Haltung gegenüber ihrer Verlässlichkeit. Das eine folgt nicht zwingend aus dem anderen.

Beispiele und Verwendung

Sich selbst misstrauen

„Vor der Abgabe misstraut sie ihrer Erinnerung und schlägt das Datum nach.“

Der Zweifel richtet sich auf die eigene Erinnerung. Es wird nicht behauptet, dass sie absichtlich eine falsche Angabe machen wollte.

Person und Einzelangabe unterscheiden

„Ich misstraue dieser Zahl, nicht deiner gesamten Arbeit.“

Der Satz begrenzt den Zweifel auf eine konkrete Angabe. Eine Charakterisierung sollte diese Einschränkung nicht zu einem pauschalen Urteil über die andere Person ausweiten.

Eine Entwicklung beschreiben

„Nach mehreren widersprüchlichen Antworten beginnt die Figur dem Erzähler zu misstrauen.“

Der Text nennt einen Auslöser für verändertes Vertrauen. Ob der Erzähler tatsächlich unzuverlässig ist, muss an weiteren Textstellen untersucht werden.

Grammatik und Beugung

Die Stammformen lauten misstraut – misstraute – hat misstraut. Das Partizip steht ohne zusätzliches ge-. Mit zu heißt es zu misstrauen.

Das Verb verlangt den Dativ: Ich misstraue dem Mann, sie misstraut der Nachricht, wir misstrauen diesen Angaben. Die Frage lautet Wem oder was misstraut sie?

Beim Bezug auf die eigene Person heißt es ich misstraue mir selbst und du misstraust dir selbst. In der dritten Person lautet das Pronomen sich; der Kasus ist trotzdem Dativ.

Das Verb wird kleingeschrieben: Sie beginnt zu misstrauen. Das gleichlautende Substantiv schreibt man groß: Ihr Misstrauen wächst. Die beiden Wortarten erfüllen unterschiedliche Aufgaben im Satz.

Indikativ: Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichmisstrauemisstraute
dumisstraustmisstrautest
er/sie/esmisstrautmisstraute
wirmisstrauenmisstrauten
ihrmisstrautmisstrautet
sie/Siemisstrauenmisstrauten
Indikativ: Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichhabe misstrauthatte misstraut
duhast misstrauthattest misstraut
er/sie/eshat misstrauthatte misstraut
wirhaben misstrauthatten misstraut
ihrhabt misstrauthattet misstraut
sie/Siehaben misstrauthatten misstraut
Indikativ: Futur I und Futur II
PersonFutur IFutur II
ichwerde misstrauenwerde misstraut haben
duwirst misstrauenwirst misstraut haben
er/sie/eswird misstrauenwird misstraut haben
wirwerden misstrauenwerden misstraut haben
ihrwerdet misstrauenwerdet misstraut haben
sie/Siewerden misstrauenwerden misstraut haben
Konjunktiv: einfache Formen
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichmisstrauemisstraute
dumisstrauestmisstrautest
er/sie/esmisstrauemisstraute
wirmisstrauenmisstrauten
ihrmisstrauetmisstrautet
sie/Siemisstrauenmisstrauten
Konjunktiv: Vergangenheit
PersonKonjunktiv I: PerfektKonjunktiv II: Vergangenheit
ichhabe misstrauthätte misstraut
duhabest misstrauthättest misstraut
er/sie/eshabe misstrauthätte misstraut
wirhaben misstrauthätten misstraut
ihrhabet misstrauthättet misstraut
sie/Siehaben misstrauthätten misstraut
Konjunktiv: Verbindungen mit werden und würde
PersonKonjunktiv I: Futur Iwürde-Form
ichwerde misstrauenwürde misstrauen
duwerdest misstrauenwürdest misstrauen
er/sie/eswerde misstrauenwürde misstrauen
wirwerden misstrauenwürden misstrauen
ihrwerdet misstrauenwürdet misstrauen
sie/Siewerden misstrauenwürden misstrauen
Konjunktiv: zusammengesetzte Formen
PersonKonjunktiv I: Futur IIwürde-Form mit Partizip II
ichwerde misstraut habenwürde misstraut haben
duwerdest misstraut habenwürdest misstraut haben
er/sie/eswerde misstraut habenwürde misstraut haben
wirwerden misstraut habenwürden misstraut haben
ihrwerdet misstraut habenwürdet misstraut haben
sie/Siewerden misstraut habenwürden misstraut haben
Imperativ
FormWortform
dumisstrau! / misstraue!
ihrmisstraut!
Siemisstrauen Sie!
Infinitiv und Partizipien
FormWortform
Infinitivmisstrauen
Infinitiv mit zuzu misstrauen
Infinitiv Perfektmisstraut haben
Partizip Imisstrauend
Partizip IImisstraut