mögen
Form & Grammatik
- Stichwort
- mögen
- Worttrennung
- mö·gen
- Präsens
- er/sie/es mag
- Präteritum
- er/sie/es mochte
- Partizip II
- gemocht; mit weiterem Infinitiv im Perfekt Ersatzinfinitiv mögen
- Perfekt
- Selbstständig: hat gemocht; Modalgebrauch: hat etwas tun mögen.
- Hilfsverb
- haben
- Infinitiv
- mögen
- Trennbarkeit
- Nicht trennbar.
Konjunktiv I möge, Konjunktiv II möchte; mochte ist Präteritum. Können-Bedeutung landschaftlich.
Definition · kurz erklärt
Mögen kann ausdrücken, dass man etwas oder jemanden gernhat. Als Modalverb bezeichnet es außerdem Wünsche, Vermutungen oder Einräumungen. Ich möchte einen Tee ist dabei keine Aussage über die Vergangenheit: Die Konjunktiv-II-Form möchte wird häufig für einen gegenwärtigen Wunsch gebraucht.
Bedeutungen
1 Eine Sache gernhaben
Wer ein Essen, Musik oder eine Tätigkeit mag, empfindet eine Vorliebe dafür. Wie stark und dauerhaft diese Vorliebe ist, legt mögen allein nicht genau fest.
„Sie mag ruhige Geschichten, liest aber gelegentlich auch Abenteuer.“
Eine Vorliebe schließt andere Interessen nicht aus. Der Satz behauptet keine ausschließliche Wahl.
2 Für eine Person Zuneigung empfinden
Jemanden mögen heißt, Sympathie oder Zuneigung für die Person zu empfinden. Ob die Beziehung romantisch, freundschaftlich oder anders geprägt ist, muss der Zusammenhang zeigen.
„Die beiden mögen einander, obwohl sie in Sachfragen häufig streiten.“
Zuneigung und Meinungsverschiedenheiten können zusammenbestehen. Aus dem Verb allein ergibt sich keine bestimmte Beziehungsform.
3 Einen Wunsch äußern
Mögen kann ein Verlangen oder einen Wunsch ausdrücken. Besonders die Form möchte wird dafür häufig verwendet. Ein Wunsch ist noch kein ausgeführter Plan und keine Zustimmung aller Beteiligten.
„Ich möchte nach der Lesung noch eine Frage stellen.“
Die sprechende Person äußert ihren Wunsch. Ob dafür Zeit bleibt oder die Frage tatsächlich gestellt wird, bleibt offen.
4 Zu etwas geneigt sein oder nicht sein
Mit einem weiteren Infinitiv kann mögen eine Neigung oder Bereitschaft zu einer Handlung nennen, häufig verneint. Das ist nicht dasselbe wie eine fehlende Fähigkeit.
„Heute mag sie nicht ausgehen, obwohl sie Zeit hätte.“
Sie ist dazu nicht geneigt. Das Beispiel behauptet nicht, dass sie das Haus nicht verlassen könnte.
5 Eine Vermutung oder Möglichkeit ausdrücken
Als Modalverb kann mögen kennzeichnen, dass etwas vielleicht so ist oder so gewesen sein könnte. Die Formulierung lässt die tatsächliche Lage offen.
„Im Saal mögen vierzig Personen gewesen sein; gezählt hat die Erzählerin sie nicht.“
Die Zahl ist eine Schätzung. Sie darf in einer Zusammenfassung nicht als genaue Zählung erscheinen.
6 Etwas einräumen oder zugestehen
Mögen kann eine Aussage einräumen, ohne daraus jede Folgerung zu übernehmen. Häufig macht ein anschließendes aber deutlich, wo die Zustimmung begrenzt bleibt.
„Der Weg mag kürzer sein, aber die Gruppe wählt wegen der Beleuchtung den anderen.“
Die mögliche Kürze wird zugestanden. Sie entscheidet die Wahl nicht allein.
7 Eine Aufforderung oder einen Wunsch formulieren
Mögen kann in Formen wie möge eine Aufforderung, einen Wunsch oder eine Erwartung ausdrücken. Der Ton und die Situation entscheiden, ob eine Bitte, ein formeller Hinweis oder ein Wunsch im Vordergrund steht.
„Die Versammlung möge zunächst über die Tagesordnung abstimmen“, beantragt die Sitzungsleitung.
Die Formulierung richtet eine formelle Aufforderung an die Versammlung. Sie berichtet weder eine bereits erfolgte Abstimmung noch eine persönliche Vorliebe der Beteiligten.
8 Landschaftlich können bedeuten
In landschaftlichem Gebrauch kann mögen auch können oder imstande sein bedeuten. Für einen allgemeinen heutigen Text ist diese Bedeutung ohne Erklärung nicht immer unmittelbar verständlich.
„Im regional gefärbten Dialog sagt die Figur, das möge nichts helfen.“
Gemeint ist hier, dass die Maßnahme nicht helfen könne. Eine persönliche Abneigung gegen Hilfe wird nicht ausgedrückt.
mögen: Synonyme und andere Wörter
Mögen oder lieben?
Lieben kann eine stärkere Zuneigung oder eine nachdrückliche Vorliebe ausdrücken. Im Alltag wird es auch emphatisch verwendet. Eine feste messbare Gefühlsstufe lässt sich durch den Wortwechsel aber nicht beweisen.
„Sie mag dieses Lied.“ – „Sie liebt dieses Lied.“
Die zweite Fassung klingt nachdrücklicher. Wie oft sie es hört oder welche Erinnerung damit verbunden ist, erklärt keine von beiden.
Möchten oder wollen?
Wollen kann einen Wunsch oder eine Absicht direkter formulieren. Möchte wirkt in Bitten häufig zurückhaltender. Es ist grammatisch der Konjunktiv II von mögen und nicht die Vergangenheitsform von wollen.
„Ich möchte einen Termin vereinbaren.“ – „Ich will einen Termin vereinbaren.“
Beide können dasselbe Vorhaben nennen. Höflichkeit hängt zusätzlich von Ton, Beziehung und Gesprächsanlass ab.
Mögen oder vielleicht?
Bei einer Vermutung können vielleicht oder möglicherweise passen. Diese Verwendungen sind von der Vorliebe für Personen oder Sachen getrennt.
„Das mag der gesuchte Schlüssel sein.“ – „Vielleicht ist das der gesuchte Schlüssel.“
Beide lassen die Zuordnung offen. „Ich mag den Schlüssel“ wäre dagegen eine Aussage über eine Vorliebe, nicht dieselbe Vermutung.
Beispiele und Verwendung
„Früher mochte sie das Gedicht; heute möchte sie lieber eine andere Geschichte lesen.“
Mochte ohne Umlaut ist Präteritum. Möchte mit Umlaut äußert hier einen gegenwärtigen Wunsch. Die beiden Formen sind nicht austauschbar.
„Sie mag die Idee, mag sich aber noch nicht festlegen.“
Das erste mag beschreibt eine positive Einstellung, das zweite eine noch fehlende Bereitschaft zu einer Handlung. Zustimmung und Entscheidung sind getrennt.
Grammatik und Beugung
Die Grundformen heißen mag – mochte – hat gemocht. Die Worttrennung lautet mö·gen. Das Verb ist nicht trennbar. Im Konjunktiv I steht etwa möge, im Konjunktiv II möchte.
Mochte ohne Umlaut ist die einfache Vergangenheit. Möchte mit Umlaut wird besonders für einen aktuellen Wunsch verwendet. Die grammatische Form Konjunktiv II muss deshalb nicht bedeuten, dass der Wunsch in der Vergangenheit liegt.
Als Modalverb steht mögen mit einem Infinitiv ohne zu: Sie mag nicht warten. Im Perfekt mit weiterem Verb steht der Ersatzinfinitiv: Sie hat nicht warten mögen. Selbstständig heißt es dagegen Sie hat das Gedicht gemocht. Die zusammengesetzten Tabellenformen mit gemocht zeigen diese selbstständige Verwendung.
Im Nebensatz mit zwei Infinitiven lautet die Stellung etwa weil sie nicht hat warten mögen. Bei der Vorliebe steht dagegen weil sie das Gedicht gemocht hat. Die Konstruktion erklärt die unterschiedliche Position des Hilfsverbs.
Bei jemanden oder etwas mögen steht ein Akkusativobjekt. Eine Aufforderung mit möge verwendet eine Konjunktivform; die Tabellen werden nicht durch ein gewöhnliches Imperativschema erweitert.
| Person | Präsens | Präteritum |
|---|---|---|
| ich | ich mag | ich mochte |
| du | du magst | du mochtest |
| er/sie/es | er/sie/es mag | er/sie/es mochte |
| wir | wir mögen | wir mochten |
| ihr | ihr mögt | ihr mochtet |
| sie | sie mögen | sie mochten |
| Person | Perfekt | Plusquamperfekt |
|---|---|---|
| ich | ich habe gemocht | ich hatte gemocht |
| du | du hast gemocht | du hattest gemocht |
| er/sie/es | er/sie/es hat gemocht | er/sie/es hatte gemocht |
| wir | wir haben gemocht | wir hatten gemocht |
| ihr | ihr habt gemocht | ihr hattet gemocht |
| sie | sie haben gemocht | sie hatten gemocht |
| Person | Futur I | Futur II |
|---|---|---|
| ich | ich werde mögen | ich werde gemocht haben |
| du | du wirst mögen | du wirst gemocht haben |
| er/sie/es | er/sie/es wird mögen | er/sie/es wird gemocht haben |
| wir | wir werden mögen | wir werden gemocht haben |
| ihr | ihr werdet mögen | ihr werdet gemocht haben |
| sie | sie werden mögen | sie werden gemocht haben |
| Person | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|
| ich | ich möge | ich möchte |
| du | du mögest | du möchtest |
| er/sie/es | er/sie/es möge | er/sie/es möchte |
| wir | wir mögen | wir möchten |
| ihr | ihr möget | ihr möchtet |
| sie | sie mögen | sie möchten |
| Person | Konjunktiv I Perfekt | Konjunktiv II Vergangenheit |
|---|---|---|
| ich | ich habe gemocht | ich hätte gemocht |
| du | du habest gemocht | du hättest gemocht |
| er/sie/es | er/sie/es habe gemocht | er/sie/es hätte gemocht |
| wir | wir haben gemocht | wir hätten gemocht |
| ihr | ihr habet gemocht | ihr hättet gemocht |
| sie | sie haben gemocht | sie hätten gemocht |
| Person | Konjunktiv I Futur I | würde + Infinitiv |
|---|---|---|
| ich | ich werde mögen | ich würde mögen |
| du | du werdest mögen | du würdest mögen |
| er/sie/es | er/sie/es werde mögen | er/sie/es würde mögen |
| wir | wir werden mögen | wir würden mögen |
| ihr | ihr werdet mögen | ihr würdet mögen |
| sie | sie werden mögen | sie würden mögen |
| Person | Konjunktiv I Futur II | würde + Infinitiv Perfekt |
|---|---|---|
| ich | ich werde gemocht haben | ich würde gemocht haben |
| du | du werdest gemocht haben | du würdest gemocht haben |
| er/sie/es | er/sie/es werde gemocht haben | er/sie/es würde gemocht haben |
| wir | wir werden gemocht haben | wir würden gemocht haben |
| ihr | ihr werdet gemocht haben | ihr würdet gemocht haben |
| sie | sie werden gemocht haben | sie würden gemocht haben |
| Formtyp | Form |
|---|---|
| Infinitiv | mögen |
| Infinitive mit zu (Präsens / Perfekt) | zu mögen / gemocht zu haben |
| Infinitiv Perfekt | gemocht haben |
| Partizip I | mögend |
| Partizip II | gemocht |
Was bedeutet das mag sein?
Die feste Gesprächsformel räumt eine Möglichkeit ein. Mit einem anschließenden aber kann sie zugleich die Zustimmung begrenzen oder eine andere Erwägung hervorheben.
„Das mag sein, aber für die Entscheidung fehlt uns noch die genaue Zeitangabe.“
Die sprechende Person erkennt eine mögliche Richtigkeit an. Sie erklärt die Frage damit nicht für vollständig entschieden.
