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nass machen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
nass machen
Worttrennung
nass ma·chen
Präsens
macht nass
Präteritum
machte nass
Partizip II
nass gemacht / nassgemacht; übertragen nur nassgemacht
Perfekt
hat nass gemacht / hat nassgemacht; übertragen nur hat nassgemacht
Hilfsverb
haben
Infinitiv
nass machen / nassmachen; übertragen nur nassmachen
Trennbarkeit
nassmachen ist trennbar

Reflexiver Gebrauch: wörtlich auch sich nass machen / sich nassmachen

Gebrauch: Regelmäßig. Wörtlich getrennt oder zusammen; übertragen zusammen und salopp beziehungsweise Sportjargon. Die Tabellen zeigen die Zusammenschreibung in Hauptsatzstellung.

Ergänzungen: jemanden oder etwas nass machen: Akkusativ

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Nass machen heißt, zu bewirken, dass jemand oder etwas nass wird. In diesem wörtlichen Sinn ist auch nassmachen richtig. Übertragen kann nassmachen bedeuten, jemanden auszubooten oder im Wettkampf deutlich zu besiegen; dann wird zusammengeschrieben.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Bewirken, dass etwas nass wird

Wasser oder eine andere Flüssigkeit gelangt an einen Gegenstand, eine Person oder einen Körperteil. Das Verb nennt die Veränderung, aber nicht automatisch ihre Stärke oder die genaue Vorgehensweise. Auch ein unbeabsichtigter Vorgang ist möglich.

„Mit dem nassen Pinsel machte Mila den Rand des Papiers nass.“

Genannt ist eine konkrete Handlung am Papierrand. Der Satz sagt nicht, dass das gesamte Blatt durchnässt oder unbrauchbar geworden ist.

Bedeutung 2: Jemanden ausbooten oder über ihn triumphieren

Salopp kann jemanden nassmachen heißen, ihn in einer Auseinandersetzung zu verdrängen oder über ihn zu triumphieren. Der Ausdruck klingt kämpferisch und kann die unterlegene Person herabsetzen. Welche Mittel eingesetzt wurden, sagt er allein nicht.

„Im Streit um den Vorsitz wollte er seine Rivalin nassmachen.“

Der Satz beschreibt eine Absicht, die Rivalin zu verdrängen. Ob der Versuch gelang und wie er vorging, bleibt offen.

Bedeutung 3: Im Sport deutlich und demütigend besiegen

Im Sportjargon bezeichnet nassmachen einen als besonders überlegen oder für den Gegner kränkend dargestellten Sieg. Es ist eine wertende Formulierung, keine sachliche Ergebnisangabe. Ein knappes Ergebnis allein trägt diese Wortwahl nicht.

„Nach dem klaren Sieg prahlte ein Spieler: ‚Heute haben wir die anderen nassgemacht.‘“

Die Formulierung ist als Aussage des Spielers gekennzeichnet. Sie zeigt seine überlegene Haltung, ohne zu beweisen, wie die gegnerische Mannschaft die Niederlage empfand.

Synonyme: andere Wörter für nass machen

Befeuchten passt zum wörtlichen Sinn. Ausbooten und besiegen gehören zu den übertragenen Bedeutungen; sie lassen sich nicht in jedem Satz gleichsetzen.

Flüssigkeit an etwas bringen

befeuchten · benetzen · bespritzen

Befeuchten kann eine geringe Feuchtigkeitsmenge meinen. Bespritzen beschreibt eine bestimmte Art, Flüssigkeit zu verteilen. Durchnässen behauptet eine deutlich stärkere Wirkung als bloß nass machen.

„Sie machte den Schwamm nass“ kann zu „Sie befeuchtete den Schwamm“ werden, wenn eine leichte Befeuchtung gemeint ist. „Sie tränkte den Schwamm vollständig durch“ fügt einen stärkeren Grad hinzu.

Eine Person verdrängen

ausbooten · verdrängen · übertrumpfen

Ausbooten passt dazu, jemanden aus einer Position oder aus einem Vorhaben zu drängen. Übertrumpfen kann dagegen nur bedeuten, eine bessere Leistung oder ein stärkeres Argument vorzubringen. Es behauptet noch keine Verdrängung.

„Er wollte sie nassmachen“ lässt sich nur dann zu „Er wollte sie aus dem Vorstand drängen“ präzisieren, wenn die konkrete Auseinandersetzung tatsächlich diese Position betrifft.

Einen sportlichen Sieg beschreiben

besiegen · klar schlagen · überlegen gewinnen

Besiegen ist sachlicher. Klar schlagen und überlegen gewinnen enthalten bereits eine Bewertung des Spielverlaufs oder Ergebnisses. Die herabsetzende Wirkung von nassmachen wird dadurch abgeschwächt.

„Die Mannschaft hat den Gegner nassgemacht“ kann in einem sachlichen Bericht zu „Die Mannschaft gewann klar“ werden, wenn der Spielverlauf oder das Ergebnis diese Wertung stützt.

Beispiele und Verwendung

Handlung und Zustand unterscheiden

„Der Regen machte ihre Jacke nass.“ – „Ihre Jacke war nass.“

Der erste Satz nennt den Regen als Ursache der Veränderung. Der zweite beschreibt nur den Zustand. Das Adjektiv nass allein erklärt nicht, wie dieser Zustand entstanden ist.

Die Sprecherhaltung sichtbar machen

„Die Figur kündigt an, ihren Konkurrenten nasszumachen.“

In einer Charakterisierung kann die saloppe Wortwahl als Teil ihres Auftretens untersucht werden. Eine Ankündigung ist aber noch kein Beleg für einen tatsächlich errungenen Sieg.

Grammatik und Beugung

Die Stammformen der Zusammenschreibung sind macht nass, machte nass, hat nassgemacht. Das Verb wird regelmäßig gebeugt und bildet das Perfekt mit haben. In Hauptsätzen steht nass hinten: „Er macht das Tuch nass.“

Beim wörtlichen Benässen sind nass machen und nassmachen möglich. Entsprechend sind nass gemacht und nassgemacht richtig. Bei der übertragenen Bedeutung bleibt die Zusammenschreibung: „Sie hat den Gegner nassgemacht.“

Der zu-Infinitiv der Zusammenschreibung lautet nasszumachen. Die Worttrennung lautet nass·ma·chen; bei getrennter Schreibung nass ma·chen. Die Tabellen verwenden die Zusammenschreibung und zeigen vollständige Hauptsatzformen. Im Nebensatz steht das Verb bei der Zusammenschreibung zusammen: weil sie das Tuch nassmacht. Beim wörtlichen Sinn ist daneben die Getrenntschreibung möglich: weil sie das Tuch nass macht.

Im wörtlichen Gebrauch kann die handelnde Person selbst betroffen sein: „Ich mache mich nass.“ Das Reflexivpronomen richtet sich dann nach dem Subjekt. Die kurzen Formen ich mach nass und mach nass! gehören vor allem zur gesprochenen Alltagssprache; die Tabellen nennen die Formen mit e.

nassmachen: Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichmache nassmachte nass
dumachst nassmachtest nass
er/sie/esmacht nassmachte nass
wirmachen nassmachten nass
ihrmacht nassmachtet nass
siemachen nassmachten nass
nassmachen: Perfekt mit haben
PersonPerfekt
ichhabe nassgemacht
duhast nassgemacht
er/sie/eshat nassgemacht
wirhaben nassgemacht
ihrhabt nassgemacht
siehaben nassgemacht
nassmachen: Konjunktiv I und II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichmache nassmachte nass
dumachest nassmachtest nass
er/sie/esmache nassmachte nass
wirmachen nassmachten nass
ihrmachet nassmachtet nass
siemachen nassmachten nass
nassmachen: Aufforderungsformen
AnredeImperativ
dumache nass!
ihrmacht nass!

Nass machen oder nassmachen?

Frage zunächst, ob wirklich Flüssigkeit gemeint ist. Dann kannst du getrennt oder zusammenschreiben: „Beim Abwaschen habe ich den Ärmel nass gemacht.“ Gemeint ist dagegen ein Sieg oder das Verdrängen eines anderen, wenn jemand sagt: „Im Rückspiel wollen wir die Konkurrenz nassmachen.“ Hier ist die Zusammenschreibung erforderlich.

Die getrennte Stellung in „Wir machen den Gegner nass“ ist kein Widerspruch: In diesem Hauptsatz wird der Bestandteil des trennbaren Verbs abgetrennt. Bei der Entscheidung über den Infinitiv und das Partizip kommt es trotzdem auf die Bedeutung an.