besiegen
Form & Grammatik
- Stichwort
- besiegen
- Worttrennung
- be·sie·gen
- Präsens
- besiegt
- Präteritum
- besiegte
- Partizip II
- besiegt
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- jemanden oder etwas besiegen (Akkusativ)
Das aktive Perfekt lautet hat besiegt. In ist besiegt worden steht dagegen Passiv; besiegt sein kann einen Zustand beschreiben.
besiegen: Gegen jemanden einen Sieg erringen; übertragen auch einen Widerstand oder eine innere Hemmung überwinden.
Was bedeutet besiegen?
Besiegen beschreibt das erfolgreiche Überwinden eines Gegners in einem Wettkampf oder einer Auseinandersetzung. Das Verb enthält bereits das Ergebnis: Der Sieg ist errungen. Wer nur gegen jemanden antritt oder zeitweise führt, hat ihn damit noch nicht besiegt.
Übertragen lassen sich auch Hindernisse oder eigene Widerstände als Gegner darstellen. In „Sie besiegte ihre Scheu und meldete sich zu Wort“ wird die innere Hemmung bildlich zu etwas, gegen das die Person antritt. Diese Formulierung kann entschlossen wirken, sollte aber nicht mit einer dauerhaften Veränderung verwechselt werden: Die Scheu kann in einer anderen Situation wieder auftreten.
Synonyme: Welche Alternative passt?
| Alternative | Passender Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| bezwingen | Einen Gegner überwinden. | Kann die Anstrengung und den Widerstand stärker hervortreten lassen. |
| schlagen | Im Wettkampf gewinnen. | Ist im Sport knapp und üblich; außerhalb dieses Zusammenhangs kann eine körperliche Handlung gemeint sein. |
| überwinden | Ein Hindernis oder eine Hemmung hinter sich lassen. | Ist bei inneren Schwierigkeiten oft weniger kämpferisch. |
| sich durchsetzen | Mit dem eigenen Ziel Erfolg haben. | Verlangt nicht immer einen eindeutig benannten Gegner oder einen Wettkampfsieg. |
Zwei eigene Satzvergleiche
Eigener Beispielsatz: „Im Finale besiegte die Schulmannschaft das Team aus der Nachbarstadt.“
Zum Vergleich: „Im Finale schlug die Schulmannschaft das Team aus der Nachbarstadt.“
Der sportliche Zusammenhang macht schlagen eindeutig. Beide Sätze berichten den Ausgang. Weder die Höhe des Ergebnisses noch der Verlauf des Spiels ist damit schon beschrieben.
Eigener Beispielsatz: „Vor dem ersten Auftritt besiegte Leni ihre Unsicherheit.“
Zum Vergleich: „Vor dem ersten Auftritt überwand Leni ihre Unsicherheit.“
Überwand stellt das Bewältigen der Hemmung in den Vordergrund. Besiegte zeichnet ein stärkeres Kampfbild. Beide bleiben Aussagen über diese Situation; eine pauschale Charakterisierung als immer selbstsicher wäre daraus nicht begründet.
Besiegt werden: die andere Blickrichtung
Besiegt werden ist die Passivform von besiegen und kein eigenes Verb. Aktiv: Team A besiegt Team B. Passiv: Team B wird von Team A besiegt. Das Ereignis bleibt gleich, aber die besiegte Seite wird zum Subjekt.
Im Perfekt heißt es Das Team ist besiegt worden. Die kürzere Form Das Team ist besiegt hebt dagegen den erreichten Zustand hervor. Wer den Blickwechsel bewusst verwendet, kann Wiederholungen vermeiden, ohne das Ergebnis zu verändern.
Verbformen und Satzbau
Besiegen ist schwach und nicht trennbar. Es heißt besiegte und hat besiegt. Im Aktiv steht der Gegner im Akkusativ: jemanden besiegen. Das verwandte siegen kann dagegen mit über stehen: über jemanden siegen.
Konjugation von besiegen
Das aktive Perfekt lautet hat besiegt. In ist besiegt worden steht dagegen Passiv; besiegt sein kann einen Zustand beschreiben.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | besiege | besiegte | besiege | besiegte |
| du | besiegst | besiegtest | besiegest | besiegtest |
| er/sie/es | besiegt | besiegte | besiege | besiegte |
| wir | besiegen | besiegten | besiegen | besiegten |
| ihr | besiegt | besiegtet | besieget | besiegtet |
| sie/Sie | besiegen | besiegten | besiegen | besiegten |
Bei Aufgaben ohne eigentlichen Gegner passt häufig bewältigen besser. Es betont, dass eine Anforderung erfolgreich bearbeitet wird, ohne zwangsläufig eine Gegenseite zu entwerfen.
