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unterwerfen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
unterwerfen
Worttrennung
un·ter·wer·fen
Präsens
unterwirft
Präteritum
unterwarf
Partizip II
unterworfen
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar

Reflexiver Gebrauch: transitiv oder reflexiv: sich unterwerfen

Ergänzungen: jemanden unterwerfen; sich jemandem unterwerfen; jemanden einer Prüfung unterwerfen

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Unterwerfen bedeutet, Menschen oder Gebiete mit Gewalt unter die eigene Herrschaft zu bringen. Sich unterwerfen heißt, eine fremde Herrschaft oder einen Willen anzunehmen. In einer weiteren Verwendung wird jemand einer Prüfung oder einem Verfahren unterzogen.

Bedeutungen

Unter eine fremde Herrschaft bringen

Ein Eroberer kann ein Gebiet oder dessen Bevölkerung unterwerfen. Gemeint ist mehr als ein einzelner Sieg: Die Unterworfenen geraten unter seine Herrschaft.

„Die historische Darstellung berichtet, dass das Heer die benachbarten Gebiete unterwarf.“

Der Satz beschreibt eine gewaltsame Machtveränderung. Er ist keine Zustimmung zu dieser Herrschaft.

Sich einer Herrschaft oder einem Willen unterordnen

Mit sich richtet sich der Blick auf die untergeordnete Seite. Man kann sich einer Macht, einem Befehl oder jemandes Willen unterwerfen. Freie innere Zustimmung ist mit diesem Wort nicht notwendig behauptet.

„Die Figur unterwirft sich dem Befehl, obwohl sie ihm innerlich widerspricht.“

Äußeres Befolgen und innere Überzeugung werden getrennt. Der Satz erklärt noch nicht, welche Folgen eine Verweigerung hätte.

Einer Prüfung oder einem Verfahren aussetzen

In Verbindungen mit Prüfung, Untersuchung oder Verhör bezeichnet unterwerfen das Durchlaufenlassen beziehungsweise Durchlaufen eines Verfahrens. Diese Verwendung hat häufig einen förmlichen Ton.

„Vor der Freigabe wurden die Geräte einer gründlichen Prüfung unterworfen.“

Die Geräte werden geprüft. Das Verb allein sagt nicht, ob sie die Prüfung bestehen oder welche Methode verwendet wird.

Synonyme: andere Wörter für unterwerfen

Unterwerfen oder besiegen?

besiegen · unter seine Herrschaft bringen · sich untertan machen

Besiegen nennt einen errungenen Sieg. Unterwerfen fügt die Unterordnung unter eine Macht hinzu. Ein Sieg in einem Spiel ist deshalb normalerweise keine politische Unterwerfung.

„Das Team besiegt den Gegner“ lässt sich nicht ohne neue Aussage durch „Das Team unterwirft den Gegner“ ersetzen.

Die zweite Fassung wäre eine deutlich stärkere, möglicherweise bewusst übertreibende Darstellung.

Sich fügen oder etwas gutheißen?

sich unterordnen · sich fügen · hinnehmen

Diese Alternativen können ein Verhalten unter fremder Vorgabe beschreiben. Gutheißen behauptet dagegen Zustimmung. Wer eine Anordnung befolgt, muss sie nicht für richtig halten.

„Sie unterwirft sich der Entscheidung, hält sie aber für falsch.“

Der Gegensatz ist möglich: Verhalten und persönliche Bewertung sind unterschiedliche Ebenen.

Beispiele und Verwendung

Das Verfahren benennen

„Die Redaktion unterwirft die eingereichten Vorschläge einer einheitlichen Prüfung.“

Das Verfahren betrifft die Vorschläge. Gemeint ist keine militärische Eroberung und kein Angriff gegen die einreichenden Personen.

Eine Haltung im Text belegen

„Die Figur will sich der Willkür nicht unterwerfen und verlangt eine begründete Entscheidung.“

Die Forderung macht die Weigerung konkret. Aus dem Wort allein wäre noch nicht ersichtlich, was sie als willkürlich empfindet.

Grammatik und Beugung

Die starken Formen lauten unterwirft – unterwarf – hat unterworfen. Das Verb ist untrennbar; es heißt nicht wirft unter. Der Konjunktiv II lautet unterwürfe, der zu-Infinitiv zu unterwerfen. Bei jemanden einer Prüfung unterwerfen steht jemanden im Akkusativ und einer Prüfung im Dativ. Reflexiv gilt sich einer Macht unterwerfen. In der Zustandsverbindung einer Sache unterworfen sein ist sein kein alternatives Hilfsverb für das aktive Perfekt.

Die Worttrennung lautet un·ter·wer·fen. Die Formen stehen direkt im Text; bei schmalen Bildschirmen kann die jeweilige Tabelle seitlich verschoben werden.

Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichich unterwerfeich unterwarf
dudu unterwirfstdu unterwarfst
er/sie/eser/sie/es unterwirfter/sie/es unterwarf
wirwir unterwerfenwir unterwarfen
ihrihr unterwerftihr unterwarft
siesie unterwerfensie unterwarfen
Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichich habe unterworfenich hatte unterworfen
dudu hast unterworfendu hattest unterworfen
er/sie/eser/sie/es hat unterworfener/sie/es hatte unterworfen
wirwir haben unterworfenwir hatten unterworfen
ihrihr habt unterworfenihr hattet unterworfen
siesie haben unterworfensie hatten unterworfen
Futur I und Futur II
PersonFutur IFutur II
ichich werde unterwerfenich werde unterworfen haben
dudu wirst unterwerfendu wirst unterworfen haben
er/sie/eser/sie/es wird unterwerfener/sie/es wird unterworfen haben
wirwir werden unterwerfenwir werden unterworfen haben
ihrihr werdet unterwerfenihr werdet unterworfen haben
siesie werden unterwerfensie werden unterworfen haben
Konjunktiv I und Konjunktiv II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich unterwerfeich unterwürfe
dudu unterwerfestdu unterwürfest
er/sie/eser/sie/es unterwerfeer/sie/es unterwürfe
wirwir unterwerfenwir unterwürfen
ihrihr unterwerfetihr unterwürfet
siesie unterwerfensie unterwürfen
Imperativ
FormVollständige Wortform
duunterwirf!
ihrunterwerft!
Sieunterwerfen Sie!
Infinite Formen
FormVollständige Wortform
Infinitivunterwerfen
Infinitiv Perfektunterworfen haben
zu-Infinitivzu unterwerfen
zu-Infinitiv Perfektunterworfen zu haben
Partizip Iunterwerfend
Partizip IIunterworfen

Feste Verbindungen

Einer Sache unterworfen sein

Die Verbindung beschreibt, dass etwas einer Einwirkung ausgesetzt oder von einer Bedingung abhängig ist. Sie verlangt nicht, dass zuvor eine militärische Unterwerfung stattgefunden hat.

„Die Form der Küste ist den Kräften der Natur unterworfen.“

Die Naturkräfte wirken auf die Küste ein. Die Formulierung überträgt ein Abhängigkeitsverhältnis auf einen Sachvorgang.