Meine Wörter

nennen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
nennen
Worttrennung
nen·nen
Präsens
nennt
Präteritum
nannte
Partizip II
genannt
Perfekt
hat genannt
Hilfsverb
haben
Infinitiv
nennen
Trennbarkeit
nicht trennbar

Reflexiver Gebrauch: bedeutungsabhängig: sich nennen

Gebrauch: Unregelmäßig; Konjunktiv II nennte. Gewöhnliches Präteritum nannte; du nenntest daneben als seltenes Präteritum belegt.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Nennen kann bedeuten, jemandem oder etwas einen Namen zu geben, eine Bezeichnung zu verwenden oder eine Information anzugeben. Reflexiv heißt sich nennen, einen Namen zu tragen oder eine Bezeichnung für sich zu beanspruchen. Im Sport kann nennen außerdem anmelden bedeuten.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Einen Namen oder eine Bezeichnung geben

Wer ein Kind, ein Tier oder ein Werk nennt, versieht es mit einem Namen oder Titel. Ebenso kann man eine Person mit einer bestimmten Anrede ansprechen oder etwas als etwas bezeichnen. Nicht jede Bezeichnung ist dabei eine neutrale Feststellung.

In „Sie nennt ihn einen Lügner“ wird eine Bewertung wiedergegeben. Dass die Person so bezeichnet wird, beweist noch nicht, dass der Vorwurf zutrifft. Ein guter Text macht deshalb kenntlich, wer diese Wortwahl verwendet.

„Die Autorin nannte ihre Erzählung Abend am Fluss.“

Abend am Fluss ist hier der Titel des Werks. Der Satz berichtet eine Benennung, nicht den Inhalt der ganzen Erzählung.

Bedeutung 2: Eine Information erwähnen oder anführen

Man kann einen Preis, einen Grund, eine Zahl oder ein Beispiel nennen. Dabei wird eine Information angegeben. Das Verb sagt noch nicht, ob sie vollständig, richtig oder gut begründet ist.

Auch Kandidatinnen und Kandidaten für eine Aufgabe können genannt werden. Die bloße Nennung ist aber nicht immer schon die endgültige Auswahl oder Ernennung. Entscheidend ist, welchen Schritt der jeweilige Zusammenhang beschreibt.

„Der Bericht nennt drei Gründe für die Verzögerung, erläutert aber nur den ersten.“

Nennen und Erläutern sind unterschiedliche Leistungen. Die Gründe stehen im Text, werden jedoch nicht alle näher erklärt.

Bedeutung 3: Einen Namen tragen oder für sich beanspruchen

Reflexiv kann sich nennen einen selbst verwendeten Namen angeben: Eine Gruppe nennt sich beispielsweise nach ihrem Treffpunkt. Es kann außerdem um eine Rolle, einen Beruf oder einen Anspruch gehen.

Die Formulierung kann dabei skeptisch klingen, etwa wenn die beanspruchte Bezeichnung dem beschriebenen Verhalten widerspricht. Diese Skepsis ist eine Wirkung des konkreten Zusammenhangs; sie gehört nicht zu jeder Selbstbenennung.

„Die Lesegruppe nennt sich Wortwerkstatt, weil sie auch eigene Texte bespricht.“

Der Satz erklärt eine selbst gewählte Bezeichnung. Ein Zweifel an der Berechtigung dieses Namens ist nicht ausgedrückt.

Bedeutung 4: Zu einem Wettbewerb anmelden

Im Sport kann nennen auch die Anmeldung zu einem Wettkampf bezeichnen. Welche Person oder welches Team gemeldet wird, ergibt sich aus dem Satz. Dieser Fachgebrauch ist von der bloßen Erwähnung eines Namens zu unterscheiden.

In einem Text für ein breites Publikum kann anmelden die verständlichere Formulierung sein. Eine Anmeldung bedeutet noch nicht, dass die betreffende Person später tatsächlich startet oder ein bestimmtes Ergebnis erreicht.

„Der Verein nannte zwei Mannschaften für das Turnier.“

Im sportlichen Anmeldezusammenhang bedeutet nennen hier melden. Über Teilnahmeverlauf oder Platzierung enthält der Satz noch keine Aussage.

nennen: Synonyme und andere Wörter

Benennen oder ansprechen

einen Namen geben · bezeichnen · anreden

Einen Namen geben passt zur Namenswahl. Bezeichnen umfasst auch Einordnungen und Bewertungen. Anreden betrifft die direkte Ansprache. Die Ausdrücke decken deshalb nicht dieselben Sätze ab.

„Sie nennt ihn beim Vornamen“ kann „Sie spricht ihn mit seinem Vornamen an“ heißen. „Sie gibt ihm einen Vornamen“ würde dagegen eine neue Namensgebung beschreiben.

Informationen anführen

angeben · erwähnen · aufzählen

Angeben ist häufig eine nahe Entsprechung. Erwähnen betont das Vorkommen im Gespräch oder Text. Aufzählen setzt mehrere einzelne Punkte voraus.

„Bitte nenne einen Grund“ → „Bitte gib einen Grund an.“ „Bitte erläutere einen Grund“ verlangt darüber hinaus eine Erklärung.

Im Wettbewerb melden

anmelden · melden

Diese Ersatzwörter passen zum sportlichen Fachgebrauch. Sie passen nicht automatisch zu einem Satz, in dem lediglich ein Teamname erwähnt wird.

„Zwei Teams wurden für das Turnier genannt“ → „Zwei Teams wurden für das Turnier angemeldet“, wenn die Anmeldung gemeint ist.

Beispiele und Verwendung

„Die Figur nennt ihren Gegner feige, obwohl sie sein Verhalten noch gar nicht beobachtet hat.“

Eine zugeschriebene Bezeichnung ist kein unabhängiger Tatsachenbeleg. Die fehlende Beobachtung wird im Beispiel ausdrücklich genannt.

„Die Aufgabe verlangt, zwei Merkmale zu nennen und eines davon zu erklären.“

Nennen fordert die Angabe, erklären die nähere Darstellung. Beide Arbeitsaufträge sollten erfüllt werden.

„Sie nannte weder den Ort noch die genaue Uhrzeit.“

Die Verneinung bezieht sich auf zwei bestimmte Informationen. Daraus folgt nicht, dass sie überhaupt nichts mitgeteilt hat.

Grammatik und Beugung

Nennen ist unregelmäßig und nicht trennbar: nennt – nannte – hat genannt. Es bildet das Perfekt mit haben. Die Worttrennung lautet nen·nen. Der Konjunktiv II lautet nennte; die würde-Form ist im heutigen Satz oft leichter erkennbar.

Die üblichen Präteritumformen beruhen auf nannte. Vereinzelt begegnet auch du nenntest als seltene Präteritumform. Die Tabellen zeigen die gewöhnliche Reihe; du nenntest steht dort im Konjunktiv II.

Bei „jemanden einen Freund nennen“ stehen die Person und die prädikative Benennung im Akkusativ. In „einen Grund nennen“ steht nur die angegebene Sache als Objekt. Die Ergänzungsmuster gehören zu unterschiedlichen Verwendungen.

Reflexiv heißt es ich nenne mich, du nennst dich, sie nennt sich. Die Klammerpronomen in den Tabellen gehören nur zu dieser Verwendung; sie sind nicht bei jeder Nennung einsetzbar. Der Infinitiv mit zu lautet zu nennen.

nennen: Indikativ – Präsens und Präteritum (Klammerpronomen nur bei sich nennen)
PersonPräsensPräteritum
ichnenne (mich)nannte (mich)
dunennst (dich)nanntest (dich)
er/sie/esnennt (sich)nannte (sich)
wirnennen (uns)nannten (uns)
ihrnennt (euch)nanntet (euch)
sienennen (sich)nannten (sich)
nennen: Indikativ – Perfekt und Plusquamperfekt (Klammerpronomen nur bei sich nennen)
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichhabe (mich) genannthatte (mich) genannt
duhast (dich) genannthattest (dich) genannt
er/sie/eshat (sich) genannthatte (sich) genannt
wirhaben (uns) genannthatten (uns) genannt
ihrhabt (euch) genannthattet (euch) genannt
siehaben (sich) genannthatten (sich) genannt
nennen: Indikativ – Futur I und Futur II (Klammerpronomen nur bei sich nennen)
PersonFutur IFutur II
ichwerde (mich) nennenwerde (mich) genannt haben
duwirst (dich) nennenwirst (dich) genannt haben
er/sie/eswird (sich) nennenwird (sich) genannt haben
wirwerden (uns) nennenwerden (uns) genannt haben
ihrwerdet (euch) nennenwerdet (euch) genannt haben
siewerden (sich) nennenwerden (sich) genannt haben
nennen: Konjunktiv I – Präsens und Perfekt (Klammerpronomen nur bei sich nennen)
PersonPräsensPerfekt
ichnenne (mich)habe (mich) genannt
dunennest (dich)habest (dich) genannt
er/sie/esnenne (sich)habe (sich) genannt
wirnennen (uns)haben (uns) genannt
ihrnennet (euch)habet (euch) genannt
sienennen (sich)haben (sich) genannt
nennen: Konjunktiv I – Futur I und Futur II (Klammerpronomen nur bei sich nennen)
PersonFutur IFutur II
ichwerde (mich) nennenwerde (mich) genannt haben
duwerdest (dich) nennenwerdest (dich) genannt haben
er/sie/eswerde (sich) nennenwerde (sich) genannt haben
wirwerden (uns) nennenwerden (uns) genannt haben
ihrwerdet (euch) nennenwerdet (euch) genannt haben
siewerden (sich) nennenwerden (sich) genannt haben
nennen: Konjunktiv II – Präteritum und Plusquamperfekt (Klammerpronomen nur bei sich nennen)
PersonPräteritumPlusquamperfekt
ichnennte (mich)hätte (mich) genannt
dunenntest (dich)hättest (dich) genannt
er/sie/esnennte (sich)hätte (sich) genannt
wirnennten (uns)hätten (uns) genannt
ihrnenntet (euch)hättet (euch) genannt
sienennten (sich)hätten (sich) genannt
nennen: Konjunktiv II – Futur I und Futur II (Klammerpronomen nur bei sich nennen)
PersonFutur IFutur II
ichwürde (mich) nennenwürde (mich) genannt haben
duwürdest (dich) nennenwürdest (dich) genannt haben
er/sie/eswürde (sich) nennenwürde (sich) genannt haben
wirwürden (uns) nennenwürden (uns) genannt haben
ihrwürdet (euch) nennenwürdet (euch) genannt haben
siewürden (sich) nennenwürden (sich) genannt haben
nennen: Aufforderungen (Klammerpronomen nur bei sich nennen)
PersonForm
2. Person Singular [du]nenn (dich), nenne (dich)!
2. Person Plural [ihr]nennt (euch)!
nennen: unbestimmte Formen (Klammerpronomen nur bei sich nennen)
FormWortform
Infinitiv mit zuzu nennen
Partizip Inennend
Partizip IIgenannt