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schelten

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
schelten
Worttrennung
schel·ten
Präsens
er/sie/es schilt; du schiltst
Präteritum
er/sie/es schalt
Partizip II
gescholten
Perfekt
hat gescholten
Hilfsverb
haben
Infinitiv
schelten
Trennbarkeit
Einfaches starkes Verb; zu schelten.

Gehoben; schimpfende Verwendung oft auch landschaftlich. Ältere zusätzliche Gebrauchsweisen müssen im historischen Zusammenhang gelesen werden.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Schelten bedeutet schimpfen, jemanden ausschimpfen oder etwas tadeln. In einer weiteren Verwendung heißt es, jemanden herabsetzend als etwas zu bezeichnen. Das gehobene, teilweise auch landschaftliche Verb bildet schilt – schalt – hat gescholten.

Bedeutungen

1 Schimpfen und Ärger äußern

Gehoben, oft auch landschaftlich, heißt schelten, Ärger oder Missfallen in schimpfenden Worten auszudrücken. Eine direkt angesprochene Person muss im Satz nicht genannt sein.

„Als die Probe zum dritten Mal unterbrochen wird, beginnt der Leiter zu schelten.“

Die Formulierung beschreibt seinen Unmut. Sie belegt nicht, dass seine Reaktion sachlich berechtigt oder hilfreich ist.

2 Jemanden ausschimpfen

Jemanden schelten oder mit jemandem schelten heißt, diese Person schimpfend zurechtzuweisen. Der Anlass kann zusätzlich genannt werden.

„In der Erzählung schilt die Großmutter den Jungen wegen der verschütteten Tinte.“

Der Satz nennt die betroffene Person und den Anlass. Eine körperliche Strafe ist kein notwendiger Bestandteil der Wortbedeutung.

3 Abwertend als etwas bezeichnen

Gehoben kann jemanden etwas schelten bedeuten, der Person eine herabsetzende Bezeichnung oder Eigenschaft zuzuschreiben. Die Zuschreibung gibt die Wertung des Sprechenden wieder.

„Der aufgebrachte Nachbar schilt ihn einen Schwätzer.“

Die Bezeichnung Schwätzer wird dem Nachbarn zugeschrieben. Ob sie die Person zutreffend beschreibt, muss unabhängig vom Vorwurf beurteilt werden.

4 Eine Sache tadeln oder kritisieren

Schelten kann auch heißen, Missfallen an einer Sache oder einem Verhalten auszudrücken. In dieser gehobenen Verwendung muss nicht jedes Mal eine laute Schimpfszene gemeint sein.

„Die Rezensentin schilt den allzu schnellen Schluss der Erzählung.“

Der kritisierte Gegenstand ist der Schluss. Der Satz macht nicht automatisch den gesamten Text oder seinen Verfasser schlecht.

5 Ältere Verwendungen in historischen Texten

In älteren Texten kann schelten unter anderem fluchen oder lästern, sich zanken und bestimmte rechtliche Missbilligungen oder Erklärungen bezeichnen. Diese veralteten Gebrauchsweisen dürfen nicht ohne Weiteres auf heutige Alltagssätze übertragen werden.

„Die Anmerkung erklärt, dass schelten in der alten Urkunde eine rechtliche Erklärung bezeichnet.“

Hier ist der historische Fachzusammenhang entscheidend. Eine heutige schimpfende Äußerung wird dadurch nicht automatisch zu einem Rechtsakt.

schelten: Synonyme und andere Wörter

Schelten oder schimpfen?

Schimpfen ist die heute unauffälligere Entsprechung zur ärgerlichen Wortäußerung. Schelten klingt häufig gehobener, älter oder landschaftlich.

„Sie schilt mit dem Nachbarn.“ – „Sie schimpft mit dem Nachbarn.“

Beide können eine scharfe persönliche Reaktion beschreiben. Der Austausch verändert vor allem den Ton des erzählenden Textes.

Schelten, tadeln oder kritisieren?

Tadeln betont die Missbilligung. Kritisieren ist weiter und kann auch eine abwägende fachliche Beurteilung umfassen. Schelten hebt häufig die ablehnende Reaktion stärker hervor.

„Die Besprechung kritisiert den Roman differenziert.“ – „Die Besprechung schilt den Roman.“

Die zweite Fassung lässt eine deutlich ablehnendere Beurteilung erwarten. Sie ist deshalb kein neutraler Austausch für jede Rezension.

Bezeichnen oder einen Vorwurf machen?

Bezeichnen als kann die benennende Konstruktion erklären. Dabei muss die abwertende Färbung von schelten erhalten oder ausdrücklich erläutert werden.

„Er schilt sie nachlässig.“ – „Er bezeichnet sie vorwurfsvoll als nachlässig.“

Die Umschreibung zeigt, dass ein Urteil über die Person geäußert wird. Der Vorwurf ist dadurch noch nicht bewiesen.

Beispiele und Verwendung

„Du schiltst mich, obwohl du den Hergang noch gar nicht kennst.“

Die Form schiltst gehört zur zweiten Person Singular. Die Figur beanstandet den voreiligen Tadel, ohne allein durch den Satz ihre eigene Darstellung zu beweisen.

„Der Erzähler schreibt, der Vater habe lange gescholten.“

Das Perfektpartizip lautet gescholten. Ein ausdrückliches Objekt muss nicht genannt sein; der nähere Anlass bleibt hier offen.

„Sie schalt sich wegen der unbedachten Bemerkung.“

Das Reflexivpronomen bezieht den Tadel auf die sprechende beziehungsweise handelnde Person selbst. Es ist nicht mit dem älteren sich mit jemandem schelten für sich zanken gleichzusetzen.

Grammatik und Beugung

Das starke Verb bildet schilt – schalt – hat gescholten. Im Präsens heißt es du schiltst und er schilt. Der Imperativ Singular lautet schilt!, nicht die regelmäßige Form eines schwachen Verbs.

Im Präteritum sind du schaltest und du schaltst belegt. Das ist hier keine Form des anderen Verbs schalten; der Zusammenhang und das Partizip gescholten klären die Zuordnung.

Der Konjunktiv I lautet sie schelte. Im Konjunktiv II kommen sie schälte und sie schölte vor. Beide tatsächlich belegten Reihen werden gezeigt. Sie schälte eine Birne wäre dagegen ein anderer Satz mit dem Verb schälen.

Mögliche Anschlüsse sind jemanden schelten mit Akkusativ und mit jemandem schelten mit Dativ. In jemanden einen Schwätzer schelten stehen Person und zugeschriebene Bezeichnung im Akkusativ. Eine Eigenschaft kann auch ungebeugt folgen: jemanden töricht schelten.

Die Worttrennung lautet schel·ten. Das einfache Verb ist nicht trennbar; es heißt zu schelten. Die Tabellen zeigen die allgemeinen Aktivformen. Die historische Bedeutung einer Stelle muss zusätzlich aus dem Textzusammenhang erschlossen werden.

Indikativ: Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichich schelteich schalt
dudu schiltstdu schaltest / du schaltst
er/sie/eser/sie/es schilter/sie/es schalt
wirwir scheltenwir schalten
ihrihr scheltetihr schaltet
siesie scheltensie schalten
Indikativ: Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichich habe gescholtenich hatte gescholten
dudu hast gescholtendu hattest gescholten
er/sie/eser/sie/es hat gescholtener/sie/es hatte gescholten
wirwir haben gescholtenwir hatten gescholten
ihrihr habt gescholtenihr hattet gescholten
siesie haben gescholtensie hatten gescholten
Indikativ: Futur I und Futur II
PersonFutur IFutur II
ichich werde scheltenich werde gescholten haben
dudu wirst scheltendu wirst gescholten haben
er/sie/eser/sie/es wird scheltener/sie/es wird gescholten haben
wirwir werden scheltenwir werden gescholten haben
ihrihr werdet scheltenihr werdet gescholten haben
siesie werden scheltensie werden gescholten haben
Konjunktiv: einfache Formen
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich schelteich schälte / ich schölte
dudu scheltestdu schältest / du schöltest
er/sie/eser/sie/es schelteer/sie/es schälte / er/sie/es schölte
wirwir scheltenwir schälten / wir schölten
ihrihr scheltetihr schältet / ihr schöltet
siesie scheltensie schälten / sie schölten
Konjunktiv: Vergangenheit
PersonKonjunktiv I PerfektKonjunktiv II Vergangenheit
ichich habe gescholtenich hätte gescholten
dudu habest gescholtendu hättest gescholten
er/sie/eser/sie/es habe gescholtener/sie/es hätte gescholten
wirwir haben gescholtenwir hätten gescholten
ihrihr habet gescholtenihr hättet gescholten
siesie haben gescholtensie hätten gescholten
Konjunktiv: Verbindungen mit werden und würde
PersonKonjunktiv I Futur Iwürde + Infinitiv
ichich werde scheltenich würde schelten
dudu werdest scheltendu würdest schelten
er/sie/eser/sie/es werde scheltener/sie/es würde schelten
wirwir werden scheltenwir würden schelten
ihrihr werdet scheltenihr würdet schelten
siesie werden scheltensie würden schelten
Konjunktiv: zusammengesetzte Formen
PersonKonjunktiv I Futur IIwürde + Infinitiv Perfekt
ichich werde gescholten habenich würde gescholten haben
dudu werdest gescholten habendu würdest gescholten haben
er/sie/eser/sie/es werde gescholten habener/sie/es würde gescholten haben
wirwir werden gescholten habenwir würden gescholten haben
ihrihr werdet gescholten habenihr würdet gescholten haben
siesie werden gescholten habensie würden gescholten haben
Imperativ
AnredeForm
duschilt!
ihrscheltet!
Sieschelten Sie!
Infinitiv und Partizipien
FormtypForm
Infinitivschelten
Infinitive mit zu (Präsens / Perfekt)zu schelten / gescholten zu haben
Infinitiv Perfektgescholten haben
Partizip Ischeltend
Partizip IIgescholten