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schieben

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
schieben
Worttrennung
schie·ben
Präsens
er schiebt
Präteritum
er schob
Partizip II
geschoben
Hilfsverb
meist haben; saloppes Gehen/Tanzen: sein

Reflexiver Gebrauch: Auch sich schieben; Perfekt dabei mit haben.

Gebrauch: Sein nur bei saloppem Gehen und seltener beim Schieber-Tanz; sonst haben.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Schieben heißt, etwas durch Druck zu bewegen oder irgendwohin zu bringen. Sich schieben bezeichnet eine entsprechende eigene Bewegung. Übertragen kann man Verantwortung auf jemanden schieben. Bei saloppem Gehen oder einem bestimmten Tanz steht im Perfekt sein statt haben.

Bedeutungen

Durch Druck bewegen

Ein Gegenstand wird von der Stelle bewegt, indem Druck auf ihn ausgeübt wird. Das Verb kann auch ohne genanntes Objekt stehen, wenn aus dem Zusammenhang klar ist, was geschoben wird.

„Gemeinsam schieben die Jugendlichen den schweren Tisch an die Wand.“

Der Tisch wird durch Druck bewegt. Ob er dabei rollt oder gleitet, muss der weitere Text zeigen.

Irgendwohin tun oder stecken

Schieben kann das Hineinbringen eines Gegenstands an einen bestimmten Ort bezeichnen. Im Fußball kann es ein kontrolliertes Spielen des Balls in eine Richtung beschreiben.

„Sie schiebt den gefalteten Zettel unter die Tür.“

Der Zettel gelangt unter der Tür hindurch. Die Art der Fortbewegung ist nicht als Werfen beschrieben.

Eine Person drängen

Jemand kann durch leichtes oder stärkeres Schieben an einen anderen Ort gedrängt werden. Die Person steht dann als Akkusativobjekt.

„Die drängende Menge schiebt ihn bis an den Rand des Platzes.“

Er wird durch den Druck anderer bewegt. Seine eigene Absicht wird damit nicht benannt.

Sich durch etwas drängen

Reflexiv kann sich schieben die Bewegung durch eine enge oder volle Umgebung beschreiben. Bildlich ist auch das Vordrängen in eine wichtigere Position möglich.

„Sie schiebt sich vorsichtig zwischen den Stuhlreihen hindurch.“

Sie bewegt sich selbst durch die enge Stelle. Das Perfekt lautet hat sich geschoben.

Allmählich gleitend weitergelangen

Etwas kann sich nach und nach in eine andere Lage schieben, ohne dass eine handelnde Person genannt wird.

„Beim Gehen schiebt sich der Ärmel immer weiter nach oben.“

Der Ärmel verändert seine Lage. Ein absichtliches Hochschieben wird nicht behauptet.

Verantwortung zuschreiben

Etwas Unangenehmes auf jemanden oder etwas schieben heißt, dort die Verantwortung oder Ursache dafür anzusetzen. Die Formulierung kann eine Ausflucht kritisch kennzeichnen.

„Die Figur schiebt den Streit auf ein Missverständnis.“

Das Missverständnis wird als Ursache genannt. Ob diese Erklärung ausreicht, bleibt offen.

Salopp: lässig gehen

Salopp kann schieben ein träges oder lässiges Gehen bezeichnen. In dieser Lesart wird das Perfekt mit sein gebildet.

„Nach dem Unterricht ist er langsam um die Ecke geschoben.“

Er ist selbst gegangen. Er hat keinen Gegenstand um die Ecke bewegt.

Seltener: den Schieber tanzen

Salopp und seltener kann schieben den Tanz Schieber bezeichnen. Auch hier lautet die Perfektbildung sein.

„Die ältere Tanzschilderung erzählt, das Paar sei über die Tanzfläche geschoben.“

Im genannten Tanzzusammenhang ist der Schieber gemeint. Die Form allein erklärt noch nicht die Tanzfigur.

Salopp: unerlaubte Geschäfte machen

Schieben kann salopp das Handeln mit Waren oder Werten auf einem schwarzen Markt beziehungsweise gesetzwidrige Geschäfte bezeichnen. Der genaue historische und rechtliche Zusammenhang muss gesondert geklärt werden.

„Der Roman erwähnt Händler, die auf dem Schwarzmarkt Waren geschoben haben.“

Genannt ist eine illegale Handelstätigkeit. Die Formulierung gibt keine Anleitung dazu.

Im Skat: den Skat weitergeben

Beim Schieberamsch kann schieben bedeuten, den Skat ohne Einsichtnahme nicht aufzunehmen, sondern weiterzugeben. Die Verwendung ist an diese Spielvariante gebunden.

„In der Spielbeschreibung erklärt die Person, sie habe den Skat geschoben.“

Sie hat ihn nach der betreffenden Spielregel weitergegeben. Ein körperliches Wegschieben allein erklärt den Fachausdruck nicht.

schieben: Synonyme und andere Wörter

Bei einer Bewegung

drücken · vorwärtsschieben · bewegen

Bewegen ist allgemeiner. Ziehen beschreibt eine andere Art der Krafteinwirkung. Schieben kann auch ohne direkte Handbewegung geschehen, etwa durch den Druck einer Menge.

„Sie bewegt den Wagen“ lässt das Vorgehen offen; „Sie schiebt den Wagen“ benennt den Druck als Bewegungsart.

Bei Verantwortung

verantwortlich machen · anlasten · auf etwas zurückführen

Anlasten kann einen Vorwurf ausdrücken. Auf etwas zurückführen kann eine sachliche Ursachenangabe sein. Auf jemanden schieben kann kritischer nach einer Abwehr eigener Verantwortung klingen.

„Er führt den Fehler auf Zeitdruck zurück“ wirkt sachlicher als „Er schiebt den Fehler auf den Zeitdruck“.

Beispiele und Verwendung

„Die Wolke hat sich langsam vor den Mond geschoben.“

Die gleitende Bewegung ist reflexiv; das Perfekt verwendet haben.

„Er ist um die Ecke geschoben, während sie den Wagen geschoben hat.“

Die beiden Hilfsverben trennen das saloppe Gehen vom Bewegen eines Gegenstands.

Grammatik und Beugung

Die starken Hauptformen sind schiebt – schob – hat geschoben. Der KonjunktivII lautet ich schöbe; die Tabelle verwendet du schöbest und ihr schöbet. Die Worttrennung ist schie·ben.

Die meisten Lesarten bilden das Perfekt mit haben, auch sich schieben. Nur das saloppe Gehen und der seltener so bezeichnete Tanz verwenden sein. Deshalb heißt es Sie hat den Wagen geschoben, aber Er ist um die Ecke geschoben.

Bei etwas auf jemanden schieben steht das zugeschriebene Problem im Akkusativ; auf nennt hier ebenfalls einen Akkusativ. Bei einer tatsächlichen Bewegung kann eine Ortsangabe das Ziel nennen, etwa an die Wand.

schieben: Indikativ: Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichschiebeschob
duschiebstschobst
er/sie/esschiebtschob
wirschiebenschoben
ihrschiebtschobt
sieschiebenschoben
schieben: Indikativ: Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichhabe geschobenhatte geschoben
duhast geschobenhattest geschoben
er/sie/eshat geschobenhatte geschoben
wirhaben geschobenhatten geschoben
ihrhabt geschobenhattet geschoben
siehaben geschobenhatten geschoben
schieben: Indikativ: Futur I und Futur II
PersonFutur IFutur II
ichwerde schiebenwerde geschoben haben
duwirst schiebenwirst geschoben haben
er/sie/eswird schiebenwird geschoben haben
wirwerden schiebenwerden geschoben haben
ihrwerdet schiebenwerdet geschoben haben
siewerden schiebenwerden geschoben haben
schieben: Konjunktiv: einfache Formen
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichschiebeschöbe
duschiebestschöbest
er/sie/esschiebeschöbe
wirschiebenschöben
ihrschiebetschöbet
sieschiebenschöben
schieben: Konjunktiv: Vergangenheit
PersonKonjunktiv I: PerfektKonjunktiv II: Vergangenheit
ichhabe geschobenhätte geschoben
duhabest geschobenhättest geschoben
er/sie/eshabe geschobenhätte geschoben
wirhaben geschobenhätten geschoben
ihrhabet geschobenhättet geschoben
siehaben geschobenhätten geschoben
schieben: Imperativ
AnredeImperativ
duschieb! / schiebe!
ihrschiebt!
Sieschieben Sie!
Schieben als saloppes Gehen oder Tanzen: sein
Former/sie/essie (Plural)
Perfektist geschobensind geschoben
Plusquamperfektwar geschobenwaren geschoben
FuturIIwird geschoben seinwerden geschoben sein
KonjunktivI: Perfektsei geschobenseien geschoben
KonjunktivII: Vergangenheitwäre geschobenwären geschoben

Redewendungen und feste Verbindungen

Etwas auf jemanden schieben

Die Verbindung kann bedeuten, jemanden oder etwas für ein Problem verantwortlich zu machen. Die Zuschreibung muss nicht zutreffen.

„Die Figur schiebt ihr Zuspätkommen auf die ausgefallene Uhr.“

Sie nennt die Uhr als Ursache. Die Wortwahl kann andeuten, dass sie die eigene Verantwortung abwehrt.

Kohldampf schieben

Die saloppe Verbindung bedeutet, Hunger zu haben oder zu leiden, besonders wenn man längere Zeit nichts zu essen hat. Sie bezeichnet keine Bewegung eines Gegenstands.

„Nach der ausgefallenen Mittagspause schob die Figur seit Stunden Kohldampf.“

Die Figur hat Hunger und wartet auf etwas zu essen. Von Dampf aus einem Kohlgericht ist nicht die Rede.